Schulterverletzungen

Sektion Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Definition der Erkrankung

Bruch der Knochen, die das Schultergelenk bilden

Weitere Informationen

Symptome

Schmerzen, Instabilität, Fehlstellung

Ursachen

Das Schultergelenk ist ein komplexes Gelenk welches sich aus dem Oberarm dem Schulterblatt und dem Schultereckgelenk zusammensetzt. Es wird über ein ausgeklügeltes muskuläres System, der Rotatorenmanschette, bewegt und stabilisiert. Hierbei ist der Oberarmkopf zum einen Ansatz und Ursprung von zahlreichen Muskeln und Sehnen welches den großen Bewegungsumfang des Schultergelenkes ermöglicht.

Knochenbrüche im Bereich des Oberarmkopfes sind häufig und treten bis zu 342 Mal pro 100000 Einwohner pro Jahr auf. Insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittenem Alter machen diese Verletzungen einen Großteil der Frakturen aus und stellen bei Frauen über 40 Jahren 73% der Frakturen dar.

Verletzungen des Schultereckgelenkes stellen insbesondere bei jüngeren sportlichen Patienten eine häufige Verletzung dar und treten in etwa in 7% aller Sportverletzungen auf.

Selten sind Brüche des Schulterblatts, die häufig im Rahmen von Hochrasanzunfällen entstehen.

Diagnose

Das wichtigste Entscheidungskriterium beim Vorliegen einer Schulterverletzung ist die exakte Diagnostik der genauen Verletzungsfolge. Bei knöchernen Verletzungen kommt hierbei der Röntgendiagnostik ein großer Stellenwert zu, welche um CT-Schichtaufnahmen ergänzt werden kann. Bei weichteiligen Verletzungen stellt sowohl die Ultraschalluntersuchung als auch die MR-Tomographie das Mittel der Wahl dar. Mittels kontrastverstärkter Ultraschalluntersuchung (CEUS) können wir die Vitalität der Schultergelenk-stabilisierenden Muskulatur vor und nach Operation bestimmen.

Krankheitsverlauf

Je nach Verletzung, Alter und Begleiterkrankungen konservativ oder operativ

Folgeerkrankungen

Vorzeitiger Gelenkverschleiß (Omarthrose), Bewegungseinschränkung

Ablauf der Behandlung

Bei unverschobenen Knochenbrüchen steht die vorübergehende Ruhigstellung in einem speziellen Verband und die zügige Mobilisation hieraus unter adäquater Schmerztherapie im Vordergrund. Dies erfolgt noch während der stationären Behandlung und wird ambulant fortgesetzt. Bei verschobenen Knochenbrüchen oder bei Beteiligung des Gelenkes stellt die operative Therapie das Mittel der Wahl dar. Für die operative Therapie stehen uns modernste Implantate zur Osteosynthese mittels Platten- oder Nagelsystemen zur Verfügung. Hiermit kann die normale Anatomie bestmöglich wieder hergestellt werden. Sofern der Oberarmkopf nicht mehr durch eine Osteosynthese erhalten werden kann besteht die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes. Je nach Verletzung, Aktivität und Alter des Patienten stehen uns verschiedene Prothesen zur Verfügung, welche optimal den jeweiligen Anforderungen gerecht werden. Bei Verletzungen des Schultereckgelenkes kann je nach Verletzungsschwere eine konservative Therapie mittels Ruhigstellung in einem Verband und frühfunktioneller Beübung erfolgen. Bei schwereren Verletzungen ist die Rekonstruktion der verletzten Bänder unumgänglich (siehe Schultereckgelenksverletzung). Brüche des Schulterblatts, die in das Schultergelenk einziehen (Glenoidfrakturen), erfordern je nach Verschiebung und Größe eine Schrauben- bzw. Plattenstabilisierung. Dies erfolgt wenn möglich minimal-invasiv im Rahmen einer Arthroskopie.

Mögliche Komplikationen / Risiken

Gefäß-/Nervenverletzung, ausbleibende Heilung, Gelenkstufe

Nachsorge

Postoperativ ist von einem mehrtägigen stationären Aufenthalt des Patienten auszugehen, in dessen Rahmen bereits mit der Physiotherapie begonnen wird. Ggf. wird ein spezielles Kissen oder eine Weste zur Ruhigstellung angewandt. Nach Entlassung folgt ein allmählicher Belastungsaufbau sowie regelmäßige Heilkontrollen in unserer Spezialsprechstunde.

Das zeichnet uns aus

Minimal-invasive Behandlung von Oberarmfrakturen mit modernsten Implantaten sowie sämtlichen Optionen des endoprothetischen Ersatzes, Minimal-invasive Rekonstruktion von Glenoidfrakturen

Weitere Informationen

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier

  • Priv.-Doz. Dr. med. Christian A. Fischer