Brustkrebs des Mannes

Frauenheilkunde und Geburtshilfe Brustzentrum

Definition der Erkrankung

Bei Männern ist eine Brustkrebserkrankung wesentlich seltener, ca. 1% der Brustkrebserkrankungen treten beim Mann auf. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 600 Männer an Brustkrebs.  Histologisch wird bei etwa 90% der männlichen Patienten ein invasiv duktales Karzinom gefunden.

Grundsätzlich verlaufen Diagnose, Einteilung und Behandlung ähnlich wie bei Frauen mit einigen wichtigen Unterschieden und Besonderheiten.

Weitere Informationen

Symptome

Eine Brustkrebserkrankung fällt häufig durch einen tastbaren Knoten in der Brust oder auch andere Veränderungen wie Hautveränderungen, eine eingezogene Brustwarze oder eine Sekretion aus der Brustwarze auf.

Ein Tastbefund oder die anderen beschriebenen Symptome haben aber in vielen Fällen auch gutartige Ursachen.

Ursachen

Brustkrebs ist eine multifaktorielle Erkrankung. Bis zu 10% aller  männlichen Brustkrebsfälle sind genetisch bedingt. (-> Link Familiärer Brustkrebs) Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken wird außerdem beispielsweise erhöht durch Vorliegen eines Klinefelter Syndroms, gestörte Hormonbalance, Gonadenerkrankungen, langjährige oder hochdosierte Bestrahlung im Brustbereich, Gynäkomastie, Adipositas, hoher Alkoholkonsum.

Meistens lässt sich eine Brustkrebserkrankung aber nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen.

Diagnose

Essentiell ist bei Veränderungen der Brust eine zeitnahe und umfassende Diagnostik und Beratung über das weitere Vorgehen.

Diese können wir Ihnen auch für Männer über unsere Brustsprechstunde/ Abteilung Senologie anbieten. Im Gegensatz zu den Frauen gibt es kein Früherkennungsprogramm.

Krankheitsverlauf

Aufgrund der vielfältigen Therapiemöglichkeiten ist Brustkrebs heute eine sehr gut behandelbare und in vielen Fällen heilbare Erkrankung. Das verdeutlichen auch die Langzeitdaten unseres Brustzentrums.

Folgeerkrankungen

In einigen Fällen sind bei der Diagnosestellung einer Brustkrebserkrankung Metastasen vorhanden. In diesem Fall ist die onkologische Ambulanz der Frauenklinik im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) der erste Ansprechpartner.

Ablauf der Behandlung

Alle Frauen und Männer, bei denen eine Brustkrebserkrankung festgestellt wird, werden durch unsere Pflegeexpertinnen für Brusterkrankungen/ Breast Care Nurses mitbetreut.  Diese unterstützen auch bei organisatorischen Fragen.

Wir verweisen auch auf den „Leitfaden durch Diagnostik und Therapie am Universitäts-Brustzentrum Heidelberg“. Hier finden Sie Informationen zu den Abläufen der Behandlung. 

Die weiteren Behandlungsschritte werden jeweils in einer interdisziplinären Fallkonferenz, auch Tumorboard genannt,  festgelegt.

Diese Fallkonferenzen sind ein Zentrales Element der interdisziplinären Zusammenarbeit im Universitäts-Brustzentrum. Hierzu kommen die Experten der Kooperationspartner zusammen und diskutieren für jede Patientin (jeden Patienten) auf der Basis vorliegender Befunde, Patientinnen- / Patientenwünsche und aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft die bestmögliche Therapieempfehlung.

Wir führen folgende Konferenzen durch:

  • prätherapeutische Konferenz: Hierbei wird nach Abschluss und Vorliegen aller erforderlicher diagnostischer Befunde und Ergebnisse eine Empfehlung  für mögliche therapeutische Optionen erarbeitet. Dies kann von der Empfehlung zu einer Chemotherapie über die Empfehlung zu einer brusterhaltenden Operation mit komplexer onkoplastischer Rekonstruktion bis zur Brustentfernung mit anschliessender Bestrahlung gehen.
  • postoperative pathologisch-radiologische Korrelationskonferenz: um die Qualität der operativen Therapie zu sichern, werden nach jeder Operation pathologische, operative und bildgebende Befund gemeinsam evaluiert und diskutiert.
  • postoperative Konferenz: in dieser Konferenz werden alle weiteren, der abgeschlossenen operativen Therapie folgenden Therapieempfehlungen (Strahlentherapie, Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie) erarbeitet.

Mögliche Komplikationen / Risiken

Komplikationen durch die Behandlung sind selten. Im Detail besprechen Sie Risiken und Komplikationen bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Häufige Nachfragen

Wo wende ich mich hin wenn…

Ich eine Auffälligkeit im Bereich der Brust bemerkt habe (zum Beispiel einen tastbaren Knoten oder Sekretion aus der Brustwarze, oder bei meinem Gynäkologen/ Radiologen auffällige Befunde erhoben wurden

Abklärung über die Brustsprechstunde. In diesem Fall möchten wir Sie bitten, alle Vorbefunde und Unterlagen mitzubringen, das betrifft insbesondere bereits erhobene radiologische Befunde, die Bilddaten von bereits durchgeführten Mammographien oder Mamma-MRT- Untersuchungen auf CD gebrannt.

Bei mir bereits eine Brustkrebserkrankung festgestellt wurde und ich mich in Heidelberg behandeln lassen oder eine Zweitmeinung einholen möchte

Vorstellung in der Brustsprechstunde. In diesem Fall möchten wir Sie bitten, alle Vorbefunde und Unterlagen mitzubringen, das betrifft insbesondere bereits erhobene radiologische Befunde, die Bilddaten von bereits durchgeführten Mammographien oder Mamma-MRT- Untersuchungen auf CD gebrannt, sowie histologische Befunde.

Ich mich über einen rekonstruktiven Eingriff an der Brust/ einen Brustwiederaufbau informieren möchte

Ein Termin für unsere mammachirurgische Sprechstunde kann vereinbart werden unter 06221- 56 7883.

Bei mir eine Brustkrebserkrankung mit Metastasen festgestellt wurde

In diesem Fall wenden Sie sich an die die onkologische Ambulanz der Frauenklinik im NCT.

In meiner Familie gehäuft Brust- und/oder Eierstockkrebs auftritt und ich mich über weitere Maßnahmen informieren möchte, oder bereits eine genetische Veränderung wie zum Bespiel eine Mutation in einem BRCA-Gen festgestellt wurde

In diesem Fall wenden Sie sich bitte zunächst an die Genetische Poliklinik

Das zeichnet uns aus

Unser Brustzentrum ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zertifiziert.

Unsere Qualitätspolitik und -ziele:

Alle Kooperationspartner  setzen sich gemeinschaftlich für eine optimale Versorgung von Patientinnen (und Patienten) mit Brusterkrankungen ein, engagieren sich als universitäres Zentrum in Forschung , Lehre, Fort- und Weiterbildung.

Modernste Ausstattung und ein erfahrenes, spezialisiertes Team sind die Voraussetzung für eine hervorragende Qualität.

Am Universitäts- Brustzentrum Heidelberg werden modernste Geräte von erfahrenen, spezialisierten Fachärzten eingesetzt.

Wir legen größten Wert auf Individualität

Wir behandeln jährlich etwa 600 Fälle, die erstmals von Brustkrebs betroffen sind. Ebenso viele kommen aus ganz Deutschland zu uns, weil sie erneut erkrankt sind. Damit sind wir eines der grössten Brustzentren in Deutschland. Dennoch nehmen wir uns für jede Patientin und jeden Patienten Zeit um einen individuellen Therapieplan zu erstellen. 

In den letzten Jahren haben im Rahmen eines individuellen Therapiekonzeptes in unserem Brustzentrum immer weniger Patienten mit frühem Brustkrebs eine Chemotherapie bekommen. Wenn eine Chemotherapie gegeben wurde, erfolgte diese immer häufiger vor der operativen Therapie.

 

Schwerpunkte

Wir bieten Ihnen das gesamte Spektrum der Mammadiagnostik, sowie der interdisziplinären Beratung und Therapie von Brusterkrankungen.

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Michael Golatta

    MHBA, Ausbilder nach § 8 der US-Verordnung, MIC I, DEGUM III Kursleiter

    Schwerpunkt

    Mammadiagnostik und Mammachirurgie


  • Dr. med. Christina Gomez

    DEGUM II


  • OA Dr. med. Aba Harcos

    DEGUM II

    Schwerpunkt

    Senologische Diagnostik

  • Prof. Dr. med. Jörg Heil

    DEGUM III


  • OA Dr. med. Hans Junkermann

    Schwerpunkt

    Senologische Diagnostik


  • Martin Stieber

    Schwerpunkt

    unterrichtet alle Schülerinnen und Schüler der Klinikschule in den Fächern Mathematik, Wirtschaft und weitere Verbundfächer.


    06221 56-8408

Pflegepersonal

  • Gabriele Schwind

    Leitung der Gynäkologie, IMC, AOP und Notfallambulanz