Institut für Psychosoziale Prävention und Psychotherapie

Präventionsprojekt „FLOW – Förderung des langfristigen Wohlbefindens von Grundschulkindern und ihren Familien“

Beteiligte Personen: Svenja Taubner, Sophia Peter, Penelope Maran, Camilla Köllner, Arbeitskreis Vitaphilie der Fachschaft Medizin

Das EU-geförderte Schulpräventionsprojekt „FLOW - Förderung des langfristigen Wohlbefindens von Grundschulkindern und ihren Familien“ ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Psychosoziale Prävention des Universitätsklinikums Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Svenja Taubner und den Universitäten in La Rioja (Spanien), Vilnius (Litauen) und Genf (Schweiz) entstanden. 

 

Der Übergang von Kindheit zum Jugendalter ist eine vulnerable Phase für die frühe Entstehung psychischer Störungen. Mentalisierung wird hierbei als entscheidender Faktor für die Förderung von Wohlbefinden und psychischer Gesundheit angenommen. Relevant für die Entwicklung von Mentalisierungsfähigkeiten sind die Beziehungen zu den primären Bezugspersonen. Im Rahmen von FLOW kommen daher verschiedene mentalisierungsbasierte Präventionsprogramme zum Einsatz, die zum Ziel haben, das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit sowohl von Grundschulkindern als auch von ihren Eltern zu fördern. 

 

FLOW ist somit eine Weiterentwicklung des Projekts „Lasst uns über psychische Gesundheit sprechen“, das in Kooperation mit Vitaphilie bereits seit 2024 in über 30 Heidelberger Grundschulklassen erfolgreich erprobt wurde. FLOW richtet sich an alle 3. Klassen der Heidelberger Grundschulen. Zudem kooperieren wir mit Schulen im Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Steinburg in Norddeutschland.

 

Das Projekt besteht aus drei Interventionsbausteinen: 

(1) Lehrkräftetraining: Die Lehrkräfte erhalten ein Training zum Thema psychische Gesundheit bei Grundschulkindern.

(2) Sechs Unterrichtsstunden (1 Projekttag) mit den Kindern. Bei den Schulbesuchen wird mithilfe kreativer Methoden der eigene Umgang mit Emotionen erlernt und das Miteinander im Klassenverbund gestärkt. Folgende Themen werden in den Fokus genommen: Kleine und große Gefühle, wie spreche ich Gefühle an, wie höre ich gut zu und wo finde ich Hilfe. 

(3) Eltern haben die Möglichkeit, an einem wissenschaftlich fundierten Elterntraining teilzunehmen, in dem es um die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung geht. Zudem erhalten sie Material zum Umgang mit Gefühlen und zur Unterstützung des Kindes. Die Eltern werden zufällig zur Kontrollgruppe oder zu einer der beiden Interventionsgruppen zugewiesen: entweder zum Mentalisierungsbasierten Skills Training für Eltern (MBST-E) nach dem Emotion Focused Skills Training for Parents (Dolhanty et al. 2019) oder zum mentalisierungsbasierten Leuchtturmtraining nach Byrne et al. (2019). Die Kontrollgruppe erhält ein Elternratgeberbuch basierend auf der Theorie des Leuchtturm- und Skillstrainings (Taubner, 2026). 

 

Zur Evaluation findet ein teilrandomisiertes Design mit zwei Interventionsgruppen (MBST-E) sowie einer aktiven Kontrollgruppe (Elternratgeberbuch) und einer passiven Kontrollgruppe (Eltern, die nicht teilnehmen möchten) mit Prä-Post-Follow-Up-Messung Anwendung. Die Follow-Up-Messung findet für die Kinder nach 3 und 6 Monaten statt, für die Eltern nach 3, 6 und 12 Monaten und für die Lehrkräfte nach 3 und 6 Monaten.

 

Wenn Sie als Grundschule oder Klasse Interesse haben, melden Sie sich gerne unter: flow@med.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie von: Sophia Peter