Einrichtungen

Mutter-Kind-Einheit (MKE)

Gehört zu Zentrum für Psychosoziale Medizin
Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Beratung und Betreuung

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Voßstraße 2
69115 Heidelberg
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06221 56-34416
06221 56-5998

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Wichtige Informationen

Anmeldungen und Fragen zum Behandlungsangebot richten Sie bitte über die Telefonnummer 06221 56-34416 an uns. Außerhalb der Sprechzeit können Sie uns gerne eine Nachricht auf dem geschalteten Anrufbeantworter hinterlassen. 

Fachliche Betreuung durch die Frauenklinik

Eine fachgerechte Schwangerschaftsbetreuung der werdenden Mütter wird im stationären Rahmen durch die Geburtshilfliche Abteilung der benachbarten Universitätsfrauenklinik gewährleistet. 

Hier kann die übliche Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden oder auch wenn erforderlich engmaschigere Kontrollen erfolgen. Auch für spezielle Fragestellungen die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett betreffend steht das Team der Frauenklinik mit geburtshilflichen Ärzten sowie die Abteilung für Pränataldiagnostik (Ultraschall) zur Verfügung.  Darüber hinausgehende Beratungsgespräche mit Hebammen oder Ärzten anderer Fachrichtungen, die für die Geburt von Bedeutung sind (z.B. Kinderärzte, Anästhesisten), sind jederzeit kurzfristig möglich.

Allgemeine Informationen

Seit 2001 besteht an der Klinik für Allgemeine Psychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg ein Behandlungsangebot, das speziell an die Bedürfnisse und Lebenssituation von peripartal psychisch erkrankten Patientinnen angepasst ist. Es stehen 6 stationäre Behandlungsplätze für Schwangere und Mütter mit Kindern bis maximal 24 Monate zur Verfügung. Schwerpunktmäßig werden Mütter mit Depressionen und Angststörungen sowie oft komorbid vorliegenden Bondingstörungen behandelt. Im Einzelfall ist die Behandlung weiterer Störungsbilder wie postpartaler Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen möglich. Im Mutter-Kind-Setting nicht behandelt werden können Mütter mit vordergründiger Suchtproblematik, akuter Suizidalität oder sonstiger akuter Eigen- und Fremdgefährdung.

Aufnahmen in die Heidelberger Mutter-Kind-Einheit sind überregional möglich und erfolgen in der Regel geplant nach einem obligatorischen persönlichen Vorgespräch, das einer ersten diagnostischen Einordnung und Ableitung von vorläufigen Behandlungszielen dient. Des Weiteren wird die Passung zwischen therapeutischem Angebot und individuellem Behandlungsbedarf geprüft und gegebenenfalls hinsichtlich alternativer Behandlungsoptionen beraten. Mutter-Kind-Aufnahmen erfolgen immer geplant nach Warteliste und sind aufgrund begrenzter Kapazitäten für diese nach wie vor deutschlandweit unterversorgte Patientinnengruppe leider auch im Akutfall nicht notfallmäßig umsetzbar.

Im Stationsalltag stehen rund um die Uhr Ansprechpersonen zur Verfügung. Neben Unterstützung beim Handling des Kindes und in der Säuglingspflege wird der Bindungsaufbau im Rahmen regelmäßig stattfindender Pflegekontakte durch Elemente des stationär adaptierten Beratungs- und Frühinterventionsprogramms „Steps toward effektive and enjoyable parenting“ (STEEP) gefördert. Weiteres zentrales Therapieelement stellt die Video-Interventions-Therapie dar, in der durch die gemeinsame Besprechung videographierter Interaktionssequenzen und insbesondere gelingender Aspekte zwischen Mutter und Kind verhaltensbezogene Änderungsprozesse angestoßen werden, die sich wiederum positiv auf innere Repräsentanzen, Denkmuster und Selbstwirksamkeitserleben in der Mutterrolle rückwirken und feinfühlige mütterliche Reaktionen begünstigen. Das mutter-kind-spezifische Therapieprogramm setzt sich neben einzelpsychotherapeutischen bzw. Angehörigen- und Paargesprächen zusammen aus spezialisierten Gruppenangeboten, die auf peripartale Störungen ausgerichtet sind. In einer verhaltenstherapeutischen Müttergruppe werden psychoedukativ Themen rund um kindliche Entwicklung, die Mutterrolle und Partnerschaft in Zusammenhang mit psychischer Störung erarbeitet und zum Austausch von Erfahrungen eingeladen. Ein körperpsychotherapeutisch fundiertes Gruppenangebot bietet den Rahmen für nonverbale Bearbeitung emotionaler Prozesse und biographischer Prägungen. Babymassage, Mutter-Kind-Treff und therapeutisch angeleitete Spielgruppe adressieren direkt die Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind und können Veränderungen des Interaktionsverhaltens unmittelbar anregen. In der Mütter-Ergotherapie werden alltagsrelevante Ressourcen trainiert, die Kontaktfähigkeiten der Patientinnen verbessert und bedarfsorientiert am jeweiligen Symptombild psychisch-funktionell sowie sozio-kommunikativ behandelt.

An die stationäre Behandlungseinheit angegliedert ist die in Kooperation mit der deutschen Dachorganisation für Selbsthilfe im Bereich psychische Krise rund um Schwangerschaft und Geburt Schatten und Licht e.V. langjährig bestehende Selbsthilfegruppe Zwickmühle  sowie ein Mobiles-Bezugspersonen-System, das über aufsuchende Kontakte nach Entlassung regional begrenzt ambulante Nachbetreuung gewährleistet und betroffene Mütter auf Wunsch miteinander zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Stabilisierung vernetzt.

Ausführliches Behandlugsangebot der Mutter-Kind-Einheit

Pflegekonzept

Im Rahmen der Mutter-Kind-Behandlung konzentriert sich die Pflege auf die Unterstützung und Entlastung der Mutter in Alltagssituationen mit dem Kind. Wir berücksichtigen, dass die Mutter nicht aus der Mutterrolle entlassen wird, sondern je nach Belastbarkeit Hilfestellung und positive Verstärkung erfährt. Die Mutter behält ihre uneingeschränkte Verantwortung für das Kind unter anderem in Erziehungsfragen, bezüglich der Ernährung und gesundheitsspezifische Entscheidungen. In gemeinsamen Übungssituationen mit den Pflegepersonen wird Sicherheit gewonnen hinsichtlich:

  • Wahrnehmung und Interpretation der kindlichen Signale
  • Schlafrhythmus
  • altersentsprechender Ernährung
  • Spielverhalten und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Förderung der  kindlichen Entwicklung.

Kinderbetreuung

  • Die Kinderbetreuung wird während der Therapiezeiten der Mutter von erfahrenen und fachkompetenten Kinderkrankenschwestern/Pflegepersonen übernommen. In Krisenzeiten entscheiden Mutter und Pflegeperson/Therapeutin gemeinsam über eine begrenzte Zeit der Entlastung der Mutter, d.h. das Kind wird auch dann von der Pflege betreut.
  • Außerhalb der Therapiezeiten haben die Mütter die Möglichkeit 1 Stunde pro Woche eine Auszeit zu nehmen. Hintergrund ist das Erlernen von Autonomie und Selbstfürsorge in der Mutterrolle.

Morgenrunde

  • Die Morgenrunde bieten wir speziell den Müttern an, um Rückmeldung zu geben wie die Nacht mit dem Kind verlaufen ist. Sie dient ebenso dazu, die Anforderungen des aktuellen Tages zu ermitteln und gegebenenfalls Unterstützung durch die Pflegepersonen einzuplanen.
  • Weiterhin ist sie Plattform für Terminabsprachen um Betreuungsbedarf der Kinder gemeinsam mit der Mutter zu ermitteln und zu organisieren, sowie Konflikte im Zusammenleben mit Müttern/Patienten/Team anzusprechen.

Mitbring-Liste für Kinder

  • Babyfon
  • Schlafsack (der Jahreszeit entsprechend)
  • Flaschen und Sauger in ausreichender Menge
  • Nahrung (Flasche/Breie)
  • Thermoskanne für abgekühltes Wasser
  • Thermobehälter für vorbereitete Nahrung
  • Pulverdosen für Einzelportionen
  • Windeln, Feuchttücher und Pflegeprodukte
  • Ausreichend Kleidung (Jahreszeit entsprechend)
  • Schmusetuch, Spieluhr, Greifspielzeug
  • Maxicosi bzw. Kindersitz für das Auto
  • Gelbes Vorsorgeheft
  • Aktuelle Bescheinigung des Kinderarztes über den Gesundheitszustand Ihres Kindes
  • Evtl. Medikamente – bitte informieren Sie uns

Ausstattung

Die Station Jaspers verfügt über insgesamt 18 stationäre und 3 teilstationäre Plätze. Hiervon sind 6 Plätze für die Mutter-Kind-Einheit reserviert. Es befinden sich 8 Zweibettzimmer und 2 Einzelzimmer auf der Station, welche jeweils über ein eigenes Badezimmer verfügen. Sie erhalten für ihr Kind ein Babybett und haben im Zimmer eine Wickelmöglichkeit.  Die Einzelzimmer wurden rollstuhlgerecht gestaltet. Für die teilstationären Patienten bietet die Station einen Ruhebereich mit bequemen Liegemöglichkeiten. Für unsere Patienten stehen eine Bibliothek und ein PC-Arbeitsplatz auf der Station zur Verfügung. Die Mahlzeiten werden in einem gemeinsamen Speisesaal eingenommen, welcher außerhalb der Essenszeiten als Aufenthaltsraum mit Fernseher und Stereoanlage genutzt werden kann. Hier befinden sich auch Hochstühle zum gemeinsamen Essen mit den Kindern.  Das liebevoll gestaltete Badezimmer kann zur Entspannung und zum Baden der Kinder genutzt werden. Sowohl im Unter- als auch im Dachgeschoss befinden sich weitere Funktions- und Therapieräume.

Sie haben auf der Station die Möglichkeit sich ins Spielzimmer mit ihrem Kind zurückzuziehen in dem sich ebenfalls eine Wickelmöglichkeit befindet.

Unser Mutter-Kind-Zimmer bietet teilstationären Müttern die Möglichkeit ihr Kind tagsüber schlafen zu legen, bzw. sich auch mal zurückzuziehen und zu stillen.

Im Dachgeschoß hat die Station noch ein größeres Spielzimmer (Zwergenland), in dem bis zu 6 Kindern problemlos betreut werden können.

Weitere Informationen

Mobiles Bezugspersonensystem (MBS) in der Heidelberger Mutter-Kind-Einheit

Mutter-Kind-Telefon

Öffnungszeiten
Mo 15:00 – 16:00  
Mi 15:00 – 16:00