Heidelberger Pflegepreis ehrt innovative Ideen für eine bessere Patientenversorgung
Unter dem Motto „Vielfalt pflegen, Zukunft gestalten“ verlieh das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) mit Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung am Dienstag, 22. September zum achten Mal den Heidelberger Pflegepreis. Über eine Auszeichnung freuen konnten sich fünf Pflege-Teams. Im Rahmen der Veranstaltung wurden neben dem bewährten dreistufigen Pflegepreis noch ein Posterpreis und erstmalig auch ein Pflegewissenschaftspreis ausgelobt. Mit ihren innovativen Ansätzen überzeugten die ausgezeichneten Teams Jury und Publikum gleichermaßen. Ausschlaggebend waren der konkrete Nutzen ihrer Ideen, ihre hohe Relevanz für aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen sowie ihre innovative und qualitativ hochwertige Umsetzung.
Der Heidelberger Pflegepreis würdigt Initiativen, die von den Pflege-Teams am UKHD ins Leben gerufen wurden und die Patientenversorgung am UKHD verbessern und die Zufriedenheit von Patientinnen, Patienten sowie Mitarbeitenden fördern. Als weitere Anforderung sollten die eingereichten Projekte in diesem Jahr die interprofessionelle Zusammenarbeit und/oder empirische Outcomes, also messbare, empirisch belegte Ergebnisse, in den Fokus stellen. Nominiert waren insgesamt 14 Projekte und 10 Poster.
Die Projekte beurteilten drei Fach-Jurys. Auch das Publikum im Hörsaal der Medizinischen Klinik entschied mit und stimmte vor Ort für das jeweilige Lieblingsprojekt ab. Die nominierten Projekte zeigen die Vielfalt moderner Pflege: Sie verbessern die Versorgung von Patientinnen und Patienten, stärken die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden und fördern und optimieren die interprofessionelle Zusammenarbeit. Themen waren unter anderem das Erkennen und Behandeln von Mangelernährung, die ganzheitliche Schmerzbehandlung, Maßnahmen zur Stärkung des Patienten-Empowerments sowie der konstruktive Umgang mit belastenden Situationen im Klinikalltag. Yvonne Dintelmann, Vorständin Personal und Pflege des UKHD, lobte das hohe Niveau und die Qualität der präsentierten Projekte und Poster: „Ich bin als Pflegedirektorin unglaublich stolz auf Sie.“
„Die besten Ideen entstehen dort, wo Pflege täglich gelebt wird: im Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden. Alle nominierten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Fachkompetenz, Innovationskraft und der Mut, neue Wege zu gehen, die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten kontinuierlich und nachhaltig verbessern. Wo Evidenz, Kreativität und persönliches Engagement zusammenwirken, entsteht exzellente Pflege“, erläuterte Dintelmann.
Drei Teams erhalten den Heidelberger Pflegepreis
Der erste Platz ging an Alexandra Neubauer und Claudia Zighmi von der gerontopsychiatrischen Station Tellenbach am Department für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit. Mit den Ergebnissen aus ihrem Projekt zur „Einführung eines ganzheitlichen und interprofessionellen Schmerzdienstes“ konnten sie eindrucksvoll zeigen, dass Schmerzen in der psychiatrischen Versorgung einer ganzheitlichen Betrachtung bedürfen und durch ein interprofessionelles, multimodales Behandlungskonzept gezielter adressiert werden können. Die Auswertung der ersten Ergebnisse deutet darauf hin, dass ergänzende nichtmedikamentöse Schmerzbehandlungen einen positiven Beitrag zur Schmerzreduktion leisten könnten.
Den zweiten Platz erreichte das Projekt „Notfallsimulationstraining auf Allgemeinstation“, vertreten durch das Team Maria Witter, Lena Jung, Marcus Jozefowicz und Ann-Sofie Klein von der kardiologischen Station Matthes/Wunderlich am Zentrum für Innere Medizin. Ziel des Projekts ist es, durch praxisnahe Reanimations- und Notfalltrainings auf der Station die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden im Umgang mit einem automatisierten externen Defibrillator (AED) und bei internistischen Notfällen zu stärken und so die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
Über den dritten Platz freuen durften sich Daniela Fischer, Sylvia Köppchen und Silvia Gröger aus der Kopfklinik für das Projekt „Krebs? Wir reden Klartext! Eine interprofessionelle Informationsveranstaltung für strahlentherapeutische Patient:innen und ihre Angehörige.“ Mit der Einführung dieses Formates konnte ein patientenzentriertes Angebot geschaffen werden, das die Informationsversorgung von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen vor Beginn einer Strahlentherapie gezielt verbessert.
Erstmals Pflegewissenschaftspreis vergeben
Neben dem etablierten Pflegepreis mit drei Platzierungen wurde am UKHD erstmalig auch der Pflegewissenschaftspreis vergeben. Mit dieser neuen Auszeichnung werden Projekte gewürdigt, die sich durch eine besonders wissenschaftlich fundierte Herangehensweise und einen hohen Beitrag zur Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung auszeichnen. Die Auswahl des Preisträgerprojekts erfolgte unter allen Einreichungen durch eine eigene Fachjury der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft und Interprofessionelle Versorgung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg unter Leitung von Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Martin Müller, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des UKHD.
Über den Preis freuen durfte sich das Team von Jessica Golenia und Christian Kindlein aus der Kopfklinik für das Projekt „ON:STROKE – ONboarding Stroke Unit“. Das Projekt entwickelt, implementiert und evaluiert ein kompetenzorientiertes und pflegewissenschaftlich fundiertes Onboardingkonzept für neue Pflegefachpersonen auf dem hochspezialisierten Bereich der Stroke Unit. Es verbindet gezielte Kompetenzentwicklung mit professioneller Sozialisation und nachhaltiger Personalentwicklung und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit und Versorgungsqualität.
Posterpreis für familienzentriertes Unterstützungsprogramm
Die meisten Punkte im Poster-Voting erhielten Jonas Hoch und Mara Jacobi vom Zentrum für Innere Medizin für ihr Poster „Familienzentrierte Pflegeinterventionen im Delir-Management erwachsener Patienten im allgemeinstationären Krankenhaussetting – ein Scoping Review“.
Die Preisgelder belaufen sich auf 1.750 Euro für den ersten Platz des Heidelberger Pflegepreises, 1.000 Euro für Platz zwei und 750 Euro für Platz drei. Der Pflegewissenschaftspreis ist mit 1.000 Euro und der Posterpreis mit 200 Euro dotiert. Alle Teams, die nicht ausgezeichnet wurden, erhielten einen Trostpreis sowie eine Teilnehmerurkunde. Die Pflegedirektion des UKHD vergibt seit 2017 den Heidelberger Pflegepreis. Seit 2018 wird dieser von der Manfred Lautenschläger-Stiftung gefördert.