Im Portrait: PD Dr. Ann-Kathrin Rahm
Privatdozentin Dr. med. Ann-Kathrin Rahm ist Oberärztin und Lehrbeauftragte an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg sowie Absolventin des Studiengangs Master of Medical Education (MME). In ihrer täglichen Arbeit ist sie flimmernden Herzen auf der Spur.
Ann-Kathrin Rahm absolvierte ihr Medizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, welches sie 2014 mit dem zweiten Staatsexamen und der Note 1,0 abschloss. Im selben Jahr erhielt sie die Approbation. Im Anschluss ans Studium startete sie ihre Facharztausbildung in der Abteilung Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD).
Dabei spezialisierte sich Rahm schon frühzeitig auf den wissenschaftlichen und klinischen kardiologischen Schwerpunkt „Spezielle Rhythmologie und Invasive Elektrophysiologie“, wodurch sie 2021 zur Funktionsoberärztin und 2022 zur Oberärztin mit der Spezialisierung „Invasive Elektrophysiologie“ ernannt wurde.
Weitere Fortbildungen folgten, wie z. B. 2023 das „Diploma of Advanced Studies in Cardiac Arrhythmia Management (DAS-CAM)“ an der Universität Maastricht, Niederlande, oder auch 2024 die Fachkunde „Humangenetische Beratung“.
Herausragend erfolgreich
Wissenschaftlich ist PD Dr. Ann-Kathrin Rahm schon sehr frühzeitig seit dem Studium und kontinuierlich in der Arbeitsgruppe „Molekulare und translationale kardiale Elektrophysiologie“ von Prof. Dr. med. Dierk Thomas am UKHD in Heidelberg tätig. Das Thema ihrer Promotionsarbeit war „Regulationsmechanismen des Zwei-Porendomänen-Kaliumkanals TRESK (K2P18.1)“, welche sie mit dem höchsten Prädikat „Summa cum laude“ und dem Wilma-Moser Preis als jüngste Doktorandin der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg abschloss.
Es folgte aufgrund hervorragender Publikationen zum Thema kardiale Elektrophysiologie die Habilitation 2024 und folgerichtig ist Dr. Rahm seit 2025 selbst Arbeitsgruppenleiterin auf dem Gebiet der „Precision Translational Electrophysiology“.
Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung individueller molekularer und translationaler Risikoprädiktionsmethoden für Patientinnen und Patienten mit genetischen Arrhythmiesyndromen sowie der Nutzung von Telemedizin und Augmented Reality in der Elektrophysiologie.
Rahm wurde als herausragende Kandidatin in fakultären (Gleichstellungs-)Programmen gefördert (Physician-Scientist-Programm, Olympia-Morata-Programm) und nahm 2025 am universitären HeiTracks Management-Programm „Auf dem Weg zur Professur“ teil.
Im April 2024 erhielt sie für ihre Arbeiten den Förderpreis der Stiftung Versorgungsforschung der Arbeitsgemeinschaft Leitende Kardiologische Krankenhausärzte e. V. (ALKK) 2024 und den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis 2024 der Deutschen Herzstiftung e. V.
Gleichberechtigung voranbringen
Neben ihrer klinischen Tätigkeit und ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Expertise ist Ann-Kathrin Rahm auch nach Abschluss ihres berufsbegleitenden Studiums zum Master of Medical Education (MME) als Lehrbeauftragte in der Inneren Medizin III engagiert, um die Studierenden und die jüngeren Kolleginnen und Kollegen für das Fachgebiet und eine universitäre Laufbahn zu motivieren und zu unterstützen.
„Wenn ich den jungen Kolleginnen etwas mitgeben dürfte, wäre es: Wenn du als zickig abgestempelt wirst, bist du genau richtig!“, merkt Dr. Rahm etwas ironisch an. „Oft besteht noch das veraltete Denken, v. a. in sehr männlich dominierten Fachgebieten, dass man als Frau immer lieb und nett sein sollte, lächelt und vieles einfach erledigt! Eine Stimme zu erhalten und gesehen zu werden, muss man sich leider immer noch hart erkämpfen“, resümiert Rahm.
„Gerade in männerdominierten Fachbereichen wie der Kardiologie, in denen noch bis vor wenigen Jahren am UKHD keine weiblichen Kolleginnen in oberärztliche Führungspositionen befördert wurden, sind abteilungsinterne Gleichstellungsmaßnahmen insgesamt weiterhin noch ausbaufähig“, stimmt Prof. Dr. Konstanze Plaschke, Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, zu. „Solange Frauen als auch Männer Karrieredefizite zu befürchten haben, wenn sie Care-Arbeit übernehmen bzw. ihre Arbeitszeit wegen Familienaufgaben reduzieren, sind wir von einer gleichberechtigten Arbeitswelt noch weit entfernt“, meint Rahm.
„Bezahlbare Kita-Plätze mit flexiblen Betreuungszeiten, die möglichst nah am Arbeitsplatz liegen, sind weiterhin unabdingbar wichtig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Genau das plant der neue Personalbereich ‚Familie – Wohnen – Mobilität‘ des UKHD. Das entspricht dem langjährigen Wunsch vieler Kolleginnen und Kollegen am UKHD“, ergänzt die Gleichstellungsbeauftragte. „Wenn wir neben dem technischen, pflegerischen und Verwaltungspersonal auch unser hervorragend ausgebildetes wissenschaftliches und ärztliches Personal langfristig an den Standort Heidelberg binden möchten, ist das ein entscheidender Faktor.“
Netzwerke stärken, weibliche Vorbilder fördern
PD Dr. Rahm betont auch die Wichtigkeit von starken Frauen-Netzwerken in den Fachgesellschaften sowie am Standort UKHD für gegenseitigen Support und ein effektives Mentoring. So führt sie aus: „Ich hatte mit meinem Doktorvater Herrn Prof. Dierk Thomas einen guten Mentor für meinen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt; für die Lehre standen mir Herr PD Dr. Jobst-Hendrik Schultz und Herr PD Dr. Ralph Nawrotzki als ehemalige Sonografie-Tutoren im Studium zur Seite und Frau PD Dr. rer. nat. Nina Ullrich (vormals Physiologie HD, jetzt in Bern) war im Rahmen meines Physician-Scientist Programms eine gute Mentorin für die zelluläre Elektrophysiologie.“ Dennoch sieht PD Dr. med. Ann-Kathrin Rahm auch hier noch Verbesserungsmöglichkeiten: „Eine Frau als klinische Mentorin hat mir leider dennoch immer irgendwie gefehlt“. Es wäre wünschenswert, dass z. B. zukünftig einerseits auch mehr habilitierte Frauen mit Kindern als Mentorinnen und Role Models fungieren, und andererseits sollte es neben den aktuellen Fördermöglichkeiten mehr individuelle Coaching-Angebote am UKHD geben auf dem Weg in eine Führungsposition in der Hochschulmedizin.
Aktuell ist Rahm auf dem Weg zur außerplanmäßigen Professorin.
Die Gleichstellungskommission gratuliert PD Dr. med. Ann-Kathrin Rahm ganz herzlich zu diesen bisherigen hervorragenden beruflichen Erfolgen und wünscht ihr persönlich und beruflich alles erdenkliche Gute!
Im Portrait: Erfolgreiche Frauen in der Heidelberger Universitätsmedizin
Ob in der Patientenversorgung, der Forschung, der Lehre oder anderen Tätigkeitsfeldern der Hochschul-Medizin: Überall am Universitätsklinikum Heidelberg und an der Medizinischen Fakultät Heidelberg treiben engagierte Frauen erfolgreich ihre Karrieren voran. Einmal im Monat portraitiert Professorin Konstanze Plaschke, Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät Heidelberg eine Medizinerin an der Heidelberger Universitätsmedizin. Im Gespräch schildern die Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen ihre Erfahrungen auf dem Weg als Frau in der Medizin, ihre persönlichen Motivationen sowie ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft.
Gleichstellungsbeauftrage an der Medizinischen Fakultät Heidelberg
Chancengleichheit und Gleichstellung am Universitätsklinikum Heidelberg