Rhizarthrose / Daumensattelgelenksarthrose

Bereich Hand- und Mikrochirurgie

Definition der Erkrankung

Die Daumensattelgelenksarthrose stellt die häufigste Verschleißerscheinung an der Hand dar. Frauen nach der Menopause sind von dieser Form des Gelenkverschleißes am häufigsten betroffen.

Oft liegt eine Rhizarthrose an beiden Daumensattelgelenken vor. Die Daumensattelgelenksarthrose beginnt normalerweise schleichend. Es treten häufig belastungsabhängige Schmerzen über dem Daumenballen sowie über der Streckseite des Daumensattelgelenkes auf.

Weitere Informationen

Symptome

Bei der Untersuchung kann der Arzt einen deutlichen Druckschmerz über dem Daumensattelgelenk auslösen. Außerdem lassen sich meist auch schmerzhafte Krepitationen (Reibegeräusche) feststellen.

Ursachen

Als Ursachen für den Verschleiß des Gelenkknorpels nimmt man hormonelle Einflüsse, angeborene Bandschwächen mit daraus resultierender Instabilität und/oder eine Formabweichung an den gelenkbildenden Knochen an. Auch nach Verletzungen des Gelenkes kann es zum Verschleiß kommen.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand des Untersuchungsbefundes und einer Röntgenaufnahme gestellt.

Krankheitsverlauf

Typisch für ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung ist beispielsweise die Unfähigkeit, Schraubgläser zu öffnen (zunehmende Schmerzen und Kraftminderung). Die Veränderungen schränken auch das Abspreizen sowie die Kreisbewegung des Daumens deutlich ein. Beim Fortschreiten der Arthrose kann das Abspreizen des 1. Mittelhandknochens durch knöcherne Veränderungen teilweise sogar ganz unmöglich werden, was wiederum zu einer Überstreckung im Grundgelenk führt.

Ablauf der Behandlung

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Operation bei der Behandlung einer Daumensattelgelenksarthrose ist die Entfernung des großen Vieleckbeins (Trapezektomie). Bei dieser Standardoperation werden mit der Entfernung des Vieleckbeins manchmal begleitende Maßnahmen durchgeführt, etwa die Fesselung der Basis des 1. Mittelhandknochens an der Basis des 2. Mittelhandknochens mit einem Sehnenstreifen.

In seltenen Fällen wird das erkrankte Daumensattelgelenk durch ein Kunstgelenk ersetzt. Der Vorteil dieser Methode liegt in der schnelleren Rehabilitation. Im Vergleich zur Trapezektomie beträgt diese nur etwa sechs Wochen. Der entscheidende Nachteil ist jedoch die im Laufe der Jahre zu erwartende Lockerung des Kunstgelenkes im Knochen. Das hat unter Umständen eine erneute Operation mit Entfernung der Prothese und anschließender Trapezektomie zur Folge.

Mögliche Komplikationen / Risiken

Verkürzung des Daumenstrahls, Kraftverlust, Instabilität des Daumens

Nachsorge

Die Rehabilitation nach einer Trapezektomie ist relativ langwierig. So wird in aller Regel der operierte Daumen für 3-6 Wochen in einer Schiene oder Orthese ruhiggestellt, bevor eigenständige und ggf. physiotherapeutisch angeleitete Bewegungsübungen möglich sind. Bis der Daumen wieder normal und kraftvoll eingesetzt werden kann, vergehen normalerweise mindestens drei Monate. Bei einigen Patienten dauert der Genesungsprozess auch deutlich länger.

Schwerpunkte

Mittelhand und Finger:

  • Behandlung von Brüchen und Luxationsverletzungen der Mittelhandknochen und Finger
  • Seitenbandrekonstruktion beim Skidaumen
  • Operation der Ringbandstenose (Schnappfinger)
  • Therapie von Streck- und Beugesehnenverletzungen
  • Fingeramputationsbehandlung
  • Beratung und Therapie bei Morbus Dupuytren
  • Therapie bei rheumatischen und arthrotischen Veränderungen der Fingergelenke
  • Gelenkmobilisation (Arthrolyse)
  • Behandlung von Weichteilverletzungen und Entzündungen (Phlegmone)
  • Therapie von Verletzungen und Entzündungen des Nagelorgans
Intramedullärer Kirschnerdraht bei Mittelhandfraktur
Plattenosteosynthese bei Bruch des ersten Mittelhandknochens