Aortendissektion

Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie

Disease definition

Eine Aortendissektion bezeichnet eine Aufspaltung der Wandschichten der Hauptschlagader, meist ausgehend von einem Einriss der inneren Gefäßwand mit nachfolgender Einblutung zwischen die Wandschichten. Durch diese Öffnung (engl.: entry) presst der arterielle Blutdruck das Blut zwischen Intima und Adventitia, wo es sich meist in Längsrichtung des Gefäßes weiter ausdehnt und einen künstlichen Raum schafft. Dieser Raum wird im Gegensatz zum ursprünglichen aortalen Flussbett, dem „wahren Lumen“, als „falsches Lumen“ bezeichnet. Ist dabei die aufsteigende Brustschlagader betroffen, so spricht man von einer Typ A Dissektion (Einteilung nach Stanford). Bei einer Dissektion die hinter dem Abgang der linken Schlüsselbeinarterie beginnt, handelt es sich um eine Typ B Dissektion.  Insbesondere letztere fallen in das gefäßchirurgische Behandlungsspektrum. Die zeitliche Einteilung der Aortendissektion erfolgt hinsichtlich der Symptomdauer in eine „akute “und „chronische“ Verlaufsform.

Als wichtigste Hauptursachen sind die zumeist angeborenen Bindegewebsschwächen (u. a. beim Marfan- oder Ehlers-Danlos-Syndrom) und die degenerative Schädigung der Wand durch Arteriosklerose zu sehen. Seltenere Ursachen sind u. a. Gefäßwandentzündungen (Vaskulitiden) oder durch medizinische Eingriffe verursachte Dissektionen (sog. iatrogene Dissektion, beispielsweise durch Katheteruntersuchungen). Männer erkranken doppelt bis dreimal so häufig wie Frauen. Am häufigsten sind Aortendissektionen bei 50- bis 70-jährigen Patienten. Allerdings sind Patienten mit begünstigenden Faktoren, insbesondere Patienten mit Bindegewebserkrankungen, oft schon im frühen Erwachsenenalter betroffen.

More information