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Instrumentelle 3D-Ganganalyse

In einigen Fällen ist zur besseren Therapieplanung eine Instrumenten-gestützte Ganganalyse hilfreich. Hierbei wird die Gangfunktion einschließlich genauer Bestimmung der Gelenkwinkelverläufe von Hüfte-, Knie und Sprunggelenk sowie entsprechende Gelengbelastungen und -Leistungen beim Gehen dreidimensional erfasst. Darüber hinaus wird über dynamische Elektromyographie die Aktivität der oberflächlich liegenden Muskulatur beim Gehen bestimmt. Die Methode eignet sich damit zur detaillierten Diagnostik der Gangfunktion, die durch typische bildgebende Verfahren wie MRT und CT nicht zugänglich ist, da diese allein die Anatomie, nicht jedoch die Funktion bzw. Fehlfunktion darstellen. Die instrumentelle 3D-Ganganalyse ermöglicht deshalb eine gezielte Planung und Überprüfung therapeutischer Maßnahmen, die auf eine Wiederherstellung, Verbesserung oder den Erhalt der Gangfunktion abzielen.

Zur Durchführung der instrumentellen 3D-Ganganalyse arbeiten wir mit dem Heidelberger Bewegungslabor zusammen (Prof. Dr. Sebastian Wolf, das an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in Schlierbach angesiedelt ist. 

 

Praktische Durchführung 

Zu Beginn wird ein Video aufgenommen, während Sie mehrfach über eine ca. 8 m lange Gehstrecke gehen. Dieses Video liefert einen allgemeinen Eindruck über das Gangbild. Im Anschluss daran werden kleine reflektierende Kugeln mit Kleberingen auf der Haut aufgeklebt. Hierzu müssen Sie weitgehend entkleidet sein. Entsprechend sollte kurze Kleidung wie Bikini oder Badehose (kein Badeanzug), Unterwäsche oder Hotpants und kurzes Trägertop zur Untersuchung mitgebracht werden. Sollten Sie auf Gehhilfen wie Stützen oder einen Rollator angewiesen sein, sind diese bitte zur Untersuchung mitzubringen, wie auch Orthesen, Schuheinlagen oder andere Hilfsmittel, die regelmäßig verwendet werden.

Zur Bestimmung der Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge und Schrittfrequenz (Raum-Zeit-Parameter) sowie der Gelenkwinkelverläufe (Kinematik) werden nach einem definierten Schema an verschiedenen Skelettpunkten der interessierenden Körpersegmente die genannten reflektierende Kugeln aufgeklebt. Sie werden dann angewiesen, auf einer definierten Gangstrecke mehrfach in selbst gewählter Gehgeschwindigkeit hin- und herzugehen. Die Bewegung der Kugeln im Raum wird durch eine spezielles Kamerasystem mit zwölf Kameras beim Gehen erfasst und dreidimensional verrechnet. Über unauffällig im Boden integrierte Kraftmessplatten werden parallel zur Kinematik sog. Bodenreaktionskräfte bestimmt, die eine Berechnung der Gelenkmomente und Gelenkleistungen ermöglichen. Für die dynamische Elektromyographie-Untersuchung werden dem Patienten zusätzlich Klebeelektroden auf die Haut über die interessierende Muskulatur geklebt und die Muskelaktivität über ein telemetrisches Verfahren beim Gehen aufgezeichnet. Eine ausführliche klinische Untersuchung mit Erhebung der Bewegungsausmaße der großen Gelenke der unteren Extremität sowie der Kraft und ggfs. der Tonus der Beinmuskulatur sowie die oben genannte ausführliche standardisierte Videodokumentation zur subjektiven Kontrolle komplettieren die Gesamtleistung.

TreatHSP: Netzwerk für die Erforschung der HSP

Translationale, d.h. therapieorientierte Forschung zu den HSPs wird im internationalen Forschungsnetzwerk TreatHSP koordiniert. In diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Netzwerk, das wir von Heidelberg aus koordinieren, haben sich Spezialisten für HSP aus Klinik und Grundlagenwissenschaften zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und arbeiten nun schon seit 2019 eng an der Erforschung neuer Therapien für die HSP zusammen. 

Nähere Informationen zu Aktivitäten des Netzwerkes und aktuellen Studien finden Sie auf der Seite des TreatHSP Netzwerkes.

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PROSPAX: Netzwerk für die Erforschung Spastischer Ataxien

Mit den HSPs eng verwandt sind die Spastischen Ataxien, bei denen neben einer spastischen Gangstörung auch eine Beeinträchtigung der Koordination auftritt. Zu den häufigen Spastischen Ataxien gehören z.B. die SPG7 oder die Ataxie vom Typ Charlevoix Saguenay (ARSACS). Diese beiden Formen der Spastischen Ataxien werden im Europäischen PROSPAX-Netzwerk untersucht, das von Fr. Prof. Dr. Rebecca Schüle gemeinsam mit Kollegen der Tübinger Universitätsklinik geleitet wird. 

Nähere Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten von PROSPAX finden Sie auf der Seite des PROSPAX Netzwerkes

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