Universitätsklinikum Heidelberg

Definition der Erkrankung

Oberarmkopfbruch – Eine häufige Verletzung – Individuelle Therapie für die bewegliche Schulter

Was ist ein Oberarmkopfbruch?

Ein Oberarmkopfbruch bezeichnet die Fraktur des oberen Endes des Oberarmknochens (Humerus), nahe dem Schultergelenk. Diese Region ist besonders wichtig für die Beweglichkeit des Arms und das reibungslose Funktionieren der Schulter. Der Bruch kann einfach oder mehrfach sein und unterschiedliche Strukturen des Gelenks betreffen.

 

Ursachen und typische Beschwerden

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Stürze auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm – insbesondere bei älteren Menschen mit Osteoporose
  • Verkehrs- oder Sportunfälle bei jüngeren Patienten

     

Typische Beschwerden:

  • Plötzlicher Schmerz im Schulterbereich
  • Schwellung und Bluterguss
  • Bewegungseinschränkung oder Unfähigkeit, den Arm zu heben
  • Druckempfindlichkeit im Bereich des Oberarmkopfs
  • In schweren Fällen: sichtbare Fehlstellung oder Abwinkeln des Arms

 

Individuelle Therapie – konservativ oder operativ

Die Wahl der Therapie hängt ab von:

  • Art und Anzahl der Bruchfragmente
  • Verlagerung (Dislokation) der Knochenstücke
  • Alter, Knochenqualität und Aktivitätsgrad der Patientin oder des Patienten

Konservative Therapie

Einfachere, stabil stehende Brüche ohne wesentliche Verschiebung können häufig ohne Operation behandelt werden. Die Schulter wird kurzfristig ruhiggestellt (z. B. mit einer Schlinge), danach beginnt die funktionelle Nachbehandlung mit gezielter Physiotherapie.

Operative Therapie

Bei verschobenen, instabilen oder komplexen Brüchen kann eine Operation notwendig sein. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:

  • Rekonstruktion des Bruches (mit Platten und Schrauben)
  • In schweren Fällen, insbesondere bei älteren Patienten: Ersatz des Schultergelenkes (Schultergelenkprothese)

 

Ziel ist stets die Wiederherstellung der Gelenkfunktion und die Vermeidung dauerhafter Bewegungseinschränkungen.

 

Nachbehandlung – der Schlüssel zur Wiederherstellung

Die Nachsorge ist entscheidend für den Therapieerfolg – unabhängig davon, ob operativ oder konservativ behandelt wurde. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den nachbehandelnden Physiotherapeuten, um ein bestmögliches Therapieergebnis zu erzielen.

  • Frühe Mobilisation der Schulter unter physiotherapeutischer Anleitung
  • Angepasste Schmerztherapie zur Unterstützung der Übungen
  • Regelmäßige Verlaufskontrollen mit Röntgen
  • Aufbau von Muskelkraft und Beweglichkeit über mehrere Wochen

Je nach Bruchtyp und individuellem Verlauf kann die volle Belastbarkeit nach 8–16 Wochen wieder erreicht werden.

 

Unsere Expertise – Ihr Vorteil

Unser spezialisiertes Team aus Unfallchirurgen, Schulterchirurgen und Physiotherapeuten bietet Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene, evidenzbasierte Therapie – von der ersten Diagnostik über die operative Versorgung bis zur individuell abgestimmten Rehabilitation.
Unser Ziel: Schmerzfreiheit, Stabilität und maximale Beweglichkeit Ihrer Schulter.

Christine Gugau

Christine Gugau

Sekretärin
Portrait von Dr. med. Christian Schamberger
Dr. med. Christian Schamberger

Bereichsleiter Obere Extremität Trauma
Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie
Spezielle Unfallchirurgie
Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE)
Stellvertretender Durchgangsarzt
Leitender Arzt Ultraschallabteilung