Durale arterio-venöse Fisteln (dAVF)
Definition der Erkrankung
Was sind Arterio-venöse Fisteln?
Arterio-venöse Fisteln sind seltene Kurzschlussverbindungen zwischen einer Arterie und einer Vene und können sowohl im Gehirn wie auch im Rückenmark auftreten. Problematisch sind solche Kurzschluss Verbindungen im zentralen Nervensystem, wenn durch ein Missverhältnis von Zufluss und Abfluss das Gefäßsystem unter Druck gerät und hierdurch Blutungen entstehen können. Zudem kann insbesondere durch die Überlastung des venösen Drainagesystems im Gehirn durch ein arterielles Kurzschluss Gefäß ein venöser Rückstau entstehen, was Symptome von Kopfschmerzen und Ohrgeräuschen bis hin zu neurologischen Defiziten oder epileptischen Anfällen auslösen kann.
Symptome von arterio-venösen Fisteln:
Häufig werden arteriovenöse Fisteln durch unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, pulssynchrone Ohrgeräusche oder Tinnitus diagnostiziert. Seltener liegen neurologische Defizite wie Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen und vor. Arterio-venöse Fisteln bergen zum anderen das Risiko für das Auftreten einer Hirnblutung, was ein kritisches und lebensbedrohliches Krankheitsbild sein kann. Insbesondere bei arteriovenösen Fisteln im Bereich des Rückenmarks entsteht häufig eine Rückenmarksschwellung durch einen venösen Rückstau, was sich dann in einer Querschnittssymptomatik äußert.
Diagnostik bei arteriovenösen Fisteln:
Das MRT sowie die MR-Angiografie und MR Venografie sind heutzutage Standard in der Diagnostik von arteriovenösen Fisteln. Ziel ist es hier die Fistel-Gefäße und den sogenannten Fistelpunkt zu lokalisieren. Zudem ist auch eine konventionelle digitale Subtraktionsangiografie zur genauen Beurteilung der Fluss-Architektur notwendig. Während bei manchen Fisteln das Verhältnis von arteriellem Zustrom und venösem Abstrom in einem guten Gleichgewicht stehen, zeigen sich häufig auch große, aufgestaute Venensysteme als Zeichen eines Missverhältnisses. In diesen Fällen ist zur Vermeidung einer Blutung häufig eine Behandlung indiziert.
Behandlung der arterio-venösen Fisteln
Analog zu anderen arteriovenösen Malformationen (z. B. AVM) werden Fälle mit arteriovenösen Fisteln in einer interdisziplinären Konferenz aus Neurochirurgie, Neurologie, Neuroradiologie und Strahlentherapie gemeinsam erörtert und das weitere Vorgehen interdisziplinär festgelegt.
Ziel einer Behandlung ist der Verschluss des Fistelpunktes um das Blutungsrisiko zu minimieren, bzw. den pathologischen Fluss in den arteriell gefüllten Venen zu normalisieren und somit z.B. ein entstandenes Ödem im Rückenmark, das bis zum Querschnittssyndrom des Patienten führen kann, zu normalisieren.
Dabei kommen verschiedenen Techniken zum Einsatz. Je nach Lage und Ausdehnung der Fistel, kann diese durch eine mikrochirurgische Operation verschlossen werden. Alternativ kommen auch endovaskuläre Verfahren (Embolisation, Coiling) zum Einsatz.
Bei spinalen AV-Fisteln (Grad I) sind die mikrochirurgischen Behandlungsverfahren einer endovaskulären Therapie eindeutig überlegen und führen in einer überwiegenden Zahl der Fälle zu einem Fistelverschluss und einer Rückbildung der Querschnitts-Symptomatik.
Das zeichnet uns in der Behandlung arterio-venöser Fisteln aus:
Jahrzehntelange Erfahrung und höchste Expertise bei der interdisziplinären und intensivmedizinsichen Behandlung von Patienten mit Missbildungen der Blutgefäße des Gehirns und Rückenmarks
Umfassende medizintechnische Ausstattung von der Diagnostik über OP-Verfahren bis hin zur intensivmedizinischen Versorgung: ICG-Angiografie, Intraoperative Mikro-Dopplersonografie, intraoperatives CT und MRT, OP-Navigation, Intraoperatives Neuromonitoring, intraoprative Bildbearbeitung (Buzz on wall), spezielle Ausstattung für Kernspinaufnahmen beatmeter Intensiv-Patienten
Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den benachbarten Fachkliniken des Universitätsklinikums Heidelberg sowie weiteren Fachkliniken für Frührehabilitation