Kontaktlose Steinzertrümmerung

Urologische Klinik

Explanation of the therapy

Die Entwicklung der Extrakorporalen Stoßwellen Lithotripsie (ESWL) zur kontaktlosen Zertrümmerung von Harnsteinen gilt als eine der großen Pionierleistungen in der Medizin. Bei der Zertrümmerung von Nierensteinen kleiner und mittlerer Größe hat die Technik einen so konkurrenzlosen Stellenwert, daß sie heute in jeder gut ausgestatteten Urologischen Klinik zur Verfügung steht.

Mit dem ESWL Gerät der Urologischen Uniklinik Heidelberg werden täglich circa 5 Patienten mit Nierensteinen behandelt. Hierfür ist keine Vollnarkose erforderlich, es werden aber Medikamente gegeben, die die Therapie schmerzfrei machen. So können die Patienten in der Regel nach einem kurzen ambulanten Aufenthalt in der Tagesklinik wieder nach Hause gehen.

Mit dem Gerät können die Nierensteine sowohl mit Röntgenstrahlen als auch durch Ultraschall geortet werden. Die Lokalisation der Steine mit Ultraschall ist insbesondere bei Kindern wichtig, bei denen nach Möglichkeit eine Röntgenstrahlenexposition vermieden werden soll; ebenso bei Patienten mit Nierensteinen, deren chemische Zusammensetzung eine Darstellung durch Röntgen nicht zuläßt (Harnsäuresteine). Nicht angewandt werden darf die ESWL u.a. bei  Gerinnungsstörungen, bei Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten und während einer Schwangerschaft.

Funktionsprinzip der ESWL ist die elektromagnetische oder piezoelektrische Erzeugung von Stoßwellen, die durch einen Hohlspiegel in den Stein fokusiert werden. Von der Haut bis zu dem Stein kann eine Stoßwelle ungehindert durch das Körpergewebe laufen, da die weichen Gewebe des Körpers zu ca. 70% aus Wasser bestehen. Der Stein selbst stellt für eine ankommende Stoßwelle jedoch eine Grenzfläche mit erhöhtem Widerstand dar: die Welle bricht und erzeugt an dem Stein Druck-, Zug- und  Scherkräfte (Cavitationsphänomene). Meist kann ein Stein mit 2000 – 3000 solcher Stoßwellen innerhalb von 30 – 60 Minuten so zerstört werden, daß nur mehr kleine Trümmer (Fragmente) übrig bleiben, die dann spontan über die ableitenden Harnwege ausgeschieden werden.

Insgesamt handelt es sich bei der ESWL um ein gut verträgliches und komplikationsarmes Verfahren. Als wichtigste Risiken sind einmal Koliken zu nennen, die durch den Abgang von Steinfragmenten ausgelöst werden können und zum anderen sehr selten aus der Niere auftretende Blutungen.

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