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ERKENNUNG BEHANDLUNGSBEDÜRFTIGER SCHLAFAPNOE DURCH ANALYSE DES ROUTINE-LANGZEIT-EKGS

Projektleitung: Dr. Christoph Maier

Kooperationen:
Hochschule Heilbronn, Fakultät für Informatik
Universitätsklinikum Heidelberg: Medizinische Klinik, Abteilung Innere Medizin III (Dr. med. Jörg Friedrich)


Kurzbeschreibung:

Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) repräsentieren ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem mit hoher Unfallgefährdung und gravierenden sozialen und kardiovaskulären Konsequenzen für Betroffene als auch immensen Kosten für die Allgemeinheit. SBAS sind meist gut therapierbar, werden aufgrund des aufwändigen und teuren diagnostischen Gold-Standards aber typischerweise erst spät erkannt. Durch eine frühere Diagnosestellung und Therapieeinleitung könnten die Lebensqualität und –erwartung der Patienten erheblich gesteigert werden bei gleichzeitiger Reduktion der Gesamtkosten.
Ein vielversprechender Ansatz für eine frühere Erkennung und Behandlung besteht in einem Screening des Langzeit-EKGs auf SBAS. Verschiedene Modulationen im EKG, die mittels signalanalytischer Verfahren quantifiziert werden können, erlauben Rückschlüsse auf die respiratorische Aktivität während des Schlafs. Bestehende Studien zur EKG-basierten Detektion von SBAS weisen trotz aussichtsreicher Erkennungsraten jedoch starke Limitationen insbesondere hinsichtlich Umfang und Zusammensetzung der untersuchten Kollektive und der EKG-Signalqualität auf.
Vor diesem Hintergrund beinhaltet das vorliegende Projekt die Erhebung eines weitestgehend unselektierten Routine-Langzeit-EKG-Kollektivs an 200 konsekutiven Patienten. Parallel zum EKG soll während der Nachtstunden eine ambulante Polygraphie abgeleitet werden, die als Referenz für die Erkennung von Atemereignissen aus dem EKG dient. Ein Teilziel der Studie ist die Abschätzung der Prävalenz von SBAS in einem allgemeinen Langzeit-EKG-Kollektiv sowie innerhalb verschiedener Subgruppen. Schwerpunktmäßig soll die Studie im Rahmen einer explorativen Datenanalyse untersuchen, inwieweit eine verlässliche Erkennung behandlungsbedürftiger SBAS durch Analyse des Routine-Langzeit-EKGs möglich ist, insbesondere auch unter der Randbedingung typischer Arrhythmien wie Vorhofflimmern.

Laufzeit: Seit 2015

MitarbeiterInnen des Instituts: H. Dickhaus


Atemsignale aus der Polysomnographie (blauer Hintergrund) während repetitiver gemischter Apnoen und aus dem EKG gewonnene Surrogat-Signale für die respiratorische Aktivität (gelber Hintergrund). Die Apnoe-Ereignisse spiegeln sich deutlich in den EKG-basierten Signalen wider.