Urologie und Robotik

Spektrum

Robotische Chirurgie
Robotische Urologie

Die roboterassistierte Chirurgie gehört heute zu den modernsten minimal-invasiven Operationsverfahren in der Urologie. Über wenige kleine Hautschnitte werden hochpräzise Instrumente in das Operationsgebiet eingebracht und vom Operateur an der Konsole gesteuert. Eine hochauflösende, dreidimensionale Darstellung mit starker Vergrößerung ermöglicht dabei eine besonders präzise Darstellung feinster anatomischer Strukturen.

Die hohe Beweglichkeit der Instrumente erlaubt ein exaktes Operieren auch in anatomisch schwer zugänglichen Bereichen. Dies ist insbesondere bei Eingriffen von Bedeutung, bei denen neben der vollständigen Behandlung einer Erkrankung auch der Erhalt wichtiger Nerven, Gefäße und funktioneller Strukturen eine zentrale Rolle spielt. 

NeuroSAFE-Technik

Bei der NeuroSAFE-Technik werden während der Prostatektomie die an den Nervenstrukturen angrenzenden Resektionsränder mittels Schnellschnitt (Frozen Section) direkt durch die Pathologie untersucht. So kann ein möglichst weitgehender Nervenerhalt angestrebt und bei Tumornachweis unmittelbar eine gezielte Nachresektion durchgeführt werden.

Vorteile für unsere Patientinnen und Patienten

Im Vergleich zu offenen Operationsverfahren kann der minimal-invasive roboterassistierte Zugang – abhängig vom jeweiligen Eingriff und der individuellen Situation – verschiedene Vorteile bieten:

  • kleinere Hautschnitte und geringeres Operationstrauma
  • häufig geringerer Blutverlust
  • weniger postoperative Schmerzen
  • schnellere Mobilisation und Erholung
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • sehr gute Darstellung anatomischer Strukturen durch hochauflösende 3D-Bildgebung
  • präzise Präparation und Rekonstruktion durch besonders bewegliche Instrumente
  • kleinere Narben und ein gutes kosmetisches Ergebnis

Unser roboterassistiertes Operationsspektrum

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf der roboterassistierten Behandlung urologischer Tumorerkrankungen sowie komplexer rekonstruktiver Eingriffe. Zu unserem Spektrum gehören unter anderem:

  • Roboterassistierte radikale Prostatektomie (RARP) – Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs, wenn möglich unter Erhalt der für Kontinenz und Sexualfunktion wichtigen Strukturen
  • Roboterassistierte Nierenteilresektion (RAPN) – organerhaltende Entfernung von Nierentumoren unter Schonung des gesunden Nierengewebes
  • Roboterassistierte Nephroureterektomie (RANU) – Entfernung von Niere und Harnleiter bei Tumoren des oberen Harntraktes
  • Roboterassistierte radikale Zystektomie (RARC) – Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs mit anschließender Rekonstruktion beziehungsweise Harnableitung

Welches Operationsverfahren am besten geeignet ist, entscheiden wir individuell anhand der Erkrankung, der anatomischen Voraussetzungen und der persönlichen Situation unserer Patientinnen und Patienten.

Präzision trifft Erfahrung

Moderne Technologie ist dabei immer nur ein Teil der Behandlung: Der Roboter operiert nicht selbst. Sämtliche Operationsschritte werden vom Operateur durchgeführt und über die Konsole präzise gesteuert. Die Kombination aus operativer Erfahrung, moderner Bildgebung und roboterassistierter Technologie ermöglicht eine individuell geplante und möglichst schonende Behandlung.

Robotische rekonstruktive und Fistelchirurgie

Die rekonstruktive Urologie befasst sich mit der Wiederherstellung der natürlichen Funktion der Harnwege. Angeborene oder erworbene Engstellen, Verletzungen, Folgen vorausgegangener Operationen oder Bestrahlungen sowie Fisteln zwischen den Harnwegen und benachbarten Organen können komplexe operative Rekonstruktionen erforderlich machen.

Die roboterassistierte Chirurgie bietet hierbei besondere Vorteile. Die hochauflösende 3D-Darstellung, die starke Vergrößerung und die sehr beweglichen Instrumente ermöglichen eine präzise Präparation und Rekonstruktion auch in anatomisch anspruchsvollen Regionen. Feine Nähte und Verbindungen können exakt angelegt werden, während umliegende Strukturen möglichst geschont werden.

Vorteile für unsere Patientinnen und Patienten

Durch den minimal-invasiven roboterassistierten Zugang können – abhängig vom jeweiligen Eingriff – kleinere Hautschnitte, weniger postoperative Schmerzen, geringerer Blutverlust und eine schnellere Erholung erreicht werden. Besonders bei komplexen Rekonstruktionen ermöglicht das Robotersystem eine präzise Nahttechnik bei gleichzeitig guter Übersicht im Operationsgebiet.

Unser Spektrum der roboterassistierten rekonstruktiven Chirurgie umfasst unter anderem:

  • Roboterassistierte Nierenbeckenplastik – Rekonstruktion bei einer Engstelle des Übergangs zwischen Nierenbecken und Harnleiter
  • Roboterassistierte Harnleiterrekonstruktion – Wiederherstellung des Harnleiters bei Engstellen, Verletzungen oder narbigen Veränderungen
  • Roboterassistierte Harnleiterreimplantation – Neueinpflanzung des Harnleiters in die Harnblase, beispielsweise bei Engstellen im unteren Harnleiter
  • Komplexe Harnleiterrekonstruktionen – je nach Länge und Lage des Defektes unter Einsatz unterschiedlicher rekonstruktiver Techniken
  • Roboterassistierte Fistelchirurgie – operative Versorgung krankhafter Verbindungen zwischen den Harnwegen und benachbarten Organen, beispielsweise bei Blasen-Scheiden-Fisteln (vesikovaginalen Fisteln) oder ausgewählten Fisteln zwischen Harnwegen und Darm
  • Rekonstruktive Eingriffe nach Voroperationen – Behandlung komplexer Veränderungen der Harnwege nach vorausgegangenen Operationen oder anderen Therapien

Individuelle Planung bei komplexen Eingriffen

Rekonstruktive Operationen erfordern eine besonders sorgfältige Planung. Art und Umfang der Rekonstruktion werden individuell anhand der Lokalisation und Ausdehnung des Befundes, vorausgegangener Behandlungen und der persönlichen Voraussetzungen festgelegt. Unser Ziel ist dabei, die natürliche Funktion der Harnwege möglichst dauerhaft wiederherzustellen und gleichzeitig die Belastung durch den Eingriff so gering wie möglich zu halten.

Robotische Urogynäkologie

Eine Senkung der Genitalorgane (Descensus genitalis) entsteht, wenn die Halte- und Stützstrukturen des Beckenbodens an Stabilität verlieren. Dadurch können sich Gebärmutter, Scheide, Harnblase oder Enddarm absenken. In ausgeprägten Fällen kann es zu einem Vorfall der Scheide oder Gebärmutter kommen.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Typisch sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken, ein sicht- oder tastbarer Vorfall, Beschwerden beim Wasserlassen oder bei der Darmentleerung sowie Einschränkungen bei körperlicher Aktivität oder im Alltag. Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach Art und Ausprägung der Senkung, den individuellen Beschwerden sowie möglichen Voroperationen.

Neben konservativen Behandlungsmöglichkeiten stehen bei entsprechender Indikation verschiedene moderne operative Verfahren zur Verfügung. Ziel der Operation ist es, die anatomischen Verhältnisse im kleinen Becken möglichst dauerhaft wiederherzustellen und gleichzeitig die Funktion der Beckenorgane zu erhalten.

Operative Therapiemöglichkeiten

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf minimalinvasiven roboterassistierten Operationsverfahren. Die hochpräzise Operationstechnik ermöglicht eine sehr gute Darstellung der anatomischen Strukturen im kleinen Becken und unterstützt eine gewebeschonende Rekonstruktion.

Zu unserem operativen Spektrum gehören:

  • Roboterassistierte laparoskopische Scheidenfixation am Kreuzbein (Sakrokolpopexie) mit Implantation eines Y-förmigen Netzes
  • Roboterassistierte laparoskopische Scheidenhebung nach Dubuisson mit Netzimplantation
  • Roboterassistierte laparoskopische Scheidenfixation an der seitlichen Beckenwand

Die Wahl des geeigneten Operationsverfahrens erfolgt individuell und abgestimmt auf den jeweiligen Befund. Dabei berücksichtigen wir neben der Form und Ausprägung der Senkung auch vorausgegangene Operationen, mögliche Begleiterkrankungen und die persönlichen Bedürfnisse der Patientin.

Unser Ziel ist eine stabile und möglichst natürliche Rekonstruktion des Beckenbodens, um Beschwerden nachhaltig zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Urogynäkologie

Konservative Therapiemöglichkeiten

Nicht jede Senkung der Genitalorgane muss operativ behandelt werden. Insbesondere bei leichteren Formen oder wenn eine Operation nicht gewünscht oder medizinisch nicht sinnvoll ist, stehen verschiedene konservative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Eine wichtige Rolle spielt die gezielte Beckenboden- und Physiotherapie, mit der die Muskulatur des Beckenbodens gestärkt und die Stabilität der Beckenorgane unterstützt werden kann. Ergänzend kann eine individuell angepasste Pessartherapie eingesetzt werden. Dabei wird ein medizinisches Hilfsmittel in die Scheide eingelegt, das die abgesenkten Organe mechanisch unterstützt und Beschwerden häufig deutlich reduzieren kann.

Welche konservative Therapie geeignet ist, richtet sich nach Art und Ausprägung der Senkung, den bestehenden Beschwerden sowie den individuellen Bedürfnissen der Patientin.

Transvaginale operative Therapiemöglichkeiten

Neben den roboterassistierten Verfahren stehen verschiedene operative Behandlungen über die Scheide zur Verfügung. Diese ermöglichen eine gezielte Rekonstruktion und Stabilisierung des Beckenbodens ohne Bauchschnitt. Je nach Befund können unterschiedliche Verfahren miteinander kombiniert werden.

Zu unserem operativen Spektrum gehören:

  • Vordere und hintere Scheidenraffung mit körpereigenem Gewebe zur Rekonstruktion und Stabilisierung des Beckenbodens
  • Vordere und hintere Scheidenraffung mit Eigengewebe in Kombination mit vaginaler Gebärmutterentfernung und sakrospinaler Scheidenpolfixierung
  • Vaginale Gebärmutterfixation mit einem Mininetz, je nach Befund kombiniert mit einer vorderen und/oder hinteren Scheidenraffung
  • Vaginale Netzimplantation unter die vordere oder hintere Scheidenwand bei entsprechender individueller Indikation

Die Entscheidung für das geeignete Verfahren erfolgt nach einer individuellen Untersuchung und ausführlichen Beratung. Dabei berücksichtigen wir die genaue Form der Senkung, mögliche Begleiterkrankungen und Voroperationen sowie den Wunsch nach Erhalt der Gebärmutter.

Ziel aller Verfahren ist eine möglichst anatomiegerechte und dauerhafte Stabilisierung des Beckenbodens sowie eine Verbesserung der Beschwerden und der Lebensqualität.

Endourologie

Die Endourologie umfasst operative Verfahren, bei denen Erkrankungen der Harnwege über die natürlichen Körperöffnungen oder über kleinste Zugänge behandelt werden. Moderne hochauflösende Kameras, flexible Endoskope und leistungsfähige Lasersysteme ermöglichen heute die Behandlung auch komplexer Erkrankungen von Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und Niere – in vielen Fällen ohne klassischen Hautschnitt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der endoskopischen Behandlung von Harnblasentumoren, Harnsteinen und Engstellen der Harnwege. Abhängig von Erkrankung, Steingröße und anatomischen Voraussetzungen wählen wir das individuell geeignete Verfahren.

Vorteile für unsere Patientinnen und Patienten

Endourologische Eingriffe sind besonders schonend, da der operative Zugang überwiegend über die natürlichen Harnwege erfolgt. Dies ermöglicht – abhängig vom Eingriff – weniger Schmerzen, eine schnelle Mobilisation, kurze Erholungszeiten und häufig einen kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Unser endourologisches Spektrum umfasst unter anderem:

  • Transurethrale Resektion von Blasentumoren (TUR-B) – endoskopische Entfernung von Tumoren der Harnblase über die Harnröhre
  • Photodynamische Diagnostik (PDD) – spezielle fluoreszenzgestützte Darstellung von Blasentumoren zur verbesserten Erkennung auch kleiner oder flacher Tumorareale
  • Starre Ureterorenoskopie (URS) – endoskopische Behandlung von Harnleitersteinen und anderen Erkrankungen des Harnleiters
  • Flexible Ureterorenoskopie (fURS/RIRS) – hochflexible Instrumente ermöglichen den Zugang bis in die einzelnen Bereiche des Nierenhohlsystems und die gezielte Behandlung von Nierensteinen
  • Komplexe endoskopische Steintherapie – Behandlung größerer, multipler oder anatomisch schwierig gelegener Nieren- und Harnleitersteine
  • Moderne Laser-Lithotripsie – präzise Zerkleinerung von Harnsteinen mit leistungsfähiger Holmium- oder Thulium-Faser-Lasertechnologie
  • Mini-PCNL – minimal-invasive Entfernung größerer oder komplexer Nierensteine über einen kleinen direkten Zugang zur Niere
  • Endoskopische Behandlung von Engstellen – beispielsweise bei ausgewählten Verengungen des Harnleiters oder der Harnröhre
  • Einlage und Wechsel von Harnleiterschienen (DJ-Katheter) sowie weitere diagnostische und therapeutische endourologische Eingriffe

Moderne Technologie für eine möglichst schonende Behandlung

Insbesondere bei komplexen Steinleiden können verschiedene endourologische Verfahren miteinander kombiniert werden. Hochauflösende digitale Bildgebung, moderne flexible Endoskope und neue Lasertechnologien ermöglichen eine präzise und individuell angepasste Behandlung bei möglichst geringer Belastung.

Unser Ziel ist es, auch komplexe Erkrankungen der Harnwege möglichst organerhaltend, minimal-invasiv und mit einer schnellen Rückkehr in den Alltag zu behandeln.

Laser Chirurgie

Die Laserchirurgie hat die operative Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung in den vergangenen Jahren wesentlich weiterentwickelt. Mit der Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP) und der Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) stehen moderne, minimal-invasive Verfahren zur Verfügung, mit denen auch große Prostatavolumina effektiv und schonend behandelt werden können.

Bei beiden Verfahren erfolgt die Operation vollständig über die Harnröhre und ohne äußeren Hautschnitt. Das vergrößerte Prostatagewebe wird mit Hilfe des Lasers entlang der natürlichen anatomischen Schicht von der Prostatakapsel gelöst (Enukleation), anschließend in der Harnblase zerkleinert und entfernt. Das entnommene Gewebe wird zur feingeweblichen Untersuchung an die Pathologie weitergeleitet.

Vorteile für unsere Patienten

Die Laserenukleation verbindet eine effektive Entfernung des störenden Prostatagewebes mit einem minimal-invasiven Zugang. Zu den möglichen Vorteilen gehören:

  • Behandlung auch sehr großer Prostatavolumina
  • kein äußerer Hautschnitt
  • effektive und langfristige Verbesserung des Harnflusses
  • gute Blutstillung und geringer Blutverlust
  • kurze Katheterliegezeit und schnelle Mobilisation
  • vergleichsweise kurze Erholungs- und Krankenhausaufenthaltszeiten
  • Gewinnung von Prostatagewebe zur feingeweblichen Untersuchung
  • Alternative zur klassischen offenen oder roboterassistierten Adenomenukleation bei großen Prostatavolumina

ThuLEP – Thulium-Laser-Enukleation

Bei der ThuLEP wird das vergrößerte Prostatagewebe mit moderner Thulium-Lasertechnologie präzise aus der Prostatakapsel herausgelöst. Die Eigenschaften des Lasers ermöglichen eine kontrollierte Gewebebearbeitung bei gleichzeitig sehr guter Blutstillung. Dadurch kann das Verfahren auch bei ausgeprägter gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt werden.

HoLEP – Holmium-Laser-Enukleation

Die HoLEP ist ein seit vielen Jahren etabliertes Laserverfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Auch hierbei wird das überschüssige Prostatagewebe anatomisch enukleiert und anschließend entfernt. Das Verfahren ist weitgehend unabhängig von der Größe der Prostata einsetzbar und insbesondere für größere Drüsen eine etablierte Alternative zu konventionellen Operationsverfahren.

Individuelle Wahl des Operationsverfahrens

Nicht jede gutartige Prostatavergrößerung muss operiert werden. Wenn Medikamente keine ausreichende Besserung mehr erzielen oder Komplikationen wie wiederholter Harnverhalt, Restharnbildung, wiederkehrende Infektionen, Blasensteine oder eine Beeinträchtigung der oberen Harnwege auftreten, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Welches Verfahren – beispielsweise ThuLEP, HoLEP oder eine andere endoskopische Operationstechnik – am besten geeignet ist, entscheiden wir individuell anhand von Prostatagröße, Beschwerden, Begleiterkrankungen und den persönlichen Voraussetzungen des Patienten.

MRT-Fusionsbiopsie

Die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie ist ein modernes Verfahren zur gezielten Abklärung auffälliger Veränderungen der Prostata. Dabei werden zuvor im multiparametrischen MRT (mpMRT) erkannte verdächtige Areale mit den Ultraschallbildern während der Biopsie zusammengeführt. Dadurch können auffällige Bereiche gezielt biopsiert und – je nach Befund – durch zusätzliche systematische beziehungsweise perilesionale Gewebeproben ergänzt werden. Die MRT-gestützte gezielte Biopsie ist heute ein zentraler Bestandteil der modernen Prostatakrebsdiagnostik.

Vor der Biopsie

Vor dem Eingriff erfolgt zunächst eine ausführliche urologische Vorstellung und Aufklärung. Dabei werden PSA-Wert, MRT-Befund, Vorerkrankungen und aktuelle Medikamente besprochen und die Indikation zur Biopsie überprüft.

Besonders wichtig ist die Angabe von blutverdünnenden Medikamenten sowie bestehenden Allergien oder vorausgegangenen Infektionen. Ob und wie Medikamente vor der Untersuchung pausiert oder umgestellt werden müssen, wird individuell mit Ihnen besprochen. Falls eine antibiotische Prophylaxe erforderlich ist, erhalten Sie hierzu von uns genaue Anweisungen.

Durchführung in Lokalanästhesie

Die Biopsie wird bei uns in der Regel ambulant und in Lokalanästhesie durchgeführt. Eine Vollnarkose ist somit üblicherweise nicht erforderlich. Sowohl transrektale als auch transperineale MRT-gezielte Biopsien können grundsätzlich unter lokaler Betäubung durchgeführt werden.

Während der Untersuchung werden die zuvor im MRT markierten verdächtigen Bereiche mit dem aktuellen Ultraschallbild der Prostata digital fusioniert. Anschließend können diese Areale präzise und gezielt punktiert werden. Die gewonnenen Gewebeproben werden danach zur feingeweblichen Untersuchung an die Pathologie weitergeleitet.

Nach der Untersuchung

Nach einer kurzen Überwachungszeit können unsere Patienten in der Regel noch am selben Tag nach Hause gehen. Vorübergehende Blutbeimengungen im Urin, Sperma oder Stuhl können nach einer Prostatabiopsie auftreten.

Bei Fieber, Schüttelfrost, stärkeren Blutungen oder Problemen beim Wasserlassen sollte umgehend ärztlicher Kontakt aufgenommen werden.

Befund und persönliche Rückmeldung

Die feingewebliche Untersuchung erfolgt durch die Pathologie. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb weniger Tage vor.

Sobald der Befund vollständig vorliegt, kontaktieren wir unsere Patienten telefonisch und besprechen das Ergebnis sowie – falls erforderlich – die weiteren diagnostischen oder therapeutischen Schritte. So möchten wir die Zeit zwischen Untersuchung und Befundmitteilung möglichst kurz halten.

Röntgen

Unser urologischer Röntgenbereich ermöglicht eine moderne bildgebende Diagnostik der Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre. Neben diagnostischen Untersuchungen können unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle auch verschiedene minimal-invasive Eingriffe direkt durchgeführt werden.

Die unmittelbare Verbindung von Bildgebung und urologischer Behandlung ermöglicht es, Veränderungen der Harnwege präzise darzustellen und bei Bedarf gleichzeitig therapeutisch zu behandeln.

Diagnostisches Spektrum

Je nach Fragestellung stehen unterschiedliche Untersuchungsverfahren zur Verfügung:

  • Retrograde Ureteropyelographie – Kontrastmitteldarstellung von Harnleiter und Nierenbecken, beispielsweise bei Engstellen, Steinen oder unklaren Abflussstörungen
  • Antegrade Pyelographie – Darstellung des Nierenbeckenkelchsystems und Harnleiters über eine bereits vorhandene Nierenfistel
  • Zystographie – Kontrastmitteldarstellung der Harnblase, beispielsweise zur Beurteilung der Blasenintegrität nach Operationen
  • Miktionszysturethrographie (MCU) – Darstellung von Harnblase und Harnröhre während der Blasenentleerung
  • Urethrographie – gezielte Darstellung der Harnröhre, insbesondere bei Verdacht auf Harnröhrenengen
  • Kontrolle von Harnleiterschienen und Nephrostomien sowie Beurteilung ihrer korrekten Lage und Funktion

Minimal-invasive Eingriffe

Neben der Diagnostik führen wir im urologischen Röntgenbereich auch zahlreiche interventionelle Eingriffe durch:

  • Einlage und Wechsel von DJ-Harnleiterschienen zur Sicherung des Urinabflusses bei Harnleiterengen oder -verschlüssen
  • Perkutane Nephrostomie (Nierenfistel) zur direkten Entlastung des Nierenbeckens bei einer Abflussstörung
  • Wechsel und Kontrolle von Nephrostomiekathetern
  • Antegrade Harnleiterschienung über einen perkutanen Zugang zur Niere
  • Entfernung oder Wechsel von Harnleiterschienen bei entsprechender Indikation
  • Kontrastmittelgestützte Kontrolle nach rekonstruktiven Eingriffen an Niere, Harnleiter und Harnblase
  • Bildgesteuerte Versorgung komplexer Harnabflussstörungen, beispielsweise bei Tumorerkrankungen oder nach vorausgegangenen Operationen

Diagnostik und Therapie an einem Ort

Ein besonderer Vorteil unseres urologischen Röntgens ist die Kombination aus urologischer Expertise, Ultraschall und moderner Röntgendurchleuchtung. Dadurch können viele Fragestellungen unmittelbar beurteilt und notwendige Eingriffe gezielt und möglichst schonend durchgeführt werden.

Unser Ziel ist eine schnelle Diagnostik und sichere Wiederherstellung des Harnabflusses – sowohl bei geplanten Untersuchungen als auch bei akuten urologischen Erkrankungen.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung gehört zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Urologie. Sie ermöglicht eine schnelle und strahlungsfreie Beurteilung von Nieren, Harnleitern, Harnblase, Prostata und äußeren Genitalorganen. Neben der Diagnostik nutzen wir den Ultraschall auch zur präzisen Steuerung zahlreicher Punktionen, Biopsien und minimal-invasiver Eingriffe.

Diagnostisches Spektrum

Mit moderner hochauflösender Sonographie können zahlreiche urologische Erkrankungen unmittelbar untersucht und im Verlauf kontrolliert werden. Zu unserem Spektrum gehören unter anderem:

  • Sonographie der Nieren und Harnwege – beispielsweise bei Harnstau, Nierensteinen, Zysten oder Tumoren
  • Sonographie der Harnblase einschließlich Restharnbestimmung
  • Sonographie der Prostata und transrektaler Ultraschall (TRUS)
  • Sonographie von Hoden und Nebenhoden
  • Doppler- und Duplexsonographie zur Beurteilung der Durchblutung
  • Ultraschallkontrollen nach urologischen Operationen und Interventionen
  • Verlaufskontrollen bei bekannten Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Ultraschallgesteuerte Biopsien und Punktionen

Die kontinuierliche Darstellung der Zielregion ermöglicht eine präzise Positionierung von Punktions- und Biopsienadeln. Dadurch können Gewebeproben oder Flüssigkeitsansammlungen gezielt erreicht werden.

Unser interventionelles Spektrum umfasst unter anderem:

  • Ultraschallgesteuerte Biopsien urologischer Organe und auffälliger Raumforderungen
  • Prostatabiopsien unter sonographischer Kontrolle beziehungsweise im Rahmen der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie
  • Punktion von Zysten und Flüssigkeitsansammlungen
  • Punktion und Drainage postoperativer Flüssigkeitsansammlungen, beispielsweise bei Lymphozelen
  • Ultraschallgesteuerte Abszesspunktionen und Drainageeinlagen bei entsprechender Indikation
  • Perkutane Nephrostomie zur Entlastung eines gestauten Nierenbeckens
  • Kontrolle und Lagebeurteilung von Drainagen und Kathetern
  • Ultraschallgesteuerte Zugangsplanung für weitere minimal-invasive urologische Eingriffe

Präzise, strahlungsfrei und unmittelbar verfügbar

Ein wesentlicher Vorteil des Ultraschalls besteht darin, dass die Untersuchung ohne Röntgenstrahlung und in Echtzeit durchgeführt werden kann. Veränderungen können direkt beurteilt und viele Interventionen unter kontinuierlicher Sicht präzise gesteuert werden.

Die Kombination aus moderner Ultraschalltechnik und urologischer Expertise ermöglicht uns damit sowohl eine umfassende Diagnostik als auch gezielte minimal-invasive Behandlungen in einem Funktionsbereich.