Verletzungen des Ellenbogens

Definition der Erkrankung

Bei einer Ellenbogenluxation kugelt das Ellenbogengelenk aus. Bei einer Olekranonfraktur kommt es zum Knochenbruch des körpernahen Endes der Elle. Bei einem Radiuskopfbruch kommt es zur knöchernen Verletzung des körpernahen Endes der Speiche. Bei der distalen Humerusfraktur kommt es zum Knochenbruch des körperfernen Oberarmknochens direkt oberhalb oder mit Beteiligung der Gelenkfläche.

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Symptome

Symptome von Knochenbrüchen sind Schmerzen, Schwellung und Fehlstellung der betroffenen Extremität. Bei einer Ellenbogenluxation kann das Ellenbogengelenk meist nicht mehr bewegt werden.

Ursachen

Sturz auf den ausgestreckten Arm (Abstützbewegung). Bei der Olekranonfraktur in der Regel Direktanprall des Ellenbogens.

Diagnose

Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen gestellt. Bei komplexen Brüchen oder Beteiligung der Gelenkfläche kann zusätzlich eine Computertomographie durchgeführt werden. Bei Luxationsverletzungen kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie zur Beurteilung der Bandstrukturen durchgeführt werden.

Krankheitsverlauf

Nur einfache, unverschobene Brüche des Radiuskopfs heilen in der Regel ohne Operation. Bei Verschiebungen der Bruchflächen ist eine Schrauben- bzw. Plattenstabilisierung nötig. Einfache Knochenbrüche von Radiuskopf oder der körpernahen Elle heilen bei optimaler Therapie oft ohne bleibende Funktionseinschränkungen. Die Alltagsfunktion ist hier in der Regel nach 6-10 Wochen wieder gegeben, sportliche Belastungen sind oft nach ca. 4 Monaten möglich. Komplizierte und verschobene Brüche heilen oft langsamer und können eine Funktionsbeeinträchtigung hinterlassen. Luxationen des Ellenbogens beeinträchtigen auch bei idealer Therapie oft die Stabilität und Beweglichkeit des Gelenkes. Knochenbrüche am körperfernen Ende des Oberarmknochens heilen nach einer operativen Behandlung innerhalb von 6-12 Wochen.

Folgeerkrankungen

Bewegungseinschränkungen im Ellenbogengelenk sind häufiger als bei anderen Gelenken, weswegen eine frühzeitige Physiotherapie wichtig ist. Knochenbrüche mit Beteiligung der Gelenkfläche begünstigen die Entwicklung einer Arthrose im betroffenen Gelenk. Diese kann auch noch viele Jahre nach der Verletzung auftreten.

Ablauf der Behandlung

Luxationen des Ellenbogengelenks müssen schnellst möglich reponiert (eingerenkt) werden. Dies geschieht in der Regel unmittelbar nach Eintreffen des Patienten in der Ambulanz unter Gabe von Schmerzmitteln oder in Kurznarkose. Im Anschluss wird das Ellenbogengelenk zunächst in einem Gips ruhig gestellt und nach einigen Tagen beginnt die physiotherapeutische Behandlung. Bei schweren Bandverletzungen mit Instabilität kann die operative Rekonstruktion des Bandapparates erforderlich sein. Auch verwenden wir in speziellen Fällen einen sog. Bewegungsfixateur, der das Gelenk von außen fixiert, gleichzeitig jedoch eine freie Beweglichkeit zulässt. Olekranonfrakturen betreffen immer die Gelenkfläche der Elle und sollten operativ mit einer Platte und Schrauben fixiert werden. Die Operation sollte zeitnah in den ersten Tagen nach der Verletzung durchgeführt werden. Bis zum Operationszeitpunkt kann eine Ruhigstellung im Oberarmgips erfolgen.

Nichtverschobene Knochenbrüche des Radiuskopfes werden ohne Operation behandelt. Eine Ruhigstellung mit Gips ist in der Regel nur für einige Tage erforderlich, anschließend beginnt die Physiotherapie, um das Ellenbogengelenk beweglich zu halten. Instabile und verschobene Brüche werden in der Regel operativ behandelt, dabei werden die einzelnen Knochenfragmente mit Hilfe von kleinen Platten und Schrauben wieder zusammengefügt. Ist es aufgrund der Verletzungsschwere nicht möglich die Knochenfragmente des Radiuskopfes zusammenzufügen, oder kommt es in Folge der Verletzung und Rekonstruktion zu einer Durchblutungsstörung der Knochenfragmente, ist es manchmal erforderlich, das Radiusköpfchen zu entfernen. Hier kann eine Radiuskopfprothese aus Carbon eingesetzt werden. Knochenbrüche des körperfernen Endes des Oberarmknochens werden meist operativ behandelt. Dabei werden in der Regel die Knochenfragmente durch zwei Spezialplatten mit sogenannten winkelstabilen Schrauben zusammengefügt und stabilisiert. Die Implantation von Ellenbogengelenksprothesen nach schweren Verletzungen zeigt nicht immer zufriedenstellende funktionelle Ergebnisse, daher wird auch bei schweren Gelenkbrüchen zunächst eine Rekonstruktion des Gelenks angestrebt. Nur in seltenen Ausnahmefällen kann es im Verlauf sinnvoll sein, eine Ellenbogenprothese zu implantieren.

Mögliche Komplikationen / Risiken

Verletzungen des Gelenks begünstigen die Entwicklung einer Arthrose im betroffenen Gelenk. Die Ruhigstellung des Ellenbogengelenks führt innerhalb weniger Wochen zu einer Versteifung des Gelenks. Eine frühzeitige Wiederherstellung der Übungsstabilität ist daher am Ellenbogen besonders wichtig.

Nachsorge

Die nicht-operative Behandlung erfolgt in der Regel ambulant und erfordert neben der ambulanten Physiotherapie regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen. Bei Radiuskopfbrüchen und Olekranonbrüchen ist postoperativ ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen erforderlich. Nach Brüchen des Oberarmknochens beträgt die stationäre Aufenthaltsdauer ca. 1-2 Wochen.

Das zeichnet uns aus

Wir bieten das gesamte Spektrum in der Behandlung von Ellenbogengelenkverletzungen inklusive der Therapie unerwünschter Komplikationen und Folgeerkrankungen an.

Schwerpunkte

Rekonstruktive Ellenbogenchirurgie

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier