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Soziale Determinanten, Equity und Migration

Arbeitsgruppe

Unsere Forschungsschwerpunkte sind Fragestellungen der sozialen Ungleichheit der Versorgung mit einem spezifischen Fokus auf Migrationsaspekte. Das Spektrum unserer Studien umfasst Analysen des Versorgungsbedarfs, epidemiologische Fragestellungen zur Krankheitslast, sowie Untersuchungen des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Dabei evaluieren wir auch die Effektivität, Kontinuität und Qualität von gesundheitlichen Maßnahmen unter realen Versorgungsbedingungen. Unsere Methoden umfassen qualitative Forschungsansätze genauso wie quantitative Verfahren aus dem Bereich der Sozialepidemiologie und Gesundheitsökonomie um die Vielschichtigkeit der relevanten Versorgungsforschungsfragen in diesem Bereich abzubilden. Unsere Forschung wird aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Landes Baden-Württemberg sowie internationaler Institutionen finanziert.

Die AG pflegt zahlreiche interdisziplinäre Kooperationen mit universitären Einrichtungen, Gesundheitsämtern, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie medizinischen Versorgern innerhalb Deutschlands. International kooperieren wir mit Universitäten, zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie UN-Organisationen um wissenschaftliche Evidenz zum Einfluss sozialer Determinanten auf die Gesundheit und gesundheitliche Versorgung zu generieren.

Der Transfer unserer Studienergebnisse in die Praxis ist uns ein besonderes Anliegen. Neben der Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen in deutschsprachigen- und renommierten englischsprachigen Zeitschriften berichten wir über die Ergebnisse unserer Forschung in öffentlichen Fachforen, der Tagespresse sowie direkt an öffentliche Interessensverbände, Behörden und Ministerien. Durch unsere Lehraktivitäten im Heidelberger Curriculum Medizin, dem Masterstudiengang Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaft, dem Bachelorstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung, sowie dem Wahlfachtrack Global Health der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg tragen wir auf verschiedenen Ebenen zur Ausbildung zukünftiger Fachkräfte im Gesundheitswesen bei.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit koordiniert die AG die allgemeinmedizinische Versorgung der Universitätsklinik Heidelberg in der Landeserstaufnahme- und Registrierungsstelle für Flüchtlinge des Landes Baden-Württemberg in Patrick-Henry Village und stellt damit eine tägliche ambulante Versorgung von Asylsuchenden sicher.

Arbeitsschwerpunkte

Versorgungsforschung zu

• Sozialen Determinanten der Gesundheit
• Soziale Ungleichheiten und Gesundheit
• Bedarfsgerechter Gesundheitsversorgung
• Migration und Gesundheit

Weitere Themenbereiche:

• Gesundheitssystemforschung
• Qualitätsforschung
• Sozialepidemiologie

Team-Mitglieder

AG Leitung

Prof. Dr. med. Kayvan Bozorgmehr, M.Sc.

AG «Health Equity Studies & Migration»
Arzt, Gesundheitswissenschaftler

Schwerpunkt

Social Epidemiology, Social Inequalities and Health, Health Systems Research, Migration and Health, Primary Health Care


06221 56-38581

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

• Dr. med. Steffen Kratochwill (Facharzt für Innere Medizin, MSc)
• Dr. med. Vivian Deugoué Ngaleu (Fachärztin in Weiterbildung zur Allgemeinmedizin)
• Dr. med. Cornelia Straßner (Fachärztin für Allgemeinmedizin)
• Sandra Ziegler (Interdisziplinäre Anthropologin MA)
• Rosa Jahn (Ärztin)
• Louise Rosa Biddle (MSc)
• Sven Rohleder (MSc)
• Andreas Gold (MSc, RN)
• Maren Hintermeier (MSc)
• Clara Perplies (MSc)

Doktorandinnen und Doktoranden

• Rosi Marungu (cand. med)

Wissenschaftliche Hilfskräfte

• Sukhvir Kaur
• Eilin Rast
• Johanna Landes
• Alexandra Romanova

Aktuelle Projekte

Abgeschlossene Projekte

•    Buchprojekt (Hrsg: Bozorgmehr K/Razum O/Roberts B/Biddle L): „Health Policy and Systems Responses to Forced Migration“WHO Regional Office for Europe Health Evidence Network Synthesis Report: “What is the evidence on availability and integration of refugee and migrant health data in health information systems in the WHO European Region?”
•    Lehr und Forschungsprojekt Migration & Gesundheit
•    Ausgangsanalyse der Situation von Flüchtlingen/Asylsuchenden zur Entwicklung von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung
•    Evaluation des persönlichen Gesundheitshefts für Asylsuchende in Landeserstaufnahmestellen in Baden-Württemberg: eine cluster-randomisierte Studie im ‚stepped-wedge‘ Design
•    SALOMO-Studie  - Analyse der Versorgungssituation von Schwangeren und Wöchnerinnen im Asylverfahren: Eine longitudinale Mixed-Methods-Studie 
•    Die medizinische Versorgung von Asylbewerbern: eine explorative Mixed-Methods-Studie
•    Gesundheitszustand und Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Deutschland: eine systematische Übersichtsarbeit

Aufgaben im Bereich Lehre

Masterstudiengang “Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaft im Gesundheitswesen“ 

•    Gesundheitssysteme
•    Gesundheitsökonomische Evaluation
•    Qualitative Forschungsmethoden in der Versorgungsforschung
•    Praktikumsmodul
 
Bachelorstudium „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“

•    Strukturen im Gesundheitswesen
•    Prävention und Gesundheitsförderung
•    Strukturelle und interkulturelle Kompetenzen im Gesundheitswesen 
 
Humanmedizinstudium

•    Prävention und Gesundheitsförderung
•    Wahlfach „Gesundheit und medizinische Versorgung von Asylsuchenden“
•    Lehrbeteiligung
•    Wahlfachtrack Global Health
•    Global Health Lecture Series
 
Masterstudiengang “International Health“
Lehrbeteiligung

•    Public Health & Disasters

Fakultätsübergreifende Lehrtätigkeit

Leitung (in Kooperation mit dem Institut für Public Health)

•    Forschungskolloquium Migration (fächer- und fakultätsübergreifend für alle offen)

Betreuung von Qualifikationsarbeiten

Promotionen (Dr. sc. hum. und Dr. med.)

  • „Ist die medizinische Versorgung von Asylsuchenden bedarfsgerecht? Eine explorative Querschnittstudie in drei Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs“. - Christine Schneider (cand. med.)
  • „Unterschiede in der Prävalenz ambulant-sensitiver Krankenhauseinweisungen zwischen Flüchtlingskindern und Kindern der Regelbevölkerung: Eine Zeitreihenanalyse.“ - Célina Lichtl (cand. med.)
  • „Gesundheitliche Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland: Evidence Mapping und behördliche Anforderungen an ein Monitoringsystem.“ - Lukas Kratzsch (cand. med.)
  • „Interaktionen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren und der medizinischen Forschung und Entwicklung – die Fallstudie HPV Impfstoff“ - Rosa Jahn (cand. med.)
  • „Psychische Belastung von Schwangeren Asylsuchenden – Pilotierung und Evaluation eines niederschwelligen Untersuchungsangebots in einer Hebammensprechstunde“ - Rosi Marungu (cand. med.)
  • „Restricted Care? Der Umgang mit Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung von Geflüchteten. Eine Mixed-Methods-Studie“ – Sandra Ziegler (Dr. sc. hum.)
  • „Resilience and responsiveness of the German health system to increased forced migration since 2015“ – Louise Biddle (Dr. sc. hum.)

Bachelor- und Masterarbeiten

  • „Der Bedarf und die Erreichbarkeit allgemeinärztlicher Versorgung von Asylsuchenden in Baden-Württemberg: eine geografische Untersuchung auf Ebene der Gemeinschaftsunterkünfte” – Maren Hintermeier (MSc Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaften)
  • „Die Gesundheitskompetenz und deren Einfluss auf die gesundheitliche Versorgung in Deutschland: Eine Querschnittstudie in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Baden-Württemberg” – Julia Rühl (MSc Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaften)
  • „Fördernde und hemmende Faktoren der Teilnahme von Geflüchteten an einer Peer-Group-Intervention zur Förderung der Psychischen Gesundheit in einem kommunalen Setting” – Clara Perplies (MPH)
  • “Trust in uncertainty: A qualitative study exploring the maternity care provision to
    asylum-seeking women in the southwest of Germany.” – Esther Rottenburg (MSc Global Health
  • “Health situation and use of health services of children with insecure residence status in Germany. An explorative analysis based on data from the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS).” – Judith Wenner (MPH)
  • “Disease Patterns, Lifestyle Adjustments and Healthcare Access among Multimorbid Refugees in Cairo, Egypt: A Comparative Mixed Methods Research.” - Abdelmenem Bashar (MSc International Health)

Aktuelle Publikationen (Auswahl)

Offe J, Dietrich A, Bozorgmehr K, Trabert J (Hrsg.) Parallel Report to the CESCR on the Right to Health for Non-Nationals. Juli, 2018 (PDF-Dokument)

Bozorgmehr K, Stock C, Joggerst B, Razum O. Tuberculosis screening in asylum seekers in Germany: a need for better data [letter]. Lancet Public Health 2018;  ii: S2468-2667(18)30132-4 - doi: 10.1016/S2468-2667(18)30132-4 [Epub ahead of print]

Bozorgmehr K, Samuilova M, Petrova-Benedict R, Girardi E, Piselli P, Kentikelenis A. Infectious disease health services for refugees and asylum seekers during a time of crisis:  a scoping study of six European Union countries. Health Policy 2018 (in press)

Razum O, Breckenkamp J, Borde T, David M, Bozorgmehr K. Early antenatal care visit as indicator for health equity monitoring. The Lancet Global Health 6(1) e35 - doi:10.1016/S2214-109X(17)30465-5

Bozorgmehr K, Wahedi K. Reframing solidarity in Europe: Frontex, frontiers, and the fallacy of refugee quota. The Lancet Public Health 2017;2:e10-e11

Bozorgmehr K, Wahedi K, Noest S, Szecsenyi J, Razum O. Infectious disease screening in asylum seekers: range, coverage and economic evaluation in Germany, 2015. Eurosurveillance 2017; 22(40): 16-00677

Bozorgmehr K, Joggerst B, Wagner U, Stock C. Yield of tuberculosis screening in asylum-seekers by country of origin: analysis of screening data in a German federal state (2002–2015). European Respiratory Journal 2017; 49(4): 1602327

Bozorgmehr K, Razum O, Saure D, Joggerst B, Szecsenyi J, Stock C. Yield of active screening for tuberculosis among asylum seekers in Germany: a systematic review and meta-analysis. Eurosurveillance 2017; 22(12)

Bozorgmehr K, Noest S, Thaiss MH, Razum O: [Health care provisions for asylum-seekers: a nationwide survey of public health authorities in Germany]. Bundesgesundheitsblatt 2016, 59: 545-555

Bozorgmehr K, Razum O: Social inequalities and health: monitoring in the era of non-communicable diseases. Public Health Forum 2016, 24:2;70-72

Bozorgmehr K, Razum O: Effect of Restricting Access to Health Care on Health Expenditures among Asylum-Seekers and Refugees: A Quasi-Experimental Study in Germany, 1994–2013. PLoS ONE 2015, 10: e0131483.

Aktuelle Vorträge und Kongressbeiträge (Auswahl)

Bozorgmehr K. The health of asylum seekers in Germany: surveillance, monitoring and research-driven approaches. European Public Health Conference, Stockholm, Nov 2017.

Bozorgmehr K, Razum O, Noest S. Provision and financing of physical and mental health services for refugees in Germany. (In cooperation with WHO Regional Office for Europe) European Public Health Conference, Stockholm, Nov 2017.

Bozorgmehr K. Gesundheitsförderung bei Geflüchteten: Herausforderung und Perspektiven. Eröffnungsvortrag der Satellitenveranstaltung zum Kongress Armut und Gesundheit „FLUCHTPUNKT KOMMUNE. Perspektiven auf Gesundheitsförderung bei Geflüchteten und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“. Berlin, März 2017.

Wahedi K, Gewalt SCG, Biber E, Bozorgmehr K. Kontinuität in der Versorgung von Asylsuchenden: Herausforderungen und Lösungsansätze. Fachforum auf dem Kongress Armut Gesundheit. Berlin, März 2017.