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Arbeitsgruppe Ösophagus und Magen

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Karzinomen der Speiseröhre und des Magens.  Forschungsschwerpunkt ist sowohl klinisch als auch translational die Responseevaluation und Responseprädiktion bei den neoadjuvant therapierten Adenokarzinomen des oberen Gastrointestinaltraktes mit dem Ziel der Therapieoptimierung der nichtansprechenden Patienten. Klinisch stehen außerdem die aktuellen Fragestellungen wie die Resektionen bei metastasierten Adenokarzinomen und Salvageösophagektomine bei definitiv radiochemotherapierten Patienten im Zentrum des Interesses, die hier mit guten Ergebnisse durchgeführt werden und jetzt innerhalb von randomisierten Studienkonzepten innerhalb von laufenden Antragsverfahren untersucht werden sollen.

Um dies zu erreichen ist eine interdisziplinäre Kooperation essentiell. Die Arbeitsgruppe setzt sich daher interdisziplinär zusammen aus:

Arbeitsgruppenleiter/-innen

  • Prof. Dr. Katja Ott

  • PD Dr. Dr. Thomas Schmidt

    Oberarzt


Wiss. Mitarbeiter/-innen

Auswärtige Mitarbeiter

Onkologie (NCT) Dr. Martin Haag
  PD Dr. Dr. Christoph Springfeld
Institut für Molekulare Pathologie der TU München Prof. Dr. Gisela Keller
Institut für Humangenetik Uni Bonn PD Dr. Johannes Schumacher
Contact
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Directions


06221 56-6110

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Klinische Forschung

OPTITREAT: STIFTUNG CHIRURGIE HEIDELBERG

Studienplan

Eine randomisierte, kontrollierte Pilotstudie zum Vergleich zweier Behandlungs-strategien der Nonresponder im ersten Restaging (nach 4 Wochen) beim Adenokarzinom des Ösophagus (AEG I, II, III) sowie Magenkarzinom: sofortige Resektion im Vergleich zu Komplettierung der neoadjuvanten Therapie (Standardtherapie).

70% aller Patienten mit Ösophagus oder Magenkarzinom werden in Deutschland in einem lokal fortgeschrittenen Tumorstadium mit Schluckstörung und/oder Schmerzen diagnostiziert. Bei diesen Patienten wird routinemäßige eine präoperative Chemotherapie über mindestens 2 Monate durchgeführt, da durch Studien belegt ist, dass das 5-Jahresüberleben durch die Kombination von präoperativer Chemotherapie mit nachfolgender Operation um ca. 12% im Vergleich zu einer Operation allein gesteigert wird. Es gibt Patienten, die auf die Chemotherapie ansprechen und Patienten, die nicht ansprechen. Seit über 10 Jahren ist bekannt, dass diejenigen Patienten, die auf die präoperative Chemotherapie ansprechen, signifikant länger leben, als Patienten, die nicht ansprechen. Allerdings sprechen derzeit nur ca. 25%-40% der Patienten auf die präoperative Chemotherapie so gut an, dass zum Zeitpunkt der Operation weniger als 10% des Ausgangstumors nachzuweisen ist. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Patienten, die nicht auf die Chemotherapie ansprechen, sogar ein etwas schlechteres Überleben und mehr Komplikationen bei der Operation haben, als Patienten, die ohne Chemotherapie gleich operiert werden. Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, auch nicht molekulargenetisch, das Ansprechen der Patienten vorauszusagen. Daher werden derzeit mehr als 50% der Patienten mit einer nicht optimalen Therapie für sie behandelt. Daher besteht größtes wissenschaftliches Interesse, die nichtansprechenden Patienten möglichst frühzeitig herauszufinden, um eine für sie toxische, nicht effektive und teure Therapie zu vermeiden.

Daher soll in dieser Studie durch eine Magenspiegelung mit gleichzeitigem endoskopischem Ultraschall nach 4 Wochen Chemotherapie (<50% der Gesamttherapiedauer) das Ansprechen der Patienten beurteilt werden. Die Nichtansprecher werden dann nach dem Zufallsprinzip der momentanen akzeptierten Standardtherapie mit Weiterführung der präoperativen Chemotherapie oder dem Abbruch der Chemotherapie und sofortiger Operation zugeteilt. Es soll durch diese Pilotstudie bewiesen werden, dass man Patienten, die nicht auf die Chemotherapie ansprechen, durch den Abbruch der Therapie nach 4 Wochen nicht schadet.

Diese wichtigen Daten existieren bisher nicht und könnten, wenn sich unsere Annahmen bestätigen, im zweiten Schritt helfen, eine Studie mit frühzeitiger Verbesserung der Therapie der nichtansprechenden Patienten zu entwerfen und so ihr Überleben zu verbessern.

Hypothesen:

  1. Die kostengünstige einfache Magenspiegelung ist eine gute Methode, um frühzeitig (nach 4 Wochen)  das Ansprechen vorauszusagen
  2. Nichtansprechende Patienten profitieren nicht von einer langen (>8 Wochen) dauernden Chemotherapie, sondern ihnen kann frühzeitig, eine toxische, für sie nicht optimale und teuere Therapie erspart werden.

Durch die Studie soll gezeigt werden:

  • Die Patienten, die nicht ansprechen, haben keinen Nachteil durch den frühzeitigen Abbruch der Chemotherapie: sie haben eine ähnliche Wahrscheinlichkeit einer kompletten Tumorentfernung durch die Operation, keine erhöhten Probleme um die Operation und ein ähnliches Überleben wie nicht ansprechende Patienten, die die komplette Chemotherapie erhalten
  • Es können Kosten durch Abbruch einer unnötigen Therapie bei nichtansprechenden Patienten gespart werden
  • Durch diese Studie können bisher nicht existierende Daten erhoben werden, die in    Folgestudien zu einer Verbesserung der Therapie und des Überlebens von  Nichtansprechen führen können

Translationale Forschung

STOCAPS: BMBF gefördert ab 1.11.2013 Förderkennenzeichen 03V0851

Etablierung eines Genexpression-basierten Prognosescores für eine individualisierte Tumortherapie beim Magenkarzinom

Zur Verbesserung der Prognose werden Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom häufig mit einer perioperativen Chemotherapie behandelt, wobei nur ein Teil der Patienten signifikant davon profitiert. Am Institut für Pathologie der Technischen Universität München wurde ein spezifisches Genmuster identifiziert, das für eine bestimmte Patientengruppe die Prognose sehr gut vorhersagt. In einem Verbundprojekt zwischen der Technischen Universität München und der Universität Heidelberg soll nun ein Genexpression-basierter Test weiterentwickelt und validiert werden, der für eine individualisierte Tumortherapie dieser Patienten, eingesetzt werden könnte. Die Anwendung eines standardisierten Tests in der klinischen Praxis, wäre mit einem klaren Vorteil für die Patienten, und wirtschaftlich mit einer Einsparung von Kosten verbunden. Die wirtschaftliche Verwertung soll zusammen mit einem Unternehmen oder alternativ durch eine Vergabe von Lizenzen erfolgen.

HIPO_009

Molekulare Definition von Subgruppen des Magenkarzinoms und deren Konsequenzen für die Ausbildung eines Rezidivs

Das Magenkarzinom kann mittlerweile molekular in Subgruppen klassifiziert werden. In Deutschland werden 70% aller Tumoren lokal fortschritten diagnostiziert und somit entsprechend Standard der S3-Leitlinien mit einer neoadjuvanten Therapie behandelt.  Bisher sind die genetischen Veränderungen, die das individuelle Überleben des einzelnen Patienten bestimmen, unklar. In diesem Projekt werden klinisch exakt definierte Patientengruppen, nämlich solche, die frühzeitig ein Rezidiv entwickeln, mit denjenigen, die rezidivfreie Langzeitüberleber sind durch Ganz-Genom-Sequenzierung jeweils mit und ohne neoadjuvanter Therapie verglichen. Dadurch wird auf molekularer Ebene eine prätherapeutische Stratifizierung der Patienten angestrebt.

Stiftung Chirurgie

  • Einfluss von Polymorphismen der Enzyme des Folatstoffwechsels auf das Ansprechen und die Prognose von Patienten mit lokal fortgeschrittenen neoadjuvant therapierten Adenokarzinomen des oberen Gastrointestinaltraktes und Validierung an einem unabhängigen Heidelberger Kollektiv
  • Die Rolle der Zytokine, Chemokine, Wachstumsfaktoren für das Ansprechen und die Prognose von Patienten mit Adenokarzinomen des oberen Gastrointestinaltraktes