Einrichtungen

Station von Baeyer

Gehört zu Zentrum für Psychosoziale Medizin
Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Allgemeinpflegestation

Kontakt
Voßstraße 4
69115 Heidelberg
Anfahrt

06221 56-4458
06221 56-5998

Besuchszeiten
  
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Wichtige Informationen

Die Aufnahme auf Station von Baeyer findet nach einem Vorgespräch statt. In diesem Vorgespräch haben Betroffene die Möglichkeit, sich über das Behandlungsangebot zu informieren und Mitarbeiter der Station können in diesem Gespräch die Indikation für das Behandlungsangebot prüfen.

Leitung

Dr. med. Maria Mouratidou MA, MSc

Ärztliche Leitung


Ellen Temme

Stationsleitung


Stellvertretende Leitung

Gertrud Rapp-Werstein

Stellv. Pflegerische Leitung


Personen

Dr. Dipl.-Psych. Marta Czapla

Psychologin


Alessandra Gromer

Klinische Sozialarbeit


Anna Hanszke

Stationsärztin


Dipl.-Psych. Annett Pröger

Ltd. Psychologin


Allgemeine Informationen

Das Therapieangebot der Station von Baeyer richtet sich vor allem an Patienten mit Persönlichkeitsstörungen. Eine Persönlichkeitsstörung liegt dann vor, wenn ein Mensch durch für ihn typische Verhaltensweisen und Einstellungen erheblich in seiner Zufriedenheit und im Erreichen seiner persönlichen Ziele beeinträchtigt ist oder aber immer wieder in zwischenmenschliche Konflikte gerät. Wir behandeln Patienten mit allen Persönlichkeitsstörungen, darunter Menschen mit Borderline-Störung, histrionischer, narzisstischer, abhängiger, selbstunsicherer, zwanghafter oder paranoider Persönlichkeitsstörung. Neben der Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen stellt die Behandlung von Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung und komorbider Persönlichkeitsstörung einen weiteren Behandlungsschwerpunkt dar.

Unser Vorgehen basiert auf einem integrativen Therapieansatz, bei dem kognitiv-verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien ggf. kombiniert mit einer psychopharmakologischen Behandlung zum Einsatz kommen. Nach einer kurzen Eingewöhnungs- und Diagnostikphase wird in einer individuellen Therapieplanung entsprechend der gemeinsam erarbeiteten konkreten Therapieziele das Behandlungsprogramm für jeden einzelnen Patienten zusammengestellt.

Neben einzeltherapeutischen Gesprächen stellen Gruppenpsychotherapien einen besonderen Schwerpunkt dar. Hier finden sich die Stresstoleranzgruppe zum Erlernen von Alternativen zur Spannungsregulation und die Themenzentrierte Gesprächsgruppe zur Bearbeitung einzelner Problemstellungen für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach dem Konzept der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und die Interaktionelle Gesprächsgruppe zur Verbesserung der Fremd- und Selbstwahrnehmung für Menschen mit anderen Persönlichkeitsstörungen.

Des weiteren nehmen unsere Patienten an entsprechend der Therapieanliegen verordneten psychotherapeutischen Gruppen zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Fertigkeiten, der Gefühlswahrnehmung und – regulation sowie zur Stabilisierung des Selbstwertgefühls teil. Die ebenfalls indikativ verordneten eher psychodynamisch ausgerichteten Körper-, Musik-, und Gestaltungstherapiegruppen sowie Ergotherapie und Bewegungstherapie stellen ebenfalls zentrale Therapiebausteine dar.

Neben den einzel- und gruppentherapeutischen Angeboten sowie der pflegerischen Betreuung können sich Patienten im Bedarfsfall auch von der Sozialarbeiterin der Station, z.B. hinsichtlich sozialer Fragen oder einer beruflichen Wiedereingliederung, beraten lassen.

Gruppenbeschreibung

Interaktionelle Gesprächsgruppe

Das eigene Verhalten im Kontakt mit anderen ist geprägt von biographischen Erfahrungen und Einstellungen. Teilweise haben wir ein anderes Bild von unserer Wirkung auf andere als unser Gegenüber, was im alltäglichen Kontakt zu verschiedenen Problemen führen kann. 

Die Interaktionelle Gesprächsgruppe ist eine themenoffene Gruppe, in der die Reflexion der Interaktionen zwischen den Teilnehmern im Mittelpunkt steht und die wesentlich von den Rückmeldungen der einzelnen Gruppenmitglieder aneinander getragen ist. Ausgehend von der Wahrnehmung aktueller Interaktionsmuster werden Zusammenhänge zu biographischen Erfahrungen erarbeitet und gegebenenfalls Veränderungsmöglichkeiten abgeleitet.

Themenzentrierte Gesprächsgruppe

Die Themenwahl dieser Gesprächsgruppe obliegt den Gruppenteilnehmern. Über das Thema für die aktuelle Sitzung einigt sich die Gruppe untereinander im Vorfeld. Entsprechend der Bedürfnisse der Gruppe werden Themen wie Beziehungsgestaltung, Selbstwert, Vertrauen-Misstrauen, Nähe-Distanz-Regulation, Umgang mit einzelnen Gefühlen, Umgang mit Suchtmitteln und viele andere mehr miteinander erarbeitet. Auch die nähere Information über Krankheitsbilder, Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten kann zum Thema werden.

Stresstoleranzgruppe

Das Ziel dieser Gruppentherapie ist das Erlernen von Strategien zur Spannungsregulation, so dass Alternativen zum Einsatz von selbstschädigenden Verhaltensweisen zum Abbau von Anspannung und zum Umgang mit intensiven Gefühlen eingesetzt werden können. Es werden die Materialien des Moduls „Stresstoleranz“ aus der Dialektisch-Behavioralen-Therapie DBT verwendet.

Gefühlsregulationsgruppe

Dieses Angebot richtet sich an Teilnehmer, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und mit intensiven Gefühlen umzugehen. 

Die einzelnen Gefühle werden hinsichtlich ihrer sozialen Funktion, typischer Auslöser, typischer Gedanken, der Körpersprache und des Handlungsimpulses näher erarbeitet, um die Wahrnehmung des jeweiligen Gefühls zu erleichtern. Zusätzlich wird das Mittel des Gefühlsprotokolls für aktuell auftretende Situationen eingeführt, ebenfalls um die bessere Wahrnehmung einzelner Gefühle zu üben. Es werden Möglichkeiten des Umgangs mit den jeweiligen Gefühlen abgeleitet. Zusätzlich werden allgemeine Zusammenhänge von Wahrnehmung, gedanklicher Interpretation, Gefühlen und Verhalten sowie Grundeinstellungen gegenüber Gefühlen besprochen. Es finden unter anderem Materialien aus der Dialektisch-Behavioralen-Therapie DBT Verwendung.

Soziale Fertigkeiten

Dieses Gruppenangebot richtet sich an Menschen, die ihre Fertigkeiten im Umgang mit anderen trainieren möchten. Anhand von Rollenspielen, welche die einzelnen Teilnehmer z.B. in Vorbereitung auf ein schwieriges Gespräch einbringen, werden verschiedene Gesprächsfertigkeiten wie einen Wunsch oder eine Forderung äußern, Ärger oder andere Gefühle äußern, Nein-Sagen, um etwas bitten, einen Konflikt klären und anderes geübt. Des weiteren werden Grundannahmen zu zwischenmenschlichen Beziehungen und gegebenenfalls Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet. Ergänzt wird das Üben durch die Erarbeitung theoretischer Inhalte.

Selbstwertgruppe

Ziel dieses Gruppenangebotes ist die Verbesserung der positiven Selbstzugewandtheit und die Veränderung selbstwertschädigender Grundannahmen, die häufig biographisch bedingt sind, mit dem Ziel der langfristigen Stabilisierung des Selbstwertgefühls. Es werden verschiedene Übungen angeleitet sowie einzelne Inhalte innerhalb der Gruppe theoretisch erarbeitet. Unter anderem finden Materialien des Moduls „Selbstwert“ der Dialektisch-Behavioralen-Therapie DBT Verwendung.

Sozialarbeit

Die Sozialarbeit bildet hier wie in allen psychiatrischen Abteilungen die Nahtstelle zwischen der Klinik und allen außerklinischen Lebensbereichen der Patienten, die sich als problematisch erweisen. 
Themen sind: berufliche und aktuelle Arbeitssituation, Finanzen, Wohnung, Probleme mit Ämtern und anderen Einrichtungen, Schwierigkeiten mit der Familie und anderen Personen des sozialen Umfelds.

Systemische Familientherapie

Wir gehen davon aus, dass nicht nur unsere Patienten mit ihrer persönlichen Geschichte, sondern auch die familiären Bezüge bei der Behandlung eine Rolle spielen können.
Daher werden in Einzelfällen auch Familiengespräche in die Therapie integriert. Die familiären Kommunikations- und Verhaltensmuster und die Beziehungsstrukturen sollen dabei reflektiert und gegebenenfalls verändert werden. Daraus kann sich für die Patienten ein weiteres Feld der Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen ergeben.

Ausstattung

Die Station von Baeyer verfügt über sechzehn vollstationäre und zwei teilstationäre Plätze. Die Station verfügt über drei Einbettzimmer, zwei Zweibettzimmer und drei Dreibettzimmer, die jeweils mit eigener Dusche und WC ausgestattet sind. Des Weiteren gibt es einen Speise- und Aufenthaltsraum mit Küchenzeile, einen Aufenthaltsraum für die tagesklinischen Patienten, ein Bad mit Badewanne und unterschiedliche Funktionsräume

Namensgebung

Die Station ist benannt nach Prof. Dr. Walter Ritter von Baeyer.

Walter von Baeyer wurde 1904 in München geboren. Nach Abitur und Medizinstudium verbrachte W. von Baeyer erstmals vier Assistentenjahre an der Heidelberger Klinik (1929–1933) bei seinem Lehrer Karl Wilmanns. Als sein Lehrer Wilmanns 1933 von den Nationalsozialisten inhaftiert wurde, verließ von Baeyer, wie viele seiner Kollegen, die Klinik und versuchte als von den nationalsozialistischen Rassegesetzen Betroffener das Dritte Reich als Sanitätsoffizier zu überleben. Nur wenige Wochen nach Kriegsende wurde er zum Chefarzt der Psychiatrischen und Nervenklinik der Stadt Nürnberg ernannt, wo er 10 Jahre tätig war.

Zu Beginn des Wintersemesters 1955/56 kam Prof. Dr. W. von Baeyer als Lehrstuhlinhaber und Direktor der Psychiatrischen und Neurologischen Universitätsklinik nach Heidelberg zurück. Bis 1972 übte er dieses Amt aus. Mit W. von Baeyer bekam die Forschung an der Heidelberger Klinik eine anthropologische Ausrichtung. Wichtige Impulse einer sozialpsychiatrischen Erneuerung sind mit dem Namen W. von Baeyers verbunden. W. von Baeyer beschäftigte sich insbesondere mit der Psychiatrie der unter dem Nazi-Regime verfolgten. Er begutachtete eine große Anzahl jüdischer Patienten, die die Konzentrationslager überlebt hatten und später psychiatrische Symptome entwickelten. 1966 wurde W. von Baeyer für 5 Jahre zum Vizepräsident der Weltvereinigung der Psychiatrie gewählt.
Walter Ritter von Baeyer starb 1987 in Heidelberg.

Weitere Informationen

Das Therapieprogramm der Station von Baeyer

Karriere

Das Team der Station ist interdisziplinär und multiprofessionell ausgerichtet und besteht aus: 

  • 1 Oberarzt/-ärztin
  • 1 Leitende/r Psychologe/-in
  • 1 approbierte/r Psychologe/-in
  • 1 Pflegerische Stationsleitung
  • 1 Stellvertretung der Pflegerischen Stationsleitung
  • 1 Arzt/Ärztin
  • 2 Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung 
  • 1 Sozialarbeiter/-in
  • 11 Pflegekräfte in Voll- und Teilzeit
  • 1 Bewegungstherapeut/-in und Therapeut/-in für KBT 
  • 1 Ergotherapeut/-in 
  • 1 Gestaltungstherapeut/-in
  • 1 Musiktherapeut/-in

Die Idee einer ganzheitlichen Behandlung soll durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet werden. Team- und Gruppenbesprechungen dienen dem gegenseitigen Informationsaustausch und einer Koordinierung therapeutischer Bemühungen.