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HoPES3 – Holistic Care Program for Elderly Patients to Integrate Spiritual Needs, Social Activity and Self-Efficacy into Disease Management in Primary Care

Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung von chronisch kranken Patienten konzentrieren sich häufig auf die Standardisierung von Prozessen und die Evidenzbasierung der Behandlungsschemata. In Deutschland werden zu diesem Zweck z.B. Disease Management Programme in Hausarztpraxen durchgeführt. Die Effektivität und Wichtigkeit solcher Maßnahmen ist unbestritten, jedoch besteht die Gefahr, dass andere, individuellere Aspekte, die einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität haben, zu wenig berücksichtig werden. Beispielsweise waren in einer deutschen Querschnittsstudie unter älteren Personen Selbstwirksamkeit und (geringe) Hoffnungslosigkeit die wichtigsten Determinanten für das Wohlbefinden (1).


Ziel der HoPES3-Studie ist es, die hausärztliche Versorgung von älteren, multimorbiden Patientinnen und Patienten zu verbessern, indem ihre Selbstwirksamkeitserwartungen in verschiedenen Bereichen gestärkt werden. Hierzu erheben die teilnehmenden Hausärztinnen und Hausärzte im Rahmen eines DMP-Routinetermins zunächst eine sog. „spirituelle Anamnese“ nach dem Gesprächsmodell SPIR, in dem sie zuvor geschult wurden. Spiritualität meint im Rahmen des Projekts all das, was dem Leben eines Menschen Sinn gibt und als Kraftquelle zur Verfügung steht. Im Rahmen dieses Gesprächs werden auch die Themen Einsamkeit und Selbstfürsorge (d.h. Dinge, die Patienten selbst durchführen können, außer Medikamente zu nehmen, um ihre Beschwerden zu lindern) angesprochen. Wenn ein Wunsch nach mehr Sozialkontakten oder Maßnahmen zur Selbstfürsorge besteht, vereinbaren die Hausärzte bzw. die medizinischen Fachangestellten Ziele mit den Patienten.  Hierfür werden den Hausarztpraxen Hilfsmittel zur Verfügung gestellt: „Infozepte“ mit leicht verständlichen Beschreibungen von Maßnahmen, die Patienten selbst durchführen können (z.B. Hausmittel oder Entspannungs- und Bewegungsübungen) und Zugriff auf eine Datenbank mit sozialen Angeboten für ältere Menschen in der unmittelbaren Umgebung der Praxen.


Das HoPES3-Programm wird von Oktober 2018 – September 2020 in einer explorativen, cluster-randomisierten Studie evaluiert.

 

Förderung:
Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert

Kooperationspartner:
Institut für Allgemeinmedizin und interprofessionelle Versorgung d. Universitätsklinikums Tübingen, Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie d. Technischen Universität München, Gesundheitstreffpunkt Mannheim

 

Kontakt
Dr. med. Cornelia Straßner

Referenzen

  1. Halisch F, Geppert U. Well-being in old age: The influence of self-efficacy, control beliefs, coping strategies, and personal goals. Results from the Munich Gold Study.
    http://psydok.psycharchives.de/jspui/handle/20.500.11780/1955
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