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Medical Intervention Car

MIC

Das "Medical Intervention Car (MIC)" ist ein innovatives und bislang deutschlandweit einzigartiges Konzept, um die außerklinische Notfallversorgung nochmals zu verbessern. Äußerlich unterscheidet sich das "MIC" wenig von einem "gewöhnlichen" Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und auch die Grundausrüstung des "MIC" entspricht der eines NEF. Die "inneren Werte" des "MIC" gehen jedoch weit über eine Normausstattung hinaus. Welche dies genau sind, darauf gehen wir im Folgenden ein.

Der Begriff "Medical Intervention Car" stammt aus dem Motorsport, wo besondere Rettungsfahrzeuge mit speziell ausgebildetem medizinischem Personal und einer speziellen Ausrüstung bereitstehen, um in ganz bestimmten Situationen ihre Expertise auf der Rennstrecke einsetzen zu können. Ähnlich verhält es sich beim "MIC" auf der Straße, wobei sich die Ausrüstung und die Art der Expertise freilich von denen seines "Namensbruders" auf der Rennstrecke unterscheiden: Während es im Motorsport insbesondere um die Rettung des verunfallten Rennfahrers aus seinem Fahrzeug ("Extrication") geht, ist dies bei Unfällen die Aufgabe und Expertise der Feuerwehr. Das "MIC" soll vielmehr die Möglichkeit bieten, spezielle erweiterte lebensrettende medizinische Interventionen an der Einsatzstelle durchzuführen, die im regulären Rettungsdienst in dieser Form derzeit nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind:

  • Verschluss der Aorta durch einen speziellen Ballonkatheter, um starke Blutungen im Bereich der unteren Körperhälfte zu stoppen (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta, REBOA)
  • Eröffnung des Brustkorbes bei schwersten Thoraxverletzungen (Clamshell-Thorakotomie)
  • Künstlicher Kreislauf und Sauerstoffanreicherung des Blutes mittels Herz-Lungen-Maschine (Extrakorporale Membranoxygenierung, VA-ECMO/eCPR) -> ab Januar 2020
  • Blutersatz durch Blut- und Gerinnungsprodukte (erstes Fahrzeug des Rettungsdienstes in Deutschland mit Erythrozytenkonzentraten)
  • Mobiles Sonographiegerät zur Ultraschalluntersuchung
  • Leistungsstarke Videolaryngoskopie und Flexible Optik zur Atemwegssicherung

Darüber hinaus kann durch das "MIC" mit einem erfahrenen Notarzt und Facharzt für Anästhesiologie zusätzliche Expertise an den Einsatzort geholt werden, beispielsweise bei Einsätzen mit kleinen Kindern oder wann immer der Notarzt vor Ort Unterstützung benötigt. Somit kann das "MIC" zusätzlich auch Aufgaben eins "Oberarzt-NEF" oder eines "Kinder-Notarztes" wahrnehmen.

Für den Einsatz des "MIC" gelten einige wichtige Grundsätze:

  • Die Behandlung des Patienten verbleibt beim Notarzt vor Ort, es findet keine "Übergabe" statt - das Team des "MIC" bietet zusätzliche Ressourcen, Expertise und Unterstützung.
  • Wann immer ein schneller Transport sinnvoll und möglich ist, wird dieser unverzüglich eingeleitet - niemals wird auf das "MIC" gewartet. Gegebenenfalls kann im Sinne eines Rendezvous der Notarzt des "MIC" unterwegs aufgenommen werden.

Teilweise stehen einzelne der genannten Möglichkeiten auf bestimmten Einsatzfahrzeugen oder Hubschraubern bereits zur Verfügung. Das "MIC" kombiniert erstmals sämtliche Eigenschaften auf einem einzigen Einsatzfahrzeug. Im Gegensatz zu Hubschraubern ist das "MIC" dabei nicht von Tageszeit und Wetter abhängig.

Im Rahmen dieses einzigartigen Pilotprojektes ist das "MIC" zunächst für 2 Jahre werktags und tagsüber einsatzbereit. In dieser Zeit wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und analysiert. Unsere Vision ist es, dieses besondere Einsatzfahrzeug dauerhaft und rund um die Uhr für den Rettungsdienst zu etablieren.

Möglich wurde dieses Projekt durch die großzügige Unterstützung von Volvo Cars Deutschland, verschiedenen namhaften Medizinprodukteherstellern (Ambu, Corpuls, Dräger, PAX, Storz) sowie Eigenmitteln der Klinik für Anästhesiologie und der Sektion Notfallmedizin.

 

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Schlüsselübergabe (v.l.n.r.): Prof. Erik Popp, Leiter der Sektion Notfallmedizin, Prof. Markus A. Weigand, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Dr. Niko Schneider, Sektion Notfallmedizin, Thomas Bauch, Geschäftsführer der Volvo Car Germany GmbH.

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Team (v.l.n.r.): Dr. Martin Göring, Prof. Erik Popp, Dr. Stefan Mohr, Dr. Frank Weilbacher, Dr. Niko Schneider (alle Sektion Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie), Thomas Bach (Volvo Car Germany)

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Medical Intervention Car (MIC) vor der Chirurgischen Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg

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Medical Intervention Car (MIC) vor der Chirurgischen Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg

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Das Medical Intervention Car (MIC) ist ein Projekt der Sektion Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Heidelberg

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Medical Intervention Car (MIC)

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Medical Intervention Car (MIC)

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Das Medical Intervention Car (MIC) wird durch Notärztinnen und Notärzte mit spezifischen Ausbildungen besetzt. Das Personal wird von der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Heidelberg gestellt.

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Medical Intervention Car (MIC) vor der Chirurgischen Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg

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Medical Intervention Car (MIC)

Dokumente

Presse

Interne Informationen

Funkrufname Uni RN 13/82
Dienstzeiten

werktags 07:00 - 17:00 Uhr
während Projektphase, Ausweitung geplant

Hospitationen

keine.

Standort

Universitätsklinikum Heidelberg
Klinik für Anästhesiologie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
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