Orthopädie von Heute und von Morgen

Newsroom Events Nacht der Forschung... Programmübersicht Orthopädie von Heute...

Von der Erforschung von Zellen bis zur Steuerung von Beinprothesen – Moderne Orthopädie ist ein weites Feld voller spannender Möglichkeiten und Entwicklungen. Die Experten des Zentrum für Orthopädie präsentieren Ihnen Aktuelles und möglicherweise Zukünftiges aus ihrem Fach. Freuen Sie sich auf Demonstrationen und Mitmachangebote; u.a zu den Themen Ganganalyse, „Gedankensteuerung“ von Prothesen, 3D Drucker, Knochenzellwachstum und Vieles mehr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Technische Orthopädie und Bewegungsanalytik

Moderne Prothesen (Körperersatzstücke) und Orthesen (Körperteilstützen) sind viel mehr als bloße Werkstücke aus Eisen und Metall. Wie High-Tech Materialien, Mikroprozessoren und Messungen von Nerven- und Muskelaktivität den Alltag von Menschen verbessern können, zeigen Ihnen die Expteren aus der Technischen Orthopädie und der Bewegungsanalytik (Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Schlierbach). Beide Bereiche laden Sie herzlich ein, sich ein Bild der Möglichkeiten und Abläufe zu verschaffen und demonstrieren Ihnen ausgewählte Versorgungsmöglichkeiten. Die Experten vor Ort beantworten Ihnen gerne Fragen zu aktuellen Entwicklungen und Visionen der Hilfsmittelversorgung.

Moderne Werkstoffe wie Leichtmetalle, Silikon und Carbonfaser-Kunststoffe haben bereits seit langem Leder und Stahl abgelöst und ermöglichen so leichte und dynamische Hilfsmittelversorgungen um Patienten in vielen Lebenssituationen zu unterstützen. Aktuelle Komponenten erlauben inzwischen eine deutliche Annäherung an die natürliche Funktion der zu ersetzenden oder zu unterstützenden Körperteile. Es kommen Kniegelenke zum Einsatz, die mikroprozessorgesteuert selbständig auf Patient und Umwelt reagieren, Prothesenfüße die den Schrittzyklus energetisch unterstützen, Prothesenhände die mit EMG-Signalen viele unterschiedliche Griffoptionen abbilden können sowie Hilfsmittel die unmittelbar die Signale der Nervenbahnen übernehmen und Muskeln wieder reaktivieren.

Die Vielzahl biomechanischer Einflüsse zwischen Mensch und Hilfsmittel entzieht sich dem menschlichen Auge. Hinzu kommt eine nahezu beliebige Komplexität moderner Hilfsmittelsysteme. Die instrumentelle 3D Bewegungsanalyse bedient sich der gleichen Methoden wie die Filmbranche um Bewegung im dreidimensionalen Raum zu erfassen. Die Daten werden unter wissenschaftlichen Kriterien mathematisch ausgewertet und erlauben es, die Bewegung ausgedrückt in Zahlen, kritisch zu analysieren und den  gesamten Bewegungsablaufs zu bewerten. Hierdurch offenbart sich ein Verbesserungspotential, welches unmittelbar in den Versorgungsprozess mit einfließen kann um die Hilfsmittelversorgung zu optimieren. Gleichzeitig wird das grundlegende Verständnis für Bewegungsabläufe erweitert und kann für zukünftige Prothesen- und Orthesenbauteile wichtige Informationen beisteuern um sich dem menschlichen Vorbild weiter anzunähern.

Experimentelle Orthopäide

Das Forschungszentrum für Experimentelle Orthopädie im Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie widmet  sich der Entwicklung neuer und innovativer Ansätze zur Regeneration beschädigter Gewebe des Bewegungsapparates. Das interdisziplinäre Team erforscht die molekularen und zellulären Grundlagen biologischer Regenerationsprozesse um die Heilung von geschädigtem Knorpel- Knochen- und Bandscheibengewebe zu verbessern.

Forschungsprojekte

Glas als Knochenersatzmaterial

Wiederherstellung von Knochen durch Einsetzen von Glas? Was seltsam klingt, funktioniert tatsächlich! Die AG Biomaterialien der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg untersucht die unterstützende Wirkung zur Heilung von Knochendefekten durch Freisetzung von Ionen im Glas. Im Zelllabor der Klinik werden Vorläufer von Knochenzellen auf deren Veränderung durch den Einfluss der neuen Methode mit Glas untersucht. Ziel ist es, die Eigenschaften von Ersatzmaterial von Knochen an spezifische Anforderungen anzupassen um die Knochenheilung zu unterstützen.

Molekulare und zelluläre Grundlagen der Arthrose

Viele Aspekte in der Krankheitsentstehung der Arthrose und insbesondere deren Auswirkung auf die Knorpelzerstörung sind noch ungeklärt. Entgegen der Vermutung, dass Arthrose eine rein degenerative Erkrankung darstellt, zeigt sich, dass Entzündungsprozesse in der Entstehung der Arthrose eine zentrale Rolle einnehmen. Im Zelllabor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg werden die molekularen Ursachen der Arthrose untersucht, um langfristig neue Therapiestrategien zu entwickeln.

Stammzellen und stammzellbasierte Therapien in der Orthopädie

Stammzellen sind in der Lage unterschiedliche Gewebe des menschlichen Körpers zu bilden. Der Einsatz stammzellbasierter Therapieverfahren zur Heilung von Knochen- oder Knorpeldefekten bietet einen vielversprechenden therapeutischen Ansatz für die Zukunft. Ein routinemäßiger Einsatz im klinischen Alltag ist aktuell jedoch noch nicht absehbar. Hierzu müssen noch zahlreiche Hürden überwunden werden. Durch ein besseres Verständnis der genauen Wirkmechanismen der Zellen soll die stammzellbasierte Therapie für den zukünftigen Einsatz im Menschen optimiert werden.

Auf einen Blick

Veranstaltungssprache: Deutsch
Keine Anmeldung erforderlich
Ort: Seminarraum, Foyer, Medizinische Klinik
Zeit: durchgehend von 17 bis 22 Uhr