Definition der Erkrankung
Ellenbogenbrüche – Präzise Diagnostik und individuelle Behandlung für ein funktionsfähiges Gelenk
Was sind „Ellenbogenbrüche“
Brüche im Bereich des Ellenbogens – insbesondere Radiuskopffrakturen und distale Humerusfrakturen – gehören zu den komplexeren Verletzungen der oberen Extremität. Eine exakte Diagnostik und gezielte, oft operative Therapie sind entscheidend, um die Beweglichkeit des Gelenks zu erhalten und langfristige Einschränkungen zu vermeiden.
Radiuskopffraktur
Der Radiuskopf (Speichenkopf) ist essenziell für die Beweglichkeit und Stabilität des Ellenbogengelenks. Brüche in diesem Bereich treten häufig bei Stürzen auf den ausgestreckten Arm auf.
Behandlungsmöglichkeiten:
Nicht-operative Behandlung: Bei nicht verschobenen oder nur gering verschobenen Brüchen ist eine konservative Therapie möglich. Diese umfasst eine kurze Ruhigstellung (z. B. in einer Schiene) und frühfunktionelle Bewegungstherapie, um Versteifungen zu vermeiden.
- Operative Versorgung: Bei instabilen oder deutlich verschobenen Brüchen erfolgt die osteosynthetische Versorgung mit Mini-Schrauben oder speziellen Platten über einen gelenknahen Zugang. In Fällen starker Zerstörung des Radiuskopfes kann ein künstlicher Radiuskopf (Radiuskopfprothese) eingesetzt werden, um die Gelenkmechanik wiederherzustellen. Nicht selten liegen zusätzlich Bandverletzungen vor, die bei der operativen Versorgung des Speichenkopfes mit adressiert werden müssen.
Distale Humerusfraktur - Bruch des ellenbogennahen Oberarms
Die sogenannte distale Humerusfraktur betrifft den unteren Abschnitt des Oberarmknochens und ist meist durch komplexe Bruchlinien und Gelenkbeteiligung gekennzeichnet. Sie tritt häufig bei Hochrasanztraumata oder bei älteren Menschen mit Osteoporose auf.
Behandlungsmöglichkeiten:
- Osteosynthese: Bei jüngeren und aktiven Patienten erfolgt meist eine rekonstruktive Versorgung mit anatomisch geformten Platten- und Schraubensystemen, um die Gelenkflächen exakt wiederherzustellen und eine frühe Mobilisation zu ermöglichen.
- Ellenbogenprothese: Bei Trümmerfrakturen oder stark geschädigtem Knochen, insbesondere bei älteren Patienten, kann eine Gelenkprothese (Totalendoprothese des Ellenbogens) notwendig sein. Diese ersetzt das zerstörte Gelenk vollständig und erlaubt eine schmerzfreie, funktionelle Bewegung im Alltag.
Nachbehandlung – Beweglichkeit und Funktion gezielt wieder aufbauen
Ein strukturierter Rehabilitationsplan ist essenziell, um eine dauerhafte Bewegungseinschränkung zu verhindern:
- Frühzeitige physiotherapeutische Übungen sowie kontrollierte Eigenübungen
- Stufenweise Belastungssteigerung
- Individuelle Nachkontrollen mit Röntgen zur Beurteilung der Heilung
Langfristiges Ziel: vollständige Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Alltagstauglichkeit

