Neurofibromatosezentrum

Neurofibromatosezentrum der Neurochirurgie

Die Behandlung von Patienten mit Neurofibromatose Typ 1 bzw. NF2-assoziierter Schwannomatose benötigt viel chirurgische Erfahrung und optimale technische Ausstattung um ein ideales Behandlungsergebnis zu erzielen. Tumore befinden sich an kritischen bzw. eloquenten Arealen, welche eine präzises Vorgehen mit Überwachung der Nervenfunktion durch elektrophysiologisches Monitoring erfordern.

Experten für kranielle Eingriffe

Univ.-Prof. Dr. med. Sandro Krieg, MBA
Univ.-Prof. Dr. med. Sandro Krieg, MBA

Schwerpunkt

Neuroonkologie (Gliome, Metastasen, Schädelbasis, Hypophyse) aller Altersstufen
Vaskuläre Neurochirurgie
Wirbelsäulenchirurgie (insbesondere spinale Onkologie und Revisionschirurgie)

Neurochirurgische Klinik Chefarztsekretariat

Cecile Windisch

Direktionsassistentin

Rita Muth

Direktionsassistentin
Mitarbeiterfoto von Frau Sabine Saelens

Sabine Saelens

Privatabrechnung
Portrait von PD Dr. med. Moritz Scherer, FEBNS
Prof. Dr. med. Moritz Scherer, FEBNS

Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, Fellow of the European Board of Neurological Surgery, Basiszertifikat Wirbelsäulenchirurgie (DWG)

Schwerpunkt

Vaskuläre Neurochirurgie
Wirbelsäulenchirurgie
Neuroonkologie inkl. Schädelbasischirurgie

Portrait von Dr. med. Daniel Haux
Dr. med. Daniel Haux

Fachkunde im Strahlenschutz

Schwerpunkt

Neuroonkologie inkl. Schädelbasischirurgie

Experten für spinale Eingriffe

Univ.-Prof. Dr. med. Sandro Krieg, MBA
Univ.-Prof. Dr. med. Sandro Krieg, MBA

Schwerpunkt

Neuroonkologie (Gliome, Metastasen, Schädelbasis, Hypophyse) aller Altersstufen
Vaskuläre Neurochirurgie
Wirbelsäulenchirurgie (insbesondere spinale Onkologie und Revisionschirurgie)

Neurochirurgische Klinik Chefarztsekretariat

Cecile Windisch

Direktionsassistentin

Rita Muth

Direktionsassistentin
Mitarbeiterfoto von Frau Sabine Saelens

Sabine Saelens

Privatabrechnung
Portrait von Dr. med. Johannes Walter
PD Dr. med. Johannes Walter, FEBNS

Sektionsleiter spezielle Wirbelsäulenchirurgie
Leiter Wirbelsäulenchirurgie am Standort Krankenhaus Salem
Zusatzbezeichnung spezielle neurochirurgische Intensivmedizin
Strahlenschutzbeauftragter

Schwerpunkt

Hypophysen- und Wirbelsäulenchirurgie

Experten für periphere Nerven

Portrait von Prof. Dr. med. Rezvan Ahmadi
Prof. Dr. med. Rezvan Ahmadi

Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie

Schwerpunkt

Trigeminusneuralgie, Schmerz, Wirbelsäule, periphere Nerven, Neuromodulation

Sekretariat PD Dr. med. Rezvan Ahmadi

Experten für pädiatrische Neurochirurgie

Prof. Dr. med. Ahmed El Damaty

Sektion Pädiatrische Neurochirurgie
Personenzertifizierung der Neurochirurgischen Akademie „Pädiatrische Neurochirurgie“
Zertifikat der DGNC „Pädiatrische Neurochirurgie“
Baden-Württemberg-Zertifikat für Hochschuldidaktik

Schwerpunkt

Intrakranielle Endoskopie, neurochirurgische Erkrankungen im Kindesalter, kindliche Hirntumore, Hydrocephalus, Entwicklungsstörungen (ZNS), Spastikbehandlung

Neurochirurgische Perspektive

Bei NF1 treten häufig sogenannte plexiforme oder solitäre Neurofibrome auf, die aus der Hülle peripherer Nerven stammen. Plexiforme Neurofibrome können tief im Gewebe wachsen, sich verzweigen und durch ihre Größe Schmerzen, Funktionsstörungen, Taubheitsgefühle oder sichtbare Formveränderungen verursachen. Solitäre Neurofibrome sind meist kleiner, können aber je nach Lage ebenfalls störend oder schmerzhaft sein. In seltenen Fällen können sich bei NF1 auch Tumoren im Bereich von Gehirn oder Rückenmark entwickeln, beispielsweise Optikusgliome. Eine operative Behandlung wird immer dann notwendig, wenn ein Tumor Beschwerden auslöst, eine Funktionsstörung droht oder eine deutliche Größenzunahme zu erwarten ist. Dabei stehen mikrochirurgische Techniken im Vordergrund, mit denen Tumoren möglichst schonend entfernt und umliegende Nervenstrukturen bestmöglich geschützt werden. Je nach Tumorgröße und Lage werden Operationen häufig mit anderen Fachabteilungen des Neurofibromatosezentrums durchgeführt, um sowohl funktionelle als auch ästhetische Ergebnisse zu optimieren.

Die NF2-bedingte Schwannomatose ist vor allem durch Tumoren des zentralen Nervensystems gekennzeichnet, insbesondere durch vestibuläre Schwannome, auch als Akustikusneurinome oder Vestibularisschwannome bekannt. Diese Tumoren entstehen an den Nerven, die für Hören und Gleichgewicht verantwortlich sind, und können eine fortschreitende Hörminderung, Tinnitus oder Gleichgewichtsstörungen verursachen. Zusätzlich entwickeln viele Betroffene Meningeome oder Schwannome entlang der Hirn- und Rückenmarksnerven. Die operative Therapie spielt bei NF2-bedingte Schwannomatose eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn Tumoren wachsen oder wichtige Funktionen bedrohen. Ziel der Operation ist es, die Tumoren zu entfernen oder zu verkleinern und dabei lebenswichtige Strukturen wie Hör-, Gesichts- oder Gleichgewichtsnerven zu schützen. Modernes intraoperatives Neuromonitoring, minimalinvasive Zugänge und endoskopische Techniken helfen dabei, Risiken zu reduzieren und funktionell möglichst gute Ergebnisse zu erzielen. Bei Tumoren des Rückenmarks oder der Wirbelsäule stehen die Entlastung eingeengter Nervenbahnen und die Wiederherstellung neurologischer Funktionen im Vordergrund.

Insgesamt verfolgt die neurochirurgische Behandlung von NF1- und NF2-assoziierten Tumoren das Ziel, Beschwerden zu lindern, neurologische Funktionen zu erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern. Aufgrund der Vielseitigkeit der Erkrankungen ist dabei ein interdisziplinärer Ansatz zentral, sodass Diagnostik, operative Planung und Nachsorge eng mit Neurologie, Humangenetik, HNO, MKG, pädiatrischer Onkologie sowie RadioOnkologie abgestimmt werden

Sicher und Minimal-invasiv

Um die Resektion sicher und schonend zu gestalten haben sich Zugänge und Technik erheblich verändert. Dies erfordert den konsequenten Einsatz moderner Technik, wie Neuronavigation, intraoperative Bildgebung mit CT und MRT, Neuromonitoring der Nervenfunktion und ein modernes Endoskopie System mit hochauflösenden 4K Monitoren oder Mikroskope neuerster Technik mit Navigationsanbindung, Endoskopie-Funktion und ICG-Angiographie. Durch unseren konsequenten interdisziplinären Ansatz in der kraniellen sowie spinalen Neurochirurgie gelingt es uns, stets ein für die individuelle Situation maßgeschneidertes Operationskonzept zu entwickeln. 

Technische Ausstattung

Nur durch die Verwendung modernster Techniken ist es möglich, auch komplexe Tumore und Fehlbildungen im Bereich der Schädelbasis zu entfernen:

  • Mikroskope mit intraoperativer ICG-Angiographie (PenteroTM, Fa. Zeiss) zur intraoperativen Darstellung der Gefäßarchitektur
  • Mikroskope mit intraoperativer Endoskopie  (KinevoTM, Fa. Zeiss)
  • Endoskopie Turm (Fa. Storz)
  • Navigationssysteme (Fa. Brainlab, Fa.Stryker)
  • Neuromonitoring (ISISTM, Fa. INOMED)
  • Robotische Assistenz in Kombination mit intraoperativer, robotischer 3D-Bildgebung mit reduzierter Strahlendosis für die hochpräzise Durchführung von kraniellen Biopsien, die Anwendung bei Stereo-EEGs sowie zur Anwendung bei spinalen Instrumentationen für präzise und stabile Schraubentrajektorien (Cirq® und LoopX®, Fa. Brainlab)
  • Integrierte Bildverarbeitung mit Knochen- und Gefäßrekonstruktion („Buzz-on-Wall“, Fa. Brainlab) zur akkuraten Operationsplanung
  • Mikrodoppler zur Flussbestimmung intrakranieller Gefäße
  • Intraoperative CT- Bildgebung (Somatom Scope, Fa. Siemens)
  • Intraoperative MRT Bildgebung (1,5 T. Espree, Fa. Siemens) zur Bestimmung von Resttumor