zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
MR-Neurographie

Peroneusparese

 

Eine sogenannte Peroneuslähmung ist ein relativ häufig vorkommendes Nervenkompressionssyndrom der unteren Extremitäten. Betroffen ist dabei der Nervus peroneus (=Nervus fibularis), der am häufigsten seitlich, knapp unterhalb des Knies am Fibulaköpfchen (Wadenbeinköpfchen) geschädigt wird, einer Region in der er sehr oberflächennah verläuft. Typische Ursachen sind eine Druckschädigung des Nerven durch einen zu engen Gips, Lagerungsschäden bei Operationen oder bei Bettlägerigkeit, häufiges Übereinanderschlagen der Beine insbesondere bei schlanken Personen sowie andauernder Körperhaltung in knieender Position (z.B. Fliesenleger). Patienten fallen je nach betroffenem Anteil des N. peroneus (N. peroneus profundus, superficialis oder communis) durch einen Steppergang bedingt durch eine Lähmung der Fuß- und Zehenheber, eine Einschränkung der Fußseitwärtsneigung (Pronation) sowie umschriebene Sensibilitätsstörungen am seitlichen (lateralen) Unterschenkel, am Fuß- und Zehenrücken mit Betonung eines annähernd dreiecksförmigen Bereichs zwischen erster und zweiter Zehe auf.

Mithilfe der MR-Neurographie ist es möglich die Stelle der Nervenläsion exakt zu lokalisieren und auch bereits die Schädigung (Denervierung) der vom N. peroneus innervierten Muskulatur nachzuweisen. Die Abbildung links zeigt einen Querschnitt durch den Unterschenkel auf Höhe des Wadenbeinköpfchens in T2-Wichtung; rot umkreist ist der deutlich signalangehobene N. peroneus communis, während ein weiterer am Unterschenkel verlaufender Nerv (Nervus tibialis, grün umkreist) ein unauffälliges Signal aufweist. Auf der rechten Abbildung erkennt man die Schädigung der vom N. peroneus versorgten Muskulatur (M. tibialis anterior, M. extensor digitorum und M. peroneus longus; mit Pfeilen markiert).

 

 

 

 

Besondere Bedeutung hat die MR-Neurographie bei atypischen, klinisch und elektrophysiologisch nicht immer klar zu differenzierenden Nervenläsionen. Insbesondere muss eine chirurgisch behandelbare monofokale Kompressionsneuropathie von anderen intrinsisch-entzündlichen, multifokalen Neuropathien bzw. Neuritiden abgegrenzt werden, da hier eine vollkommen andere Therapie erforderlich ist. Dabei erkennt man z.B. multifokale T2-Läsionen die weiter oberhalb (proximal) liegen und teilweise auch den N. tibialis oder den N. ischiadicus betreffen. Eine weitere wichtige Differenzialdiagnose ist das Vorliegen einer meist gutartigen Raumforderung des Nerven, v.a. eines Schwannoms (s. Abbildung unten; Schwannom rot umkreist).

 

 

 

 

 

 

Select languageSelect language
Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen