Universitätsklinikum Heidelberg

Definition der Erkrankung

Unterarmschaftfrakturen (Brüche von Speiche und/oder Elle)

Was ist ein Unterarmschaftbruch?

Der Unterarm besteht aus zwei Knochen – Speiche (Radius) und Elle (Ulna) –, die als funktionelle Einheit gemeinsam für Bewegung, Kraftübertragung und Drehfunktion des Arms verantwortlich sind. Ein Unterarmschaftbruch betrifft meist den mittleren Bereich (Schaft) eines oder beider Knochen. Diese Art der Fraktur kann isoliert oder kombiniert auftreten und zählt zu den häufigeren Brüchen bei Kindern und Erwachsenen.

Häufige Ursachen:

  • Sturz auf den ausgestreckten Arm
  • Direkte Gewalteinwirkung auf den Unterarm (z. B. beim Sport oder bei Verkehrsunfällen)
  • Rotationsverletzungen, etwa durch Verdrehen beim Fallen

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Konservative Therapie ist bei einfachen, stabilen und nicht verschobenen Brüchen selten, aber möglich – z. B. durch Gipsruhigstellung.

     

  • Operative Versorgung ist in der Regel erforderlich, insbesondere bei verschobenen oder offenen Brüchen. Dabei kommen in der Regel Platten zum Einsatz, mit denen die Knochen exakt in ihrer ursprünglichen Form stabilisiert werden. Ziel ist eine anatomische Wiederherstellung der Knochenachse und der Drehbewegung des Unterarms.

 

 

Distale Radiusfraktur (körperferner Speichenbruch)

Die distale Radiusfraktur ist einer der häufigsten Knochenbrüche überhaupt – besonders bei Stürzen auf die ausgestreckte Hand. Die Bruchform reicht von einfachen, stabilen Brüchen bis zu komplexen, mehrfragmentären Gelenkverletzungen.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Konservativ: Unverschobene oder gering verschobene Frakturen können oft ohne Operation behandelt werden – mit einer Gipsschiene für mehrere Wochen, gefolgt von Physiotherapie.

     

  • Operativ: Bei verschobenen oder instabilen Brüchen ist eine offenes Einrichten des Bruches und eine interne Fixierung notwendig. Dabei setzen wir moderne, winkelstabile Titanplatten über einen minimal-invasiven Zugang ein. Diese Technik ermöglicht eine sehr stabile Fixierung – mit dem Ziel, die Beweglichkeit frühzeitig wiederherzustellen und das Risiko von Fehlstellungen oder Spätfolgen zu minimieren.

Individuelle Therapie und Nachsorge

Nach der Behandlung – ob konservativ oder operativ – erfolgt eine engmaschige Nachbetreuung mit bildgebender Kontrolle, funktioneller Schienenversorgung und gezielter Physiotherapie. Unser Ziel ist es, die volle Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit des Arms wiederherzustellen – sowohl im Alltag als auch bei sportlichen oder beruflichen Anforderungen.

Christine Gugau

Christine Gugau

Sekretärin
Portrait von Dr. med. Christian Schamberger
Dr. med. Christian Schamberger

Bereichsleiter Obere Extremität Trauma
Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie
Spezielle Unfallchirurgie
Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE)
Stellvertretender Durchgangsarzt
Leitender Arzt Ultraschallabteilung