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PROMs (Patient-Reported Outcome Measures), Lebensqualität und Nachsorge Mammakarzinom, multizentrische digitale Erfassung von Patientenzufriedenheit, Lebensqualität (HRQoL) und patientenberichteten Nebenwirkungen (PRO-AE) beim Mammakarzinom in der Neoadjuvanz, Adjuvanz, Nachsorge und Palliation.

Projektbeschreibung:

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene „Nationale Dekade gegen Krebs“ soll durch Forschung und die schnelle Umsetzung ihrer Ergebnisse die flächendeckende onkologische Versorgung verbessern. Ziel ist es, durch moderne Früherkennungs- und Behandlungsmethoden die Heilungsrate zu verbessern und/oder die Erkrankung langfristig beherrschbar zu machen. Zentrales Ziel ist hierbei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dazu soll der Forschungsstandort Deutschland ausgebaut und eine patientenorientierte Krebsforschung sowie onkologische Versorgung umgesetzt werden. Der Einsatz digitaler Technologien und Prozesse kann dabei die Qualität, medizinische Präzision, Sicherheit und Effizienz der onkologischen Versorgung deutlich erhöhen.

Mit der Individualisierung der Tumortherapie wird auch das Nebenwirkungsmanagement zusehends komplexer. Insbesondere Immuntherapien erfordern engmaschige Kontrollen und ein rechtzeitiges Erkennen erster Symptome, um schwerwiegende Langzeitfolgen für die Patientinnen zu vermeiden.

Das frühzeitige Erkennen des Verlustes der Lebensqualität und des Auftretens intolerabler Nebenwirkungen zur Verbesserung der Therapieadhärenz sind wesentliche Herausforderungen der adjuvanten Brustkrebstherapie.

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung stellen die Reduktion der Symptome und der Erhalt einer möglichst hohen Lebensqualität die obersten Therapieziele dar. Die Therapiewahl richtet sich, adaptiert auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen, nach dem molekularen Subtyp, den Beschwerden, Vortherapien und dem Wachstumsmuster der Erkrankung aus. Die grundsätzliche Devise lautet: Fortführen der Therapie bis zum Auftreten einer Progression der Erkrankung oder Auftreten intolerabler Nebenwirkungen. Aufgrund der langfristig ausgelegten palliativen Therapien stellt dieses Patientenkollektiv eine besondere Herausforderung für das Monitoring und Management der unerwünschten Nebenwirkungen der Therapie dar.

Chancen von Digital Health und Homogenisierung von Datenstrukturen

Mit steigendem Informations- und Kommunikationsbedarf seitens der Patientinnen auf der einen und der direkten Arzt-Patienten-Interaktion sowie der zentralen Datenerfassung durch IT-Anwendungen auf der anderen Seite, stellt eHealth ein großes Potential zur Verbesserung der klinischen Versorgung dar. Unter eHealth wird die Verknüpfung von medizinischer Informatik, Gesundheitssystem und Gesundheitsökonomie in Bezug auf Leistungen und Informationen im Gesundheitswesen auf Basis von IT-Systemen subsumiert. Die Verknüpfung sowohl der Lebensqualitätabfragen, der klinischen Daten als auch die Bereitstellung von auf die Patientenbedürfnisse ausgerichteten Informationen bietet die Möglichkeit, sowohl für die Patientinnen als auch für die behandelnden Ärzte eine gemeinsame therapiebegleitende Plattform zu schaffen. Ebenfalls steht die Homogenisierung der PROM-Erfassung sowie die Erarbeitung von technischen Standards zur Erfassung und Datenverarbeitung im klinisch-wissenschaftlichen Kontext im Vordergrund.

Akzeptanz der digitalen Versorgungsform

Die hohe Akzeptanz von onlinebasierten Fragebögen zur Erfassung der Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen konnte auch in eigenen Projekten bereits nachgewiesen werden.

Patientenfokussierte Ziele (Patientenzentriertheit und Patientenbeteiligung)

Integration von Therapiebegleiter und Interventionstool zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit, Informationsplattform zum Patient-Empowerment und Interaktionsmöglichkeit mit den behandelnden Ärzten. Ziel ist es, durch die Verbesserung der Informationsbasis der Patientinnen die partizipative Entscheidungsfindung zu verbessern. 

Medizinische Fachrichtung:

Gynäkologie, Onkologie

Ziel des Projektes:

  • Longitudinale Erfassung von Patient-Reported Outcome Measures (PROM), Health-Related Quality of Life (HRQoL).
  • Etablierung und Evaluation einer engmaschigen Kontrolle der Lebensqualität unter Therapie mit Erprobung einer nebenwirkungsbasierten Intervention („Reaktives PRO Assessment – RPA“) und Erfassung von Laborparametern.
  • PROMS Mammakarzinom – Identifikation von prädiktiven Faktoren zur Detektion von Risikopatientinnen.
  • Elektronische Rückmeldung an das Behandlungsteam bei höhergradigen Nebenwirkungen/Beeinträchtigungen und Monitoring von Symptomen in Interaktion mit dem Behandlungsteam mit der Applikation als Informations-Tool.

Zielgruppe:

Zu der Zielgruppe zählen alle Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom.

 

Ansprechpartner

ENABLE-Studienteam

Tel.: 06221 56-32505

E-Mail: enable.studie(at)pia.health.de

Projektleitung

Prof. Dr. med. Markus Wallwiener, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 440, 69120 Heidelberg

Kooperationspartner

Institut Frauengesundheit GmbH,

Klinische Projektpartner: NCT Heidelberg, CCC Tübingen, Universitäts-Frauenklinik Mannheim

Kooperationspartner Fachgesellschaften: Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)

Projektzeitraum

Gesamtdauer des Beobachtungszeitraums: 2 Jahre

Geplanter Startzeitpunkt der Studie: Q1/2021

Finanzierung

Die Studie wird durch die DIGITALOFFENSIVE Baden-Württemberg – Zentrum für Innovative Versorgung Baden-Württemberg, der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), der Klaus Tschira Stiftung sowie durch Unterstützung der PRAEGNANT-Studie finanziert.

Kernteam der Arbeitsgruppe

Portrait von Dr. med. Laura Bodenbeck
Dr. med. Laura Bodenbeck


Portrait von Dr. med. Thomas Deutsch
Dr. med. Thomas Deutsch


Portrait von Dr. med. Kathrin Haßdenteufel
Dr. med. Kathrin Haßdenteufel

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