Brustkrebs

Frauenheilkunde und Geburtshilfe Brustzentrum

Definition der Erkrankung

Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Jedes Jahr erkranken etwa 70 000 Frauen in Deutschland. Das Lebenszeitrisiko zu erkranken beträgt für eine Frau in Deutschland etwa 13% (Robert-Koch-Institut 2012).

Bei Männern ist eine Brustkrebserkrankung wesentlich seltener, es erkranken aber in Deutschland jedes Jahr auch etwa 600 Männer an Brustkrebs.

Weitere Informationen

Symptome

Eine Brustkrebserkrankung fällt häufig durch einen tastbaren Knoten in der Brust oder auch andere Veränderungen wie Hautveränderungen, eine eingezogene Brustwarze oder eine Flüssigkeitsabsonderung/ Ausfluss aus der Brustwarze auf. Durch Früherkennungsuntersuchungen wie die Mammographie oder das Intensivierte Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm für Frauen aus Risikofamilien können viele Tumoren heute auch schon diagnostiziert werden, bevor sie tastbar sind.

Ein Tastbefund oder die anderen beschriebenen Symptome haben aber in vielen Fällen auch gutartige Ursachen.

Ursachen

Brustkrebs ist eine multifaktorielle Erkrankung. Bis zu 10% aller Brustkrebsfälle sind genetisch bedingt. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken wird außerdem beispielsweise erhöht durch eine frühe Menarche (erste Regelblutung), späte Menopause (Wechseljahre), Nulliparität (Kinderlosigkeit), höheres Alter bei Geburt des ersten Kindes, Verzicht auf Stillen, Übergewicht nach den Wechseljahren, Hormonersatztherapie in oder nach den Wechseljahren, Zustand nach Bestrahlung im Brustbereich in jungem Altern (zum Beispiel bei Morbus Hodgkin).
Meistens lässt sich eine Brustkrebserkrankung aber nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen.

Diagnose

Essentiell ist bei Veränderungen der Brust eine zeitnahe und umfassende Diagnostik und Beratung über das weitere Vorgehen.
Diese können wir Ihnen über unsere Brustsprechstunde/ Abteilung Senologie anbieten.

Auch Männer mit Veränderungen der Brust, zum Beispiel mit tastbaren Knoten, können sich zur weiteren Abklärung in unserem Brustzentrum vorstellen.

 

Krankheitsverlauf

Aufgrund der vielfältigen Therapiemöglichkeiten ist Brustkrebs heute eine sehr gut behandelbare und in vielen Fällen heilbare Erkrankung. Das verdeutlichen auch die Langzeitdaten unseres Brustzentrums.

Folgeerkrankungen

In einigen Fällen sind bei der Diagnosestellung einer Brustkrebserkrankung Metastasen vorhanden. In diesem Fall ist die onkologische Ambulanz der Frauenklinik im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) der erste Ansprechpartner.

Ablauf der Behandlung

Alle Frauen und auch Männer, bei denen eine Brustkrebserkrankung festgestellt wird, werden durch unsere Pflegeexpertinnen für Brusterkrankungen/ Breast Care Nurses betreut. Diese unterstützen auch bei organisatorischen Fragen.

Wir verweisen auch auf den „Leitfaden durch Diagnostik und Therapie am Universitäts-Brustzentrum Heidelberg“. Hier finden Sie Informationen zu den Abläufen der Behandlung. (-> Link Broschüre des Medienzentrums)

Die weiteren Behandlungsschritte werden jeweils in einer interdisziplinären Fallkonferenz, auch Tumorboard genannt,  festgelegt.

Diese Fallkonferenzen sind ein Zentrales Element der interdisziplinären Zusammenarbeit im Universitäts-Brustzentrum. Hierzu kommen die Experten der Kooperationspartner zusammen und diskutieren für jede Patientin (jeden Patienten) auf der Basis vorliegender Befunde, Patientinnen- / Patientenwünsche und aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft die bestmögliche Therapieempfehlung.

Wir führen folgende Konferenzen durch:

Prätherapeutische Konferenz

Hierbei wird nach Abschluss und Vorliegen aller erforderlicher diagnostischer Befunde und Ergebnisse eine Empfehlung  für mögliche therapeutische Optionen erarbeitet. Dies kann von der Empfehlung zu einer Chemotherapie über die Empfehlung zu einer brusterhaltenden Operation mit komplexer onkoplastischer Rekonstruktion bis zur Brustentfernung mit anschließender Bestrahlung gehen.

Postoperative pathologisch-radiologische Korrelationskonferenz

Um die Qualität der operativen Therapie zu sichern, werden nach jeder Operation pathologische, operative und bildgebende Befund gemeinsam evaluiert und diskutiert.

Postoperative Konferenz

In dieser Konferenz werden alle weiteren Therapieempfehlungen (Strahlentherapie, Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie) erarbeitet, die der abgeschlossenen operativen Therapie folgenden.

Mögliche Komplikationen / Risiken

Komplikationen durch die Behandlung sind selten. Im Detail besprechen Sie Risiken und Komplikationen bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Nachsorge

Die Nachsorge erfolgt in der Regel durch niedergelassene Gynäkologen und Radiologen.

Die Nachsorgeintervalle werden in der S3-Leitlinie (Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms) festgelegt.

Bei unklaren oder auffälligen Befunden in der Nachsorge ist selbstverständlich eine kurzfristige Vorstellung zur weiteren Diagnostik in unserer Brustsprechstunde möglich.

Häufige Nachfragen

Wo wende ich mich hin wenn…

...ich eine Auffälligkeit im Bereich der Brust bemerkt habe, zum Beispiel einen tastbaren Knoten oder Flüssigkeitsabsonderung/ Ausfluss aus der Brustwarze, oder bei meinem Gynäkologen/ Radiologen auffällige Befunde erhoben wurden:

Bitte wenden Sie sich zu Abklärung an die Brustsprechstunde.

bei mir bereits eine Brustkrebserkrankung festgestellt wurde und ich mich in Heidelberg behandeln lassen oder eine Zweitmeinung einholen möchte:

Bitte wenden Sie sich zur Vorstellung an die Brustsprechstunde.

... ich mich über einen rekonstruktiven Eingriff an der Brust/ einen Brustwiederaufbau informieren möchte:

Bitte vereinbaren Sie einen Termin für unsere mammachirurgische Sprechstunde am NCT.

...bei mir eine Brustkrebserkrankung mit Metastasen festgestellt wurde:

In diesem Fall wenden Sie sich bitte an die die onkologische Ambulanz der Frauenklinik im NCT.

... in meiner Familie gehäuft Brust- und/oder Eierstockkrebs auftritt und ich mich über weitere Maßnahmen informieren möchte, oder bereits eine genetische Veränderung wie zum Bespiel eine Mutation in einem BRCA-Gen festgestellt wurde:

In diesem Fall wenden Sie sich bitte zunächst an die Genetische Poliklinik.

... ich eine Bestrahlung bei Morbus Hodgkin erhalten habe und mich nun über Früherkennungsmaßnahmen für Brustkrebs informieren möchte:

In diesem Fall nehmen Sie bitte direkt Kontakt auf mit PD Dr. Sarah Schott:

E-Mail

Das zeichnet uns aus

Unser Brustzentrum ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zertifiziert.

Unsere Qualitätspolitik und -ziele:
Alle Kooperationspartner setzen sich gemeinschaftlich für eine optimale Versorgung von Patientinnen (und Patienten) mit Brusterkrankungen ein, engagieren sich als universitäres Zentrum in Forschung, Lehre, Fort- und Weiterbildung.

Modernste Ausstattung und ein erfahrenes, spezialisiertes Team sind die Voraussetzung für eine hervorragende Qualität.

Am Universitäts-Brustzentrum Heidelberg werden modernste Geräte von erfahrenen, spezialisierten Fachärzten eingesetzt.

Wir legen größten Wert auf Individualität

Wir behandeln jährlich etwa 600 Patientinnen, die erstmals von Brustkrebs betroffen sind. Ebenso viele kommen aus ganz Deutschland zu uns, weil sie erneut erkrankt sind. Damit sind wir eines der größten Brustzentren in Deutschland. Dennoch nehmen wir uns für jede Patientin (und jeden Patienten) Zeit, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen.

In den letzten Jahren haben im Rahmen eines individuellen Therapiekonzeptes unseres Brustzentrums immer weniger Frauen mit frühem Brustkrebs eine Chemotherapie bekommen/ erhalten/ durchlaufen. Wenn eine Chemotherapie gegeben wurde, erfolgte diese immer häufiger vor der operativen Therapie.

Schwerpunkte

Wir bieten Ihnen das gesamte Spektrum der Mammadiagnostik, sowie der interdisziplinären Beratung und Therapie von Brusterkrankungen inklusive der Brustrekonstruktion.

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Michael Golatta

    MHBA, Ausbilder nach § 8 der US-Verordnung, MIC I, DEGUM III Kursleiter

    Schwerpunkt

    Mammadiagnostik und Mammachirurgie


  • Dr. med. Christina Gomez

    DEGUM II


  • Dr. med. Aba Harcos

    DEGUM II

    Schwerpunkt

    Senologische Diagnostik

  • Prof. Dr. med. Jörg Heil

    DEGUM III


  • OA Dr. med. Hans Junkermann

    Schwerpunkt

    Senologische Diagnostik


  • Dr. med. Anne Stieber


  • OA Prof. Dr. med. Joachim Rom

    Schwerpunkt

    Gynäkologische Onkologie, Spezielle Gynäkologische Onkologie, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin


  • Prof. Dr. med. Florian Schütz


  • OÄ Dr. med. Maria Blumenstein

    Schwerpunkt

    Mammachirurgie


  • Prof. Dr. med. Sarah Schott

    Schwerpunkt

    Palliativmedizin