Im Portrait: Dr. Christina Mertens
Postdoktorandin Dr. Christina Mertens forscht in der Arbeitsgruppe Eisenstoffwechsel an der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. Außerdem ist sie in der Experimentellen Anästhesiologie tätig. Mertens hat in Biologie promoviert und hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Immunologie, mit einem Schwerpunkt auf dem Eisenstoffwechsel.
Schon früh faszinierte Dr. Christina Mertens die Interaktion von Immunzellen mit Krebszellen – und der Wunsch, wissenschaftlich zu arbeiten, um medizinische Fragestellungen nicht nur zu verstehen, sondern aktiv mitzugestalten. Diese Begeisterung zieht sich wie ein roter Faden durch ihren bisherigen Weg: von der Promotion über die Postdoc-Phase bis zur aktuellen Forschungsarbeit an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.
Während ihrer Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt (2012–2017) untersuchte sie, wie unterschiedliche Makrophagen-Phänotypen die Tumorprogression beeinflussen, insbesondere deren Rolle bei der Eisenversorgung im Tumormikromilieu. Danach näher befragt, führt Christina Mertens aus: „Bereits in dieser Phase lernte ich, eigenständig Fragestellungen zu entwickeln, Projekte voranzutreiben und Ergebnisse kritisch zu reflektieren. Diese wissenschaftliche Grundlage bildet bis heute das Fundament meiner Arbeit“. In ihren aktuellen Projekten erforscht sie die Rolle von Eisen in Monozyten und Makrophagen – sowohl im Herzen als auch im Kontext inflammatorischer Erkrankungen wie der Sepsis, bei der die zugrundeliegenden zellulären Mechanismen bislang nur unzureichend verstanden sind. Der bewusste Transfer von grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen in klinisch relevante Fragestellungen prägt dabei ihren Forschungsansatz.
Gezielte Unterstützung als Erfolgsfaktor
Auf die Frage, was Mertens als einen der entscheidenden Faktoren auf ihrem Karriereweg definiert, war und ist es die gezielte Unterstützung durch Mentoring. „Bereits während meiner Promotion profitierte ich von engagierten Betreuerinnen und Betreuern, die mich nicht nur fachlich begleiteten, sondern mir frühzeitig Perspektiven für eine akademische Laufbahn aufzeigten. Diese Ermutigung war ausschlaggebend dafür, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen zu verfolgen und langfristige Ziele zu formulieren.“
„Die Teilnahme am Physician Scientist Programm der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelbrg, am heiTRACKS Mentoring der Universität Heidelberg sowie am DZHK-Mentoringprogramm ermöglichte es mir, meine wissenschaftliche Unabhängigkeit systematisch weiterzuentwickeln. In Gesprächen mit Mentorinnen und Mentoren ging es dabei nicht nur um Forschungsstrategien, sondern auch um Fragen der Karriereplanung, Sichtbarkeit, Führung und Vereinbarkeit. Besonders wertvoll war der offene Austausch über Herausforderungen und Unsicherheiten, der mir half, Entscheidungen bewusster und strategischer zu treffen. Gleichzeitig boten diese Programme den Raum, selbst Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aktiv zu begleiten und Verantwortung in der akademischen Lehre und Betreuung zu übernehmen.“, resümiert Dr. Christina Mertens.
Wie wirksam Mentoring sein kann, zeigt sich auch in konkreten Ergebnissen: Ihre Doktorarbeit zu Makrophagen und Eisenstoffwechsel wurde 2018 als Finalist für den „Merck Life Science Award“ ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren konnten zudem mehrere interdisziplinäre Projekte erfolgreich umgesetzt werden, darunter Arbeiten zur Hämolyse während offener Aortenklappenoperationen, die 2023 mit dem IAKH-Forschungspreis ausgezeichnet wurden. Weitere Fördermittel wurden gemeinsam mit Kooperationspartnern über Stiftungen der Medizinischen Fakultät Heidelberg eingeworben. Diese Erfolge sind nicht zuletzt das Ergebnis gezielter Unterstützung, kritischen Feedbacks und eines belastbaren wissenschaftlichen Netzwerks.
Zu Gleichstellungsaspekten befragt, führt Mertens aus: „Neben der fachlichen Förderung war mir stets wichtig, Gleichstellungsaspekte in der Wissenschaft bewusst zu reflektieren. Frauen scheitern selten an fehlender Qualifikation, sondern vielmehr an strukturellen Barrieren, mangelnder Sichtbarkeit und ungleichen Rahmenbedingungen. Nach wie vor stellen die Vereinbarkeit von Karriere und Familie sowie eingeschränkte Präsenz in Führungspositionen zentrale Herausforderungen dar. Inspirierende Vorgesetzte als Rollenmodelle, gezielte Förderprogramme und unterstützende Netzwerke haben mir geholfen, diese Hürden zu überwinden und meinen eigenen Weg in der Wissenschaft selbstbewusst zu gestalten.“
Ehrgeizige Zukunftspläne
Seit Januar 2026 arbeitet sie als Gruppenleiterin zu 50 % in einem klinischen Labor der Anästhesiologie, während sie weiterhin zu 50 % in ihrer seit 2019 bestehenden Postdoc-Position an der Kinderklinik tätig ist. Ab dem kommenden Jahr wird sie vollständig in die Experimentelle Anästhesiologie wechseln. Auch diese Position ergab sich durch Mentoring und den kontinuierlichen Aufbau eines tragfähigen wissenschaftlichen Netzwerks.
Aktuell arbeitet Dr. Christina Mertens auf ihre Habilitation hin, mit dem langfristigen Ziel, eine eigene Forschungsgruppe zu leiten und als Senior Scientist die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung aktiv zu gestalten.
„Durch gezieltes Mentoring und kontinuierlich engagierte Arbeit konnte Frau Mertens ihre Leidenschaft für interdisziplinäre Forschung weiter ausbauen, ihr Netzwerk gezielt erweitern und ihre Projekte zunehmend klinisch relevant ausrichten“, fasst Prof. Dr. Konstanze Plaschke, Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, zusammen. Die Gleichstellungskommission gratuliert Dr. Christina Mertens zu ihrer beruflichen Laufbahn und wünscht ihr weiterhin viel Erfolg beim Erreichen einer Führungsposition als Wissenschaftlerin in der Hochschulmedizin!
Im Portrait: Erfolgreiche Frauen in der Heidelberger Universitätsmedizin
Ob in der Patientenversorgung, der Forschung, der Lehre oder anderen Tätigkeitsfeldern der Hochschul-Medizin: Überall am Universitätsklinikum Heidelberg und an der Medizinischen Fakultät Heidelberg treiben engagierte Frauen erfolgreich ihre Karrieren voran. Einmal im Monat portraitiert Professorin Konstanze Plaschke, Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät Heidelberg eine Medizinerin an der Heidelberger Universitätsmedizin. Im Gespräch schildern die Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen ihre Erfahrungen auf dem Weg als Frau in der Medizin, ihre persönlichen Motivationen sowie ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft.
Gleichstellungsbeauftrage an der Medizinischen Fakultät Heidelberg
Chancengleichheit und Gleichstellung am Universitätsklinikum Heidelberg