Schädelbasistumore: Meningeom, Neurinom und weitere Tumore

Neurochirurgische Klinik Hirntumor

Disease definition

Schädelbasistumore – was ist das?

Schädelbasistumore sind gut- oder bösartige Neubildungen, welche charakteristischerweise an der unteren knöchernen Begrenzung des Hirnschädels lokalisiert sind, der sogenannten Schädelbasis. Die Schädelbasis ist damit die Auflagefläche des Gehirns und Trennlinie zum Gesichtsschädel und umfasst eine Reihe von Öffnungen zum Durchtritt von Hirnnerven, Blutgefäßen und dem Rückenmark. 

Die Schädelbasis lässt sich in drei große Bereiche unterteilen: die vordere, mittlere und hintere Schädelgrube. Tumore der Schädelbasis können dabei in allen drei Bereichen entstehen. Viele Tumore sind zwar gutartig (z.B. Meningeome), können aber durch ihr Wachstum gesundes Hirngewebe, Hirnnerven oder Blutgefäße bedrängen, was schließlich zur Funktionsbeeinträchtigung oder -ausfall und dadurch zu einem neurologischen Defizit führen kann. 

Häufige Tumore der Schädelbasis: Meningeom, Neurinom, Schwannom

Die häufigsten Tumore der Schädelbasis sind Tumore, welche aus der Hirnhaut entstehen, so genannte Meningeome (Hyperlink) und Neurinome / Schwannome (Hyperlink). Tumore im Bereich der Hirnanhangsdrüse, so genannte Hypophysenadenome, stellen eine weitere häufige Entität dar. Seltenere Tumore sind Kraniopharyngeome, Chordome, Chondrosarkome, Metastasen oder Gefäßmalformationen. Zudem können Tumor aus dem Nasen- und Mittelgesichtsbereich die Schädelbasis infiltrieren (z.B. Karzinome, Ästhesionneuroblastome).

Meningeome

Insgesamt machen Meningeome ca. 25% aller Geschwülste im Schädelinneren aus. Jährlich erkranken etwa 6 von 100.000 Einwohnern, Frauen 3-4 mal so häufig wie Männer. Bei Menigeomen handelt es sich in der Regel um langsam wachsende, gutartige Tumore, die von den Hirnhäuten ausgehen. In der Regel wachsen Menigeome verdrängend und respektieren eine Grenze zum Hirngewebe oder den Hirnnerven. Durch den Druck auf die Hirnnerven, oder wenn sie von Tumorgewebe ganz umwachsen werden, können diese in ihrer Funktion beeinträchtigt sein, oder sogar ganz die Funktion verlieren.

Im Falle des sphenoorbitalen Meningeoms wächst der Tumor vor allem innerhalb des Schädelknochens, kann aber auch die Dura temporal oder frontal durchbrechen und nach intradural wachsen, oder die Orbita infiltrieren. Dies führt dann zu einem Exophthalmus und dadurch bedingten Doppelbildern.

Nicht immer muss es zu Symptomen kommen. Häufig sind Menigeome ein Zufallsbefund z.B. im Rahmen einer ärztlichen Abklärung von Kopfschmerzen. Die häufigsten Meningeome der Schädelbasis sind:

Meningeome der vorderen und mittleren Schädelgrube

  • Clinoid- und Keilbeinflügelmeningeom
  • Planum sphenoidale - und Olfactoriusmeningeom
  • Tuberculum sellae Meningeom
  • Sphenoorbitale Meningeom
  • Opticusscheidenmeningeom

Meningeome der hinteren Schädelgrube

  • Tentoriummeningeom
  • Petroclivale Meningeom
  • Foramen jugulare und Foramen magnum Meningeom

Neurinome und Schwannome

Neurinome sind gutartige Tumore und entstehen aus den Zellen, welche den Nerv umhüllen, den so genannten Schwannzellen. Daher ist die pathophysiologisch korrekte Bezeichnung Schwannom. Sie machen etwa 8% der Tumoren im Schädelinneren aus. Neurinome im Schädelinneren sind bevorzugt in der hinteren Schädelgrube, im so genannten Kleinhirnbrückenwinkel, lokalisiert und gehen häufig vom 8. Hirnnerven aus. Daher werden sie typischerweise Akustikusneurinome bzw. Vestibularisschwannome genannt. Typische Symptome des Akustikusneurinoms sind eine Hörminderung, Schwindel und Ohrgeräusche (Tinitus). Bei sehr großen Tumoren können auch weitere Hirnnerven beeinträchtigt werden oder sogar eine Hirnstammkompression eintreten.

Neben den Akustikusneurinomen können aber auch andere Hirnnerven betroffen sein, z.B. Trigeminusneurinome mit Taubheitsgefühl oder Schmerzen im Bereich des Gesichtes oder Glossopharyngeusneurinome mit Schluckstörungen.

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