Urologie und Robotik

Für eine präzise Diagnostik und schonende Therapie setzen wir auf moderne Technologien – von robotisch assistierter Chirurgie über hochauflösende Bildgebung bis zur MRT-gestützten Prostatadiagnostik.

OP Roboter

Präzision durch moderne Technologie

Die operative Urologie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend weiterentwickelt. Viele Eingriffe, die früher ausschließlich über größere Hautschnitte durchgeführt wurden, können heute minimal-invasiv und roboterassistiert erfolgen. Seit den ersten Anwendungen Anfang der 2000er hat sich insbesondere robotische Urologie kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute ein fester Bestandteil der modernen operativen Medizin. Mit neuen Generationen robotischer Systeme verbesserten sich Bildqualität, Instrumenten- beweglichkeit und technische Möglichkeiten stetig. Gleichzeitig erweiterte sich das operative Spektrum, von der Prostatektomie über Eingriffe an Niere und Harnleiter bis hin zu komplexen Operationen an der Harnblase, rekonstruktiven Eingriffen und Verfahren der Urogynäkologie.

Präzise, minimal-invasiv und schonend

Bei einer roboterassistierten Operation steuert der Operateur die Instrumente von einer speziellen Konsole aus. Das Robotersystem führt dabei keine Bewegungen selbstständig aus – jeder Operationsschritt liegt vollständig in der Hand des Chirurgen.

Eine hochauflösende dreidimensionale Darstellung mit starker Vergrößerung ermöglicht eine besonders detaillierte Sicht auf feinste anatomische Strukturen. Die sehr beweglichen Instrumente erlauben gleichzeitig präzises Operieren auch auf engstem Raum.

Für Patientinnen und Patienten können sich daraus – abhängig vom jeweiligen Eingriff – wichtige Vorteile ergeben:

  • kleine Hautschnitte und kleinere Narben
  • geringerer Blutverlust
  • häufig weniger Schmerzen nach der Operation
  • schnelle Mobilisation und Erholung
  • häufig kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • präzise Präparation und Schonung wichtiger anatomischer Strukturen
  • gute Voraussetzungen für komplexe rekonstruktive Eingriffe

Von der Prostatachirurgie zum breiten operativen Spektrum

Die Entwicklung der robotischen Urologie begann vor allem mit der radikalen Prostatektomie bei Prostatakrebs. Mittlerweile hat sich das Einsatzgebiet deutlich erweitert.

In der Klinik Salem – Urologie und Robotik nutzen wir die roboterassistierte Chirurgie heute bei einem breiten Spektrum urologischer Erkrankungen. Dazu gehören insbesondere Eingriffe an Prostata, Niere, Harnleiter und Harnblase sowie ausgewählte rekonstruktive Operationen.

Auch in der Urogynäkologie eröffnet die robotische Chirurgie neue Möglichkeiten. Bei Senkungsbeschwerden und komplexen Rekonstruktionen des Beckenbodens können Eingriffe minimal-invasiv und mit hoher Präzision durchgeführt werden.

Erfahrung trifft Innovation

Moderne Operationstechnik allein macht noch keine gute Operation. Entscheidend bleiben die Erfahrung des Operateurs, die richtige Indikationsstellung und ein eingespieltes Behandlungsteam.

Unser Anspruch ist es, langjährige operative Erfahrung mit den Möglichkeiten moderner robotischer Chirurgie zu verbinden. Dabei wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell entschieden, welches Operationsverfahren medizinisch am besten geeignet ist.

Als Teil des Universitätsklinikums Heidelberg verbinden wir am Standort Salem spezialisierte Patientenversorgung, moderne robotische Chirurgie, wissenschaftliche Weiterentwicklung und ärztliche Ausbildung. Unser Ziel ist dabei klar: eine möglichst präzise und schonende Behandlung mit einer schnellen Rückkehr in den Alltag.

Röntgen Platz

Urologisches Röntgen – Diagnostik und Therapie aus einer Hand

Bildgebende Verfahren sind seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der urologischen Diagnostik und Therapie. Bereits früh ermöglichte die Röntgendiagnostik eine gezielte Darstellung von Nieren, Harnleitern und Harnblase und damit eine genauere Beurteilung.

Mit der technischen Weiterentwicklung haben sich die Möglichkeiten deutlich erweitert. Moderne digitale Röntgensysteme und hochauflösende Ultraschallverfahren ermöglichen heute eine schnelle und präzise Diagnostik. Gleichzeitig können unter bildgebender Kontrolle zahlreiche minimal-invasive Eingriffe durchgeführt werden. Damit vereint das moderne urologische Röntgen präzise Diagnostik mit Therapiemöglichkeiten.

Moderne Bildgebung der Harnwege

Im urologischen Röntgen können Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre gezielt dargestellt und ihre Funktion beurteilt werden. Je nach Fragestellung kommen dabei Röntgen, Ultraschall und Kontrastmittel zum Einsatz.

Zum Untersuchungsspektrum gehören unter anderem die Darstellung der Harnleiter und des Nierenbeckens, Untersuchungen der Harnblase und Harnröhre sowie spezielle Funktionsuntersuchungen. So können beispielsweise Engstellen, Abflussstörungen, Harnsteine, Verletzungen oder andere Veränderungen der ableitenden Harnwege erkannt und genauer beurteilt werden.

Diagnostik und minimal-invasive Behandlung

Das urologische Röntgen dient jedoch nicht nur der Diagnostik. Unter bildgebender Kontrolle können auch zahlreiche kleinere Eingriffe präzise und schonend durchgeführt werden.

Hierzu gehören beispielsweise die Einlage und der Wechsel von Harnleiterschienen (DJ-Kathetern), die Anlage oder der Wechsel einer Nierenfistel (Nephrostomie) sowie weitere interventionelle Verfahren zur Sicherung des Harnabflusses.

Auch spezielle Untersuchungen wie die Zystographie, die Darstellung der Harnröhre (Urethrographie) oder die Kontrastmitteldarstellung von Nierenbecken und Harnleiter können direkt durchgeführt werden.

Schnell, gezielt und patientennah

Ein wesentlicher Vorteil des urologischen Röntgens liegt in der engen Verbindung von Diagnostik und Behandlung. Die Untersuchungen werden durch das urologische Team durchgeführt und können unmittelbar mit den klinischen und sonographischen Befunden zusammengeführt werden.

Viele Untersuchungen und kleinere Eingriffe können dadurch ambulant oder mit kurzem Aufenthalt, unter lokaler Betäubung und mit möglichst geringer Belastung für die Patientinnen und Patienten erfolgen.

Unser Ziel ist eine schnelle und präzise Diagnostik sowie – wenn erforderlich – eine möglichst schonende und minimal-invasive Behandlung der Erkrankungen der Harnwege.

Moderne Bildgebung

MRT-Fusionsbiopsie der Prostata – moderne und gezielte Diagnostik

Die Diagnostik des Prostatakarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Über viele Jahre erfolgte die Gewebeentnahme überwiegend als systematische ultraschallgesteuerte Prostatabiopsie. Dabei werden Gewebeproben nach einem festgelegten Schema aus verschiedenen Bereichen der Prostata entnommen. Kleine oder ungünstig gelegene Tumorherde können bei diesem Verfahren jedoch verfehlt werden.

Vom MRT zur gezielten Biopsie

Mit der zunehmenden Bedeutung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) hat sich die Prostatadiagnostik grundlegend verändert. Moderne MRT-Untersuchungen können tumorverdächtige Bereiche innerhalb der Prostata sichtbar machen und nach ihrer Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines klinisch relevanten Prostatakarzinoms beurteilen.

Bei der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie werden diese zuvor im MRT identifizierten verdächtigen Areale während der Biopsie mit dem aktuellen Ultraschallbild der Prostata zusammengeführt. Dadurch kann der Untersucher die auffälligen Bereiche gezielt ansteuern und mehrere Gewebeproben präzise aus diesen Regionen entnehmen.

Höhere Präzision bei der Tumorerkennung

Der wesentliche Vorteil der MRT-gestützten Diagnostik liegt in der gezielteren Erkennung klinisch relevanter Prostatakarzinome. Insbesondere bei auffälligen MRT-Befunden erhöht die gezielte Biopsie die Wahrscheinlichkeit, einen behandlungsbedürftigen Tumor zuverlässig zu erfassen.

In vielen Situationen wird die gezielte MRT-Fusionsbiopsie mit einer systematischen Probenentnahme kombiniert. Dadurch können sowohl die im MRT sichtbaren verdächtigen Areale als auch die übrigen Bereiche der Prostata untersucht werden.

Präzise, schonend und individuell geplant

Die Biopsie wird anhand des individuellen MRT-Befundes geplant. Moderne Fusionssysteme ermöglichen eine genaue Dokumentation der entnommenen Proben und der untersuchten Zielregionen.

Durch die enge Verbindung von moderner MRT-Diagnostik, hochauflösendem Ultraschall und gezielter Gewebeentnahme ist die MRT-Fusionsbiopsie heute ein zentraler Bestandteil der modernen Prostatakrebsdiagnostik. Sie hilft dabei, klinisch relevante Tumoren möglichst zuverlässig zu erkennen und auf dieser Grundlage die weitere Behandlung individuell zu planen.

Moderne Ultraschallgeräte

Ultraschall in der Urologie – moderne Diagnostik ohne Strahlenbelastung

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gehört seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Urologie. Durch die kontinuierliche technische Weiterentwicklung haben sich Bildqualität und diagnostische Möglichkeiten erheblich verbessert. Moderne hochauflösende Ultraschallsysteme ermöglichen heute eine detaillierte Beurteilung der urologischen Organe – schnell, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.

Breites Spektrum der urologischen Sonographie

Mit dem Ultraschall können insbesondere Nieren, Harnblase, Prostata und äußere Geschlechtsorgane untersucht werden. So lassen sich beispielsweise Harnsteine und Harnabflussstörungen, Zysten und Tumoren sowie Veränderungen der Prostata, Harnblase und Hoden erkennen und im Verlauf kontrollieren.

Ergänzende Verfahren wie die Doppler- und Duplexsonographie ermöglichen zusätzlich die Darstellung der Durchblutung von Organen und Gefäßen. Auch die Restharnbestimmung und die Beurteilung der Blasenfüllung gehören zu den häufigsten urologischen Ultraschalluntersuchungen.

Von der Diagnostik bis zum gezielten Eingriff

Die Sonographie dient nicht nur der Diagnostik. Unter direkter Ultraschallkontrolle können auch verschiedene minimal-invasive Eingriffe präzise durchgeführt werden, beispielsweise Punktionen, Drainagen oder die Anlage eines suprapubischen Blasenkatheters.

Auch bei der Diagnostik von Prostataerkrankungen spielt der Ultraschall eine zentrale Rolle. Der transrektale Ultraschall ermöglicht eine genaue Darstellung der Prostata und bildet gemeinsam mit der Magnetresonanztomographie die technische Grundlage für moderne MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsien.

Durch die Verbindung von hoher Bildqualität, unmittelbarer Verfügbarkeit und fehlender Strahlenbelastung ist die Sonographie heute aus der modernen Urologie nicht mehr wegzudenken.

Moderne Lasertechnologie

Moderne Laserchirurgie in der Urologie

Die Laserchirurgie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil der modernen Urologie entwickelt. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lasersysteme können heute sowohl gutartige Prostatavergrößerungen als auch Harnsteine präzise, minimal-invasiv und besonders gewebeschonend behandelt werden.

Moderne Lasertherapie der Prostata

Bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung stehen mit der Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP) und der Thulium-Laser-Enukleation (ThuLEP) moderne minimal-invasive Operationsverfahren zur Verfügung. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe über die Harnröhre schrittweise aus der Prostatakapsel gelöst und anschließend entfernt – ein äußerer Hautschnitt ist nicht erforderlich.

Die Verfahren ermöglichen eine effektive Behandlung auch größerer Prostatavolumina. Durch die präzise Wirkung des Lasers können Blutungen reduziert und das umliegende Gewebe geschont werden. Für viele Patienten bedeutet dies eine schnelle Erholung und einen vergleichsweise kurzen Krankenhausaufenthalt.

Präzise Lasertherapie von Harnsteinen

Auch die Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen wurde durch moderne Lasertechnologien entscheidend weiterentwickelt. Über sehr dünne, flexible oder starre Endoskope können Steine direkt aufgesucht und unter Sicht mit Laserenergie behandelt werden.

Moderne Holmium- und Thulium-Faserlaser ermöglichen es, Harnsteine sehr präzise zu zerkleinern oder zu feinem „Steinstaub“ zu pulverisieren. Die entstandenen Fragmente können anschließend entfernt oder auf natürlichem Weg ausgeschieden werden.

Minimal-invasiv und schonend

Moderne Laserchirurgie verbindet hohe Präzision mit minimal-invasiven Zugangswegen. Viele Eingriffe erfolgen vollständig über die natürlichen Harnwege und kommen ohne äußeren Hautschnitt aus. Weniger Blutverlust, eine rasche Mobilisation und eine schnelle Rückkehr in den Alltag gehören – abhängig vom jeweiligen Eingriff – zu den wesentlichen Vorteilen für unsere Patientinnen und Patienten.

Damit bildet die moderne Lasertechnologie heute eine wichtige Säule sowohl der Prostatachirurgie als auch der endourologischen Steintherapie.

Digitale OP Technologie

Digitale Operationstechnologien – präzise Planung und Navigation

Die moderne Chirurgie wird zunehmend durch digitale Technologien und dreidimensionale Bildgebung unterstützt. Während CT- und MRT-Aufnahmen traditionell als zweidimensionale Schnittbilder betrachtet werden, können moderne Verfahren daraus heute individuelle 3D-Modelle von Organen, Tumoren und wichtigen anatomischen Strukturen erstellen. Dadurch lässt sich ein Eingriff bereits vor der Operation detailliert planen und an die individuelle Anatomie des Patienten anpassen.

3D-Planung vor der Operation

Besonders bei komplexen Eingriffen wie der roboterassistierten Nierenteilresektion können dreidimensionale Rekonstruktionen wichtige zusätzliche Informationen liefern. Tumor, Nierengefäße, Nierenbecken und umliegende Strukturen lassen sich räumlich darstellen. Der Operateur kann dadurch bereits vor dem Eingriff die Lage des Tumors und seine Beziehung zu wichtigen Gefäßen analysieren und die Operationsstrategie entsprechend planen.

Digitale Unterstützung während der Operation

Moderne digitale Modelle können zunehmend auch direkt während einer robotischen Operation genutzt werden. Anatomische Informationen aus MRT oder CT können dabei mit dem Operationsbild kombiniert werden und dem Chirurgen als zusätzliche Orientierung dienen.

Auch bei der radikalen Prostatektomie können dreidimensionale MRT-basierte Modelle beispielsweise die genaue Lage und Ausdehnung eines Tumors innerhalb der Prostata veranschaulichen. Dies kann den Operateur bei der individuellen Planung der Präparation und bei der Orientierung während des Eingriffs unterstützen.

Präzision durch Verbindung von Bildgebung und Chirurgie

Das Ziel dieser Technologien ist eine noch individuellere und präzisere Operationsplanung. Die Verbindung von moderner Bildgebung, dreidimensionalen Rekonstruktionen und robotischer Chirurgie ermöglicht es, komplexe anatomische Zusammenhänge bereits vor der Operation besser zu verstehen und diese Informationen während des Eingriffs gezielt zu nutzen.

Digitale Operationsplanung und Navigation bilden damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur individualisierten und bildgestützten Chirurgie der Zukunft.