Universitätsklinikum Heidelberg

Definition der Erkrankung

Schultereckgelenksprengung – Wenn die Verbindung zwischen Schulter und Schlüsselbein reißt

Was ist eine Schultereckgelenksprengung?

Die Schultereckgelenksprengung – medizinisch als ACG-Sprengung (Acromioclaviculargelenk-Sprengung) bezeichnet – ist eine Verletzung des Gelenks zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins und dem Schulterdach (Acromion). Dabei werden die stabilisierenden Bänder teilweise oder vollständig überdehnt oder reißen komplett. Diese Verletzung führt zu einer Instabilität im Schultereckgelenk.

 

 

Ursachen und typische Beschwerden

Ursächlich ist meist ein Sturz direkt auf die Schulter, wie er häufig bei Fahrrad-, Ski- oder Kontaktsportarten vorkommt. Die Kraft wirkt dabei auf das Schulterdach und trennt die Verbindung zum Schlüsselbein.

Typische Beschwerden sind:

  • Schwellung und Druckschmerz über dem Schultereckgelenk
  • Eine sichtbare Stufe zwischen Schlüsselbein und Schulterdach („Klaviertastenphänomen“)
  • Bewegungsschmerzen vor allem bei Überkopfbewegungen oder beim Heben des Arms
  • Kraftverlust und Instabilitätsgefühl im Schultergelenk

Je nach Schweregrad (Rockwood-Klassifikation I–VI) reichen die Verletzungen von einer bloßen Überdehnung bis zur kompletten Zerreißung der Bänder und deutlicher Fehlstellung.

 

Individuelle Therapie – konservativ oder operativ

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung, dem Funktionsanspruch und den individuellen Bedürfnissen der Patienten.

Konservative Therapie

Bei leichteren Verletzungen (Rockwood I–II) ist meist keine Operation notwendig. Die Schulter wird zunächst ruhiggestellt (z. B. mit einer Armschlinge), gefolgt von physiotherapeutischen Übungen zur schrittweisen Mobilisation und Kräftigung. Ziel ist eine schmerzfreie Schulter mit voller Belastbarkeit.

Operative Therapie

Bei höhergradigen Verletzungen (Rockwood III–VI) oder bei sportlich oder beruflich stark aktiven Patienten kann eine Operation sinnvoll sein. Dabei wird das Schultereckgelenk durch spezielle Implantate stabilisiert und anatomisch wiederhergestellt. Unter anderem bieten wir modernste arthroskopische Techniken an. Diese minimal-invasiven Verfahren ermöglichen eine präzise Rekonstruktion der verletzten Bänder bei gleichzeitig geringerer Belastung für den Patienten. Ziel ist eine zuverlässige Stabilität und langfristige Schmerzfreiheit.

 

Nachbehandlung – Stabilität und Funktion gezielt wiederherstellen

Die Nachsorge richtet sich nach der gewählten Therapieform:

  • Nach konservativer Therapie: Frühzeitige, geführte Mobilisation durch Physiotherapie mit schrittweiser Steigerung der Belastung
  • Nach Operationen: Der Arm wird einige Wochen in einer Orthese ruhiggestellt, aus der Orthese sollten täglich Übungen für die Schulter und die angrenzenden Gelenke erfolgen. Bis zu 8 Wochen wird die Armhebung auf 90° limitiert, auch Stützbelastungen müssen in dieser Zeit vermieden werden, Drehbewegungen dürfen sofort durchgeführt werden.
  • Rückkehr zu Sport und Belastung: Eine Vollbelastung im Alltag ist in der Regel nach 12 Wochen möglich, ein Sportartspezifisches Training für high-impact Sportarten sollte frühestens ab dem 7. Monat beginnen.
Christine Gugau

Christine Gugau

Sekretärin
Portrait von Dr. med. Christian Schamberger
Dr. med. Christian Schamberger

Bereichsleiter Obere Extremität Trauma
Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie
Spezielle Unfallchirurgie
Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE)
Stellvertretender Durchgangsarzt
Leitender Arzt Ultraschallabteilung