Heidelberg,
04
Oktober
2019
|
16:30
Europe/Amsterdam

Endoskopie-Forschungspreis für Dr. Christian Rupp

PD Dr. med. Christian Rupp, Oberarzt an der Klinik für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen des Universitätsklinikums Heidelberg, erhielt heute den Endoskopie-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Christian Rupp bekam die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für eine Publikation über eine Langzeitstudie zu der seltenen Gallenwegserkrankung „Primär sklerotisierende Cholangitis“ (PSC).

Im Rahmen der Langzeitstudie zeigte die Arbeitsgruppe um Christian Rupp und Prof. Dr. Peter Sauer vom Interdisziplinären Endoskopiezentrum (IEZ), dass von der PSC betroffene Patienten stärker von einer regelmäßigen endoskopischen Kontrolle und Weitung der Gallenwege profitieren als von einem Therapieschema nach den aktuellen Leitlinien. Die Erkrankung ist durch Entzündung, Vernarbung und Verengung der Gallenwege gekennzeichnet. Die Engstellen lassen sich endoskopisch nachweisen und mithilfe eines Ballons weiten (sogenannte Ballondilatation), wodurch die Galle wieder abfließen kann und die Entzündung gebremst wird. „Unsere Studie ist die erste Langzeitstudie, die einen deutlichen positiven Einfluss der regelmäßigen endoskopischen Kontrolle und Behandlung auf das Gesamtüberleben und das Überleben ohne Lebertransplantation bei PSC-Patienten zeigt“, erklärt Christian Rupp. In Deutschland sind etwas 5000 Patienten von PSC betroffen. „PSC gehört zu den sogenannten seltenen Erkrankungen, weshalb klinische Studien aufgrund geringer Patientenzahlen eine Herausforderung sind. Wir freuen uns daher sehr über die Würdigung dieses Forschungsprojekts des Heidelberger Endoskopiezentrums durch die DGVS“, so Rupp.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und ihre Sektion für gastroenterologische Endoskopie zeichnen im Rahmen ihres Jahreskongresses „Viszeralmedizin 2019“ in Wiesbaden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die herausragende Leistungen in der Gastroenterologie erbracht haben. Die Viszeralmedizin 2019 findet vom 2. bis 5. Oktober 2019 in Wiesbaden statt. 

Zur Originalpublikation über die Studie: Rupp C, Hippchen T, Bruckner T, Klöters-Plachky P, Schaible A, Koschny R, Stiehl A, Gotthardt DN, Sauer P., Effect of scheduled endoscopic dilatation of dominant strictures on outcome in patients with primary sclerosing cholangitis. Gut. 2019 Mar 25. PMID: 30910856.

Zum Interdisziplinären Endoskopiezentrum Heidelberg