Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

individuell behandelt am Universitätsklinikum Heidelberg

Überblick und Häufigkeit

Das Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des weiblichen Genitaltrakts. In Deutschland erkranken jährlich etwa 11.000 bis 13.000 Frauen. Die Erkrankung verursacht häufig frühzeitig Beschwerden und hat dadurch im Vergleich zu anderen gynäkologischen Tumoren eine günstige Prognose, insbesondere wenn sie früh erkannt und richtig behandelt wird.

Formen und molekulare Subtypen

Die Einteilung des Endometriumkarzinoms hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die Erkrankung wird heute in verschiedene histologische und molekulare Subtypen eingeteilt. Dadurch kann eine genauere und individuell angepasste Therapie unserer Patientinnen erfolgen. Zu den häufigsten histologischen Typen zählen das endometrioide Karzinom, das seröse Endometriumkarzinom sowie das klarzellige Karzinom. Darüber hinaus werden molekulare Veränderungen berücksichtigt, etwa eine Polymerase-Epsilon-(POLE)-Mutation, eine Mismatch-Reparatur-Defizienz (MMR-d), eine p53-Mutation oder der Hormonrezeptor-Status. Diese Klassifikationen bilden die Grundlage für die moderne, personalisierte Therapie unserer Patientinnen. Etwa 5% aller Patientinnen mit Endometriumkarzinom haben eine vererbte Genmutation in den Mismatch-Reparatur Genen (Lynch Syndrom). Eine humangenetische Beratung wir bei Patientinnen mit Verdacht auf Lynch Syndrom dringen empfohlen.

Symptome und Warnzeichen

Ein typisches Frühsymptom des Endometriumkarzinoms ist eine postmenopausale Blutung, also eine Blutung nach den Wechseljahren. Auch Zwischenblutungen, verstärkte Monatsblutungen oder ein wässriger, blutig tingierter Ausfluss können ebenfalls auf die Erkrankung hinweisen. Da die Erkrankung meist früh Symptome verursacht, kann sie in vielen Fällen in einem heilbaren Stadium erkannt und behandelt werden.

Diagnostik auf universitärem Niveau

Bei Patientinnen mit auffälligen Blutungen erfolgt zunächst eine gynäkologische Untersuchung mit vaginalem Ultraschall, um die Gebärmutterschleimhaut zu beurteilen. Besteht der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom, wird eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt, um die Diagnose zu sichern. Diese erfolgt entweder ambulant mit einer Pipelle oder unter kurzer Narkose im Operationssaal als Ausschabung (fraktionierte Abrasio). Ergänzend werden manchmal andere bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen. Alle Befunde werden interdisziplinär in Zusammenarbeit mit der Radiologie, Pathologie, dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und Strahlentherapie besprochen.

Pipelle (Endometriumbiopsie)

Zur Abklärung einer auffälligen Gebärmutterschleimhaut verwenden wir in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg häufig die sogenannte Pipelle. Dabei handelt es sich um eine schonende Untersuchung, bei der mit einem sehr feinen, flexiblen Kunststoffröhrchen Gewebe aus der Gebärmutter entnommen wird – ohne Narkose und ambulant im Rahmen einer normalen gynäkologischen Untersuchung. Die so gewonnene Probe ermöglicht eine sichere histologische Diagnose, ohne dass ein operativer Eingriff oder eine Ausschabung erforderlich ist.

Moderne operative Verfahren – präzise und schonend behandelt

Die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist ein wichtigster Bestandteil der Therapie des Endometriumkarzinoms. Je nach Stadium und Risikoprofil der Patientinnen werden zusätzlich die Eileiter und Eierstöcke sowie die Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) im Beckenbereich entfernt. An der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg erfolgen diese Eingriffe durch erfahrene gynäko-onkologische Operateurinnen und Operateure unter Einsatz modernster chirurgischer Verfahren. In der großen Mehrzahl aller Fälle kann durch das Anwenden moderner minimal invasiver Verfahren ein offener Bauchschnitt verhindert werden. Welcher Zugangsweg gewählt wird hängt von individuellen Faktoren ab und wird bei jeder Patientin individuell entschieden.Besonders häufig wird das Da Vinci-Robotersystem verwendet, das eine präzise und gewebeschonende Operation ermöglicht – mit kleineren Schnitten, weniger Schmerzen und einer schnelleren Erholung nach dem Eingriff. 

Weitere Therapieoptionen

Abhängig vom Tumortyp, der molekularen Klassifikation und dem Erkrankungsstadium kann zusätzlich eine Strahlentherapie erforderlich sein. Eine Chemotherapie wird insbesondere bei fortgeschrittenen oder aggressiveren Tumorformen eingesetzt. Darüber hinaus kann bei bestimmten Tumorprofilen eine Immun-Therapie sinnvoll sein. Diese moderne Behandlungsform aktiviert gezielt das körpereigene Immunsystem, um Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen, und stellt insbesondere bei Patientinnen mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (MMR-d) eine vielversprechende Option dar. In enger Kooperation mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT Heidelberg) prüfen wir bei jeder Patientin die Möglichkeit einer Studienteilnahme, um Zugang zu innovativen Therapien und modernen Behandlungsstrategien zu bieten.

Universitäts-Frauenklinik Heidelberg – Erfahrung, Wissenschaft und Menschlichkeit

Die Behandlung von Patientinnen mit Endometriumkarzinom erfordert Erfahrung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und individuelle Betreuung. An der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg verbinden wir modernste medizinische Verfahren mit einer persönlichen und empathischen Begleitung unserer Patientinnen. Darüber hinaus prüfen wir bei jeder Patientin mögliche Studienoptionen, um Zugang zu innovativen Therapien und neuen Behandlungskonzepten zu ermöglichen – in enger Zusammenarbeit mit dem NCT Heidelberg.

Ihr Weg zu uns

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom besteht oder Sie eine Zweitmeinung wünschen, sind Sie bei uns in besten Händen. Unser erfahrenes Team der Gynäkologischen Onkologie steht Ihnen für eine umfassende Beratung und eine individuell abgestimmte Behandlung zur Verfügung.