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Forschung

AG Spätfolgen der Sepsis

AG Spätfolgen der Sepsis

Die Sepsis stellt einen akut lebensbedrohlichen Zustand dar, der eine intensivmedizinische Behandlung notwendig macht. Durch Therapieverfahren überleben heute trotz steigender Zahl der Neuerkrankungen immer mehr Patienten diesen akuten Zustand. Doch was passiert danach? Endet die Sepsis mit dem Verlassen des Krankenhauses? Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass genau dies nicht der Fall ist, sondern vielmehr verschiedene Körperfunktionen auch lange Zeit nach überstandener Sepsis noch verändert sind.

Die Forschung unserer Arbeitsgruppe setzt da ein, wo die moderne Intensivmedizin endet. Wir wollen verstehen, welche Veränderungen sich durch die fulminante Immunreaktion in den Zellen des menschlichen Organismus "eingebrannt" haben und welche molekularen Narben zurückbleiben. Diese Fragen untersuchen wir mittels modernen immunologischen Methoden und Hochdurchsatzsequenzierungstechnologie sowohl im Tiermodell als auch zusammen mit ehemaligen Patienten im Rahmen klinischer Forschungsprojekte. Denn: nur was wir verstehen, können wir zum Wohl unserer Patienten beeinflussen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Wiss. Mitarbeiter/-innen

  • Dr. med. Manuel Obermaier


  • Dr. med. Johanna Ohnesorge

  • Sandra Tamulyte

Doktorandin

  • Judith Schenz

Laufende Projekte

1. Generationsübergreifende Spätfolgen der Sepsis

Im tierexperimentellen Ansatz untersuchen wir, ob verschiedene Organsysteme sowohl auf funktioneller als auch auf molekularer Ebene in Nachkommen von post-septischen Elterntieren verändert sind und wie die Weitergabe der Information zwischen der Elterngeneration und den Nachkommen auf molekularer Ebene stattfindet.

2. Sepsis-induzierte Reprogrammierung

Ebenfalls im tierexperimentellen Ansatz gehen wir der Frage auf den Grund, ob eine überstandene Sepsis nachhaltige Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme des Organismus bewirkt. Dabei interessieren uns neben den Genexpressionsmustern insbesondere auch die regulatorischen Ebenen, die diese beeinflussen (z.B. DNA-Methylierung, Histonmodifikationen).

3. Quality of Life, Immune function and Survival after Sepsis (QISS-Studie)

Zusammen mit unseren ehemaligen Patienten, die eine Sepsis überstanden haben, untersuchen wir prospektiv, in wie weit sich nach Entlassung aus der Klinik Einschränkungen in der Lebensqualität ergeben haben und ob das Immunsystem hierbei eine Rolle spielt.

Kooperationen

Dr. Christian Koch, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Gießen