ISAC Studie

Ion irradiation of sacrococcygeal chordoma

Hypofraktionierte Bestrahlung von Kreuz-/Steißbeinchordomen mittels Ionen


Opens window for sending emailKontakt

 

Chordome sind sehr seltene bösartige Tumore (1-4% aller bösartigen Knochentumore). Diese langsam wachsenden Tumore entspringen Resten der sogenannten Chorda dorsalis, einer embryonalen Struktur. Etwa ein Drittel der Chordome entstehen in der Sakralregion. In der Behandlung von sakralen Chordomen gilt die chirurgische Resektion immer noch als Standard. Jedoch ist, aufgrund der Größe, der Nähe zu Nerven/Gefäßen und der komplexen Anatomie des Beckens eine komplette Entfernung mit ausreichendem Sicherheitssaum oft schwer durchzuführen. Eine radikale Operation mit Sicherheitssäumen führt oft zu Blasen- und Mastdarmlähmung, sowie weiteren motorischen und sensiblen Ausfällen. Eine Nachbestrahlung ist aufgrund des hohen Risikos eines erneuten Tumorwachstums trotz ausgedehnter Operation notwendig. Für eine Bestrahlung sind sehr hohe Bestrahlungsdosen in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. Enddarm, notwendig. Hierbei gilt die Partikeltherapie (Protonen/Schwerionen) als derzeitiger Goldstandard. Aufgrund strahlenbiologischer Überlegungen kann durch eine Erhöhung der Einzeldosis eine wirksamere Dosis auf die Chordomzellen appliziert werden, ohne dass das Risiko an Nebenwirkungen steigt. Eine japanische Studie mit alleiniger hypofraktionierter Bestrahlung mittels Kohlenstoffionen, ohne vorangehende Operation bestätigt dieses strahlenbiologische Modell. Die Daten zeigen eine exzellente Tumorkontrolle nach alleiniger Bestrahlung mit Kohlenstoffionen bei Patienten mit nichtoperablen sakralen Chordomen. Die Kontrollrate nach 5 Jahren betrug 88%.

Diese Studie ist eine monozentrische, prospektive, randomisierte klinische Phase II Studie deren Durchführung am Heidelberger Ionenstrahl Therapie Zentrum (HIT) erfolgt. Patienten mit Chordomen der Kreuz-/Steißbeinregion werden entweder für eine Behandlung mit Protonen oder Kohlenstoffionen randomisiert, d.h. zufällig zugeteilt. Die biologisch effektive Gesamtdosis in beiden Behandlungsarmen beträgt 64 GyE Diese Dosis wird auf 16 Bestrahlungssitzungen a 4 GyE aufgeteilt. Daher ist die biologisch wirksame Tumordosis etwa 96 Gy. Der primäre Endpunkt dieser Studie ist die Verträglichkeit der Therapie. Weitere Endpunkte sind lokale Kontrolle des Tumors und das Überleben.

Wichtigste Einschlusskriterien
Wichtigste Ausschlusskriterien