Hilfe in schwierigen Situationen
Die Geburt eines Kindes ist ein tiefgreifendes Ereignis – emotional, körperlich und seelisch. Doch nicht immer entspricht das Erleben den Erwartungen: Freude und Dankbarkeit können von Gefühlen der Überforderung, Traurigkeit oder Angst begleitet sein. Manche Frauen fühlen sich nach der Geburt verunsichert, ziehen sich zurück oder erleben eine unerklärliche Niedergeschlagenheit. Diese Reaktion ist keineswegs ungewöhnlich.
Ein sogenannter Babyblues betrifft viele Mütter in den ersten Tagen nach der Geburt. Er ist in der Regel hormonell bedingt, tritt häufig zwischen dem dritten und fünften Tag im Wochenbett auf und verschwindet meist von selbst wieder. Besteht die seelische Belastung jedoch über längere Zeit oder verschlimmert sich, kann eine postpartale Depression vorliegen – eine ernstzunehmende Erkrankung, die gut behandelbar ist, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
Auch eine postpartale Psychose, die sehr selten, aber schwerwiegender ist, kann in Einzelfällen auftreten und bedarf unbedingt einer psychiatrischen Betreuung.
Bitte zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen, wenn Sie sich psychisch belastet fühlen. Wir sind für Sie da und unterstützen Sie gerne bei den nächsten Schritten.
Ebenso belastend kann der Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt sein. Während viele Schwangerschaften in den ersten Wochen enden, erfahren einige Eltern den Verlust ihres Kindes erst im weiteren Verlauf oder unmittelbar unter der Geburt – ein Ereignis, das oft besonders schwer wiegt. Dies führt oft zu tiefer Trauer, Ohnmacht und vielen offenen Fragen – sowohl medizinisch als auch emotional.
In dieser schweren Zeit stehen Ihnen unsere Mediziner und die Klinikseelsorgerinnen der Frauenklinik zur Seite. Sie bieten einfühlsame Begleitung vor, während oder nach der Geburt – sei es durch persönliche Gespräche, Rituale wie Willkommens- oder Abschiedsfeiern, Segnungen oder Gebete. Darüber hinaus informieren sie über Bestattungsmöglichkeiten, Selbsthilfegruppen, Angebote zur Trauerbegleitung sowie weiterführende psychologische oder therapeutische Unterstützung. Sie sind mit Ihrer Erfahrung nicht allein. Wir nehmen Ihre Gefühle ernst und möchten Ihnen mit Respekt und Achtsamkeit begegnen – unabhängig davon, wo Sie gerade stehen.