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Hydrocephalus

Hydrocephalus – was ist das?

Zum Schutz vor Erschütterung und Stößen werden Gehirn und Rückenmark von einer Flüssigkeit, dem so genannten Liquor, umspült. Bereits in der Schwangerschaft können Blutungen, Missbildungen oder Infektionen auftreten, die zu Verklebungen führen und das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abtransport des Liquors stören. Selten können auch Hirntumore zu einer gesteigerten Nervenwasserproduktion führen.

Ist die Zirkulation des Liquors gestört, bildet sich ein Liquorstau – ein im Volksmund genannter Wasserkopf, ein Hydrocephalus. Im Säuglings- und Kleinkindalter führt dies aufgrund des noch weichen und elastischen Schädels sowie noch nicht geschlossener Schädelnähte zu einem übersteigerten Kopfwachstum. Eine gespannte Fontanelle, betonte Stirnpartie, das Sonnenuntergangsphänomen (beide Augen blicken nach unten), gestaute Venen im Kopfbereich oder Nüchternerbrechen sind typische Zeichen im Säuglingsalter. Kopfschmerzen, Sehstörungen, wiederholtes Erbrechen oder Bewusstseinstrübungen kommen typischerweise erst im späteren Lebensalter vor. 

Heutzutage kann die Krankheit bei früh- und rechtzeitiger fachgerechter Versorgung so gut kontrolliert werden, dass sich die Kinder normal und nahezu unbeschwert entwickeln können.

 

So behandeln wir Hydrocephalus

Der Hydrocephalus ist eine der häufigsten in unserer Klinik behandelten kindlichen neurologischen Störungen. Als neurochirurgische Klinik der Universitätsmedizin Heidelberg haben wir uns hierauf spezialisiert. In der hierzu etablierten Abteilung für pädiatrische Neurochirurgie behandeln wir deshalb jedes Jahr mehr als 200 Kinder jeder Altersstufe, die an einem Hydrocephalus leiden. Insbesondere die Zahl der komplexen Krankheitsbilder mit Hydrocephalus ist in den letzten Jahren massiv angestiegen.

Da die Kinder meist schon direkt nach der Geburt auffällig werden – besonders Frühchen leiden häufig an einem Hydrocephalus –, beginnt die Behandlung meist im Säuglingsalter. Bei rechtzeitiger Therapie und enger Überwachung bestehen heute gute Aussichten, Spätfolgen wie ein übermäßiges Schädelwachstum oder durch ansteigenden Hirndruck verursachte Schäden am Gehirn zu verhindern.

 

Neueste Shunt-Technologie für einen geregelten Liquorabfluss.

n den meisten Fällen behandeln wir den Hydrocephalus, indem wir durch die Implantation eines so genannten Liquorshunts einen geregelten Liquorabfluss ermöglichen. Über ein kleines Loch im Schädel wird ein feiner Silikonschlauch in die Hirnkammer vorgeschoben und dort platziert. Das andere Ende des Schlauches wird unter die Haut verlegt und in die Bauchhöhle gelegt. Hier wird das überschüssige Hirnwasser vom Körper selbst wieder verarbeitet. Durch die Verwendung verstellbarer schwerkraftassistierter Ventile lässt sich die Abflussmenge je nach Körperposition individuell an die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes anpassen und ermöglicht eine den natürlichen Verhältnissen entsprechende Regulation. Durch die meist verwendeten programmierbaren Ventile (Einstellung via Magnet von außen) kann somit ein übermäßiger oder zu geringer Abfluss des Liquors verhindert werden. Zudem sind die von uns verwendeten Ventile MRT-gängig, sodass eine Strahlenbelastung im Anschluss an ein MRT wegfällt.

Engstellen im Liquorkreislauf können endoskopisch beseitig werden.

Einige Kinder, bei denen der Hydrocephalus durch einen Engpass im Liquorsystem verursacht wird, können wir endoskopisch operieren. Dabei wird ein feines Röhrchen bis zur Engstelle im Gehirn vorgeschoben. Neben einer Lichtquelle und einer Videokamera werden feine OP-Instrumente durch das Endoskop geführt. So wird die Engstelle geweitet und ein natürlicher Abfluss gewährleistet. Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass die Kinder nach erfolgreicher Operation keinen Fremdkörper implantiert bekommen müssen und in der Regel auch später keine weiteren Eingriffe nötig sind. Lediglich regelmäßige Nachsorge- und Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um das Auftreten einer möglichen erneuten Engstelle rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Ganz gleich, ob wir einen Shunt legen oder per Endoskop für eine geregelte Liquorzirkulation sorgen: Die Eingriffe zur Behandlung eines Hydrocephalus werden stets in minimalinvasiver Technik durchgeführt. So können die Operationswunden unserer kleinen Patienten so gering wie möglich gehalten werden. Auch hochkomplexe Liquorzirkulationsstörungen können mit Hilfe von in den OP-Saal integrierten Kernspin- und Computertomografen sowie Ultraschall-navigiert auf den Millimeter genau durchgeführt werden.

Spezialisten

Priv.-Doz. Dr. med. Heidi Bächli

 

Sektionsleiterin pädiatrische Neurochirurgie

 

Spezialisiert auf neurochirurgische Erkrankungen im Kindesalter, Spastikbehandlung, Hydrocephalus, Entwicklungsstörungen (ZNS), kindliche Hirntumore

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Dr. med. Ahmed El Damaty


Oberarzt für Neurochirurgie

Spezialisiert auf intrakranielle Endoskopie, pädiatrische Hirntumorchirurgie, neurochirurgische Erkrankungen im Kindesalter und Hydrocephalus

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Terminvereinbarung Spezialsprechstunde kindlicher Hydrocephalus

Sprechstunde kindlicher Hydrocephalus

Montag von 12.00 - 15.30 Uhr

Donnerstag von 09.00 - 15.30 Uhr

Terminvereinbarung über das Sekretariat der Kinderneurochirurgie:

Frau Sam

Tel:  06221-56 38984
Fax: 06221-56 5856
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