Erstmalige Verleihung des Patientensicherheitspreises am Universitätsklinikum Heidelberg
Ziel des erstmals verliehenen Heidelberger Patientensicherheitspreises des Universitätsklinikums Heidelberg ist es, Patientensicherheit als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu verankern und sichtbar zu machen. Der Preis würdigt Projekte, Initiativen und Konzepte, die die Patientensicherheit in besonderer Weise fördern und nachhaltig verbessern.
Aufgerufen hatte den Preis das Team der Stabsstelle Patientensicherheit & Qualitätsmanagement des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Insgesamt 19 qualitativ hochwertige Projekte aus allen Bereichen des Klinikums wurden eingereicht. Die Bekanntgabe der drei Siegerteams fand im Rahmen des Aktionstags zur „Welttag der Patientensicherheit“ statt, den das UKHD am 17. September im Foyer der Medizinischen und Chirurgischen Klinik veranstaltet hat.
Ob digitale Mobilitätsüberwachung sturzgefährdeter Patientinnen und Patienten, sichere Kommunikation im Operationssaal, IT-gesteuerte Gesichtserkennung in der Strahlentherapie oder realitätsnahes Lernen in einem mit typischen Fehler- und Risikosituationen versehenen „Room of Horror“ – die Resonanz auf die Ausschreibung war überwältigend. Dementsprechend beeindruckt zeigte sich Dr. Christoph Arens, Leiter der Stabsstelle Patientensicherheit & Qualitätsmanagement: „Wir sind begeistert, mit wie viel Engagement, Kreativität und Innovationskraft in den unterschiedlichsten Bereichen des UKHD an der Verbesserung der Patientensicherheit gearbeitet wird und wie viele Projekte eingereicht wurden.“ Ziel des erstmals ausgeschriebenen Preises ist es, Patientensicherheit auf allen Ebenen als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu verankern, kontinuierlich weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen und somit die Sicherheitskultur im Klinikalltag nachhaltig zu verbessern.
Die offizielle Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner fand durch den Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums Heidelberg, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, im Rahmen des Aktionstags zum „Welttag der Patientensicherheit“ statt. Zuvor hatte eine interprofessionell besetzte Jury bestehend aus zahlreichen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen des UKHD aus den eingereichten Projekten die drei Siegerteams ausgewählt. Zugrundeliegende Kriterien waren u. a. Praxisrelevanz, Innovationsgrad und Übertragbarkeit.
Über den ersten Platz und ein Preisgeld von 1.000 Euro freute sich ein Team aus der Anästhesiologie um Prof. Dr. Christopher Neuhaus, Jana Fellenberg und Alexander Warkus mit ihrem Projekt „Hey Du! Sichere Kommunikation im OP“.
Der zweite Platz und 750 Euro ging an ein Team der Inneren Medizin III: Kardiologie, Angiologie und Pneumologie um Dr. Marius Leye, Dr. Christoph Reich und Steffen Roßkopf. Mit „MedApe“ entwickelten sie ein System, das bei der Aufnahme des Patienten Medikationslisten aus Arztbriefen, Fotos oder handschriftlichen Notizen in die digitale Patientendokumentation überträgt.
Das Projekt PHARAO aus der Klinikapotheke und der Anästhesiologie, eingereicht von Carolin Deiß, Dr. Stefanie Collin, Dr. Katrin Hörth und PD Dr. Benedict Morath, wurde mit dem dritten Preis und einem Preisgeld von 500 Euro ausgezeichnet. Im Rahmen von PHARAO werden die aktuellen Medikamente von Patienten vor geplanten Operationen systematisch erfasst und auf Wechselwirkungen, Dosierungen, Doppelverordnungen oder notwendige Therapieanpassungen geprüft.
Die drei ausgezeichneten Projekte im Überblick
Platz 1: Hey Du! Sichere Kommunikation im OP
Wer den Namen seines Gegenübers kennt, kann Informationen schneller und gezielter adressieren. Mit sichtbaren Namens- und Funktionskennzeichnungen auf OP-Hauben und Funktionskleidung verbessert das Projekt „Hey Du!“ die Kommunikation in interprofessionellen Teams und erleichtert die Zusammenarbeit insbesondere in stressigen und zeitkritischen Situationen. Rund 70 Prozent der befragten Mitarbeitenden gaben an, dass sich die Kommunikation im OP dadurch verbessert hat.
Anästhesiologie: Prof. Dr. Christopher Neuhaus, Jana Fellenberg, Alexander Warkus
Platz 2: MedApe: Sichere und effiziente Übertragung von Medikationsdaten in die digitale Kurve
Bei stationären Aufnahmen müssen Medikationslisten häufig manuell aus Arztbriefen, Fotos oder handschriftlichen Notizen in die digitale Kurve übertragen werden. MedApe überführt diese Informationen mittels eines digitalen Tools in ein standardisiertes Format und ermöglicht nach ärztlicher Prüfung eine schnelle Übernahme in die digitale Kurve, also das zentrale Instrument für die Dokumentation von Patientendaten auf der Station. Dadurch wird ein fehleranfälliger Medienbruch reduziert und die Übertragungszeit von durchschnittlich zehn Minuten auf weniger als eine Minute pro Fall verkürzt.
Innere Medizin III: Dr. med. Marius Leye, Dr. med. Christoph Reich und Steffen Roßkopf
Platz 3: PHARAO – Pharmazeutische Arzneimittelanamnese in der Anästhesieambulanz vor elektiven Operationen
Im Rahmen von PHARAO werden Medikamente bereits vor geplanten Operationen systematisch erfasst und auf Wechselwirkungen, Dosierungen, Doppelverordnungen oder notwendige Therapieanpassungen geprüft. Dadurch stehen allen beteiligten Berufsgruppen frühzeitig vollständige und pharmazeutisch validierte Medikationsinformationen zur Verfügung, was die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht. Seit Einführung des Projekts wurden bereits knapp 7.300 Patientinnen und Patienten durch Krankenhausapothekerinnen und Krankenhausapotheker beraten.
Klinikapotheke und Anästhesiologie: Carolin Deiß, Dr. Stefanie Collin, Dr. Katrin Hörth, PD Dr. Benedict Morath