Newsroom Events Medizin am Abend 2013 3. Vom Herz und seinen...

Das gebrochene Herz und andere Herzenssachen

Das Herz ist nicht nur der Motor des Lebens, sondern auch ein faszinierendes Organ – für Mediziner und Künstler gleichermaßen.  Die dritte Veranstaltung „Medizin am Abend“ hat sich dem gebrochenen Herzen und anderen Herzenssachen gewidmet: Professor Dr. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hat über Herzerkrankungen, die durch Stress oder andere Ursachen ausgelöst werden berichtet. Dichter und Maler hat das Herz und seine Leiden zur Kreativität angespornt, Mediziner zur Entwicklung moderner Therapien.

Das Herz beeindruckt selbst Spezialisten immer wieder durch seine enorme physische Leistung. „Sämtliche Funktionen des Körpers hängen von der Kraft und Zuverlässigkeit des Herzmuskels ab“, sagt Professor Katus. „Ohne dass wir es merken, passt es sich permanent allen Belastungen an und pumpt unermüdlich Tag für Tag etwa fünftausend bis siebentausend Liter Blut durch den Körper. “

Wie kein anderes Organ ist das Herz zudem mit den Stimmungen und Schwingungen des Lebens verknüpft. In erstaunlicher Leichtigkeit nimmt es körperliche und seelische Herausforderungen auf und reagiert unmittelbar.  So ist es nicht verwunderlich, dass das Herz mit vielen Emotionen wie Liebe, Mut, Angst, Freude, Boshaftigkeit und Zuverlässigkeit verknüpft ist. Schon die Ägypter haben den Sitz der Seele im Herzen vermutet und bis heute werden täglich „herzliche“ Grüße gesendet.

Demgegenüber steht die medizinische Bedeutung des Herzens und seiner Krankheiten. „Nach wie vor sterben die meisten Menschen an Herzkreislauferkrankungen – weit vor allen Krebserkrankungen zusammen“, erklärt Professor Katus. Und es ist kein Ende dieser Entwicklung in Sicht, obwohl gerade die Herzmedizin enorme Fortschritte gemacht hat und sich die Lebenserwartung dadurch in den letzten Jahrzehnten um mehr als drei Jahre im Mittel verlängert hat.

Und was hat es mit dem „gebrochenen Herzen“ auf  sich? Hier handelt es sich nicht um einen Mythos, sondern um das Tako-Tsubo-Syndrom, das vor allem Frauen betrifft. „Tako Tsubo“ ist der japanische Begriff für ein Gefäß, mit dem Tintenfische gefangen werden. Seine Form ähnelt einem eingeschnürten Herzen;  Herzenge charakterisiert  auch die Beschwerden. Das Syndrom tritt nach besonders belastenden Ereignissen auf und ist wahrscheinlich durch einen Überschuss an Stresshormonen bedingt.  Glücklicherweise ist diese Form der Herzschwäche reversibel.

Impressionen

In der dritten Vorlesung von «Medizin am Abend» erzählte Prof. Dr. Hugo Katus...
...den mehr als 500 Zuhörern von gebrochenen Herzen und anderen Herzenssachen...
...wobei nicht jeder einen Sitzplatz ergattern konnte.

Termin

Mittwoch, 24. Juli 2013, 19 Uhr
Hörsaal Kopfklinik
Eintritt frei.

Referent

Prof. Dr. med. Hugo Katus
Geschäftsführender Direktor Medizinische Klinik (Krehl-Klinik)