Kliniken & Institute … Kliniken Neurologische Klinik … Neuroradiologie Behandlungsspektrum … Schwerpunktbereiche … Entzündliche…

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der klinischen Praxis der Neuroradiologie: Infektionen des ZNS betreffen häufig immungeschwächte Patienten und kommen mehr und mehr im Zusammenhang mit innovativen und aggressiven immunsuppressiven und immunmodulatorischen Therapien vor. Nichtinfektiöse Entzündungen wie Multiple Sklerose betreffen ca. 10% aller neurologischen Erkrankungen.

Eine große Rolle bei Entzündungen des ZNS spielen Diffusions-MRT, Perfusions-MRT und die MR-Spektroskopie. Diese Verfahren liefern wichtige Informationen für die Differenzierung zwischen entzündlichen Hirnerkrankungen und anderen Erkrankungen wie Neoplasien oder Ischämien, die in der Differentialdiagnose zu berücksichtigen sind.

Bei der Multiplen Sklerose spielt die Magnetresonanztomographie eine entscheidende Rolle in der Diagnostik: wenn nach einem ersten klinischen Schub eine bestimmte Anzahl von entzündlichen Herden im Gehirn gefunden wird, kann bereits zu diesem frühen Stadium die Diagnose der Multiplen Sklerose gestellt und entsprechend behandelt werden. Insofern ist es entscheidend, eine möglichst genaue MR-Bildgebung durchzuführen.

In der Abteilung für Neuroradiologie der Universität Heidelberg stehen die modernsten MR-Geräte, welche die höchste klinisch zugelassene Feldstärke (3 Tesla) besitzen. Mit diesen Geräten ist eine sehr hochauflösende Darstellung des Gehirns und möglichen entzündlichen Läsionen möglich.

Typische bildgebende Befunde bei der MS

Entzündliche Herde im Kleinhirn und Hirnstamm (Pfeile, A), angrenzend an das Seitenventrikelsystem (Pfeile, B) sowie ein frischer entzündlicher Herd mit Kontrastmittelaufnahme (C, Pfeile).
Ergänzend kann man auch Stoffwechseluntersuchung mit der MR-Spektroskopie durchführen (D): akute entzündliche Läsionen sind gekennzeichnet von einer Reduktion des Nervenzellmarkers NAA, einer Erhöhung von Cholin (Cho) sowie durch den Nachweis von Laktat (Lac) als Ausdruck für anaeroben Stoffwechsel. Typisches Hahnenkammzeichen mit FLAIR- und T2-Hyperintensitäten an der Balkenunterkante (E).

A / B
C
D

Bildgebende Befunde bei einem Hirnabszess

Axiales T2w (A), axiales T1w Bild nach i.v. KM-Gabe (B), diffw (C) und ADC-Map (D). Ringförmig KM-aufnehmende Struktur (B) rechts parietookzipital mit perifokalem Ödem (A). Die Kapsel hat niedriges Signal in T2-Gewichtung (A) und nahe der Hirnoberfläche dicker (Pfeile;1B) als einwärts, d.h. in der Nähe des Ependyms (Pfeilspitzen; 1B). Hohes Signal der Nekrose auf dem diffw Bild (C) und Verminderung des ADC (D).Quelle: Hähnel S. In: Sartor K, Hähnel S, Kress B. Pareto-Reihe Radiologie, Gehirn. Thieme-Verlag (2006).

A
B
C
D