Miteinander statt nebeneinander: Woche der Seelischen Gesundheit in Heidelberg
Das Department für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg beteiligt sich vom 10. bis zum 18. Oktober mit einem vielseitigen Programm an der bundesweiten Woche der Seelischen Gesundheit. Angebote für Familien, Betroffene, Angehörige und Interessierte verbinden Begegnung, persönliche Erfahrung und Forschung. Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei. Informationen zu Eintritt und erforderlichen Anmeldungen enthält das vollständige Veranstaltungsprogramm.
Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“ finden vom 10. bis 18. Oktober 2026 zahlreiche Veranstaltungen des Departments für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) an verschiedenen Orten in Heidelberg statt. Musik und Literatur, Bewegungsangebote und interaktive Einblicke in die Forschung eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Thema seelische Gesundheit. „Seelische Krisen und Belastungen dürfen kein Grund für sozialen Rückzug oder Ausgrenzung sein. Als Gesellschaft müssen wir Räume schaffen, in denen Menschen über psychische Krisen sprechen können, Unterstützung finden und erfahren, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, sagt Professor Dr. Hans-Christoph Friederich, Sprecher des Departments für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit. Bei den Veranstaltungen können Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und sich über Hilfsangebote und aktuelle Forschung informieren.
Großer Familientag am Standort Bergheim
Begegnung und gemeinsames Erleben stehen zum Auftakt der Veranstaltungswoche am Samstag, 10. Oktober, bei einem Nachmittag für die ganze Familie am Standort Bergheim des Departments im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Zuhören, tanzen, fühlen – Ein Tag für die Seele“ können Familien, Betroffene, Angehörige und Interessierte von 14 bis 17 Uhr in der Alten Frauenklinik in der Voßstraße 9 an einem kostenfreien Programm mit musikalischen Lesungen, Improtheater sowie Bewegungs- und Tanzangeboten teilnehmen.
Die Kinderbuchautorin und Musikerin Claudia Gliemann nimmt Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene mit auf zwei musikalische Lesereisen. „Papas Seele hat Schnupfen“ erzählt aus der Perspektive eines Kindes, dessen Vater an einer Depression erkrankt ist. „Rotkäppchen, wie geht es dir?“ nähert sich der Gefühlswelt von Menschen mit traumatischen Erfahrungen. Beim anschließenden Improtheater erkunden die Teilnehmenden die Themen spielerisch weiter. Mitarbeitende der Klinikschule Heidelberg öffnen außerdem die Türen der Einrichtung und geben Einblicke in ihre Arbeit mit schulpflichtigen Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKHD. Im Museum „Sammlung Prinzhorn“ in der Voßstraße 2 können Besucherinnen und Besucher bei freiem Eintritt hinter die Kulissen blicken. Bei Tandemführungen lernen sie das Depot, das Graphische Kabinett und die Restaurierungswerkstatt kennen.
Psychiatrieerfahrung trifft auf Songs von Bob Dylan
Persönliche Erfahrungen stehen auch beim musikalisch-literarischen Abend „How can I explain (to be such a Freak)?“ am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr im Hörsaal des Instituts für Medizinische Psychologie, Bergheimer Straße 20 im Mittelpunkt. Genesungsbegleiter Benjamin Drechsel liest aus Texten, die in 20 Jahren Psychiatrieerfahrung entstanden sind. Jörg Ullrich begleitet ihn mit Interpretationen von Bob-Dylan-Songs auf der Gitarre. Dabei geht es besonders um die Frage, wie sich der Schmerz einer psychischen Krise überhaupt in Worte fassen und anderen Menschen vermitteln lässt.
Der Eintritt ist frei. Aufgrund begrenzter Raumkapazitäten wird um vorherige Anmeldung unter Benjamin.Drechsel@med.uni-heidelberg.de gebeten.
Wie Neugeborene kommunizieren: interaktiver Forschungsabend
Können Babys Kontakt aufnehmen, bevor sie sprechen lernen? Welche Rolle spielen Blickkontakt und Gestik bei der sozialen Kommunikation? Und wie können moderne Technologien dabei helfen, frühe Hinweise auf Autismus besser zu verstehen? Der interaktive Forschungsabend „Servus Baby! Wie Neugeborene plaudern“ beginnt am Freitag, 16. Oktober, um 18 Uhr im Hörsaal der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Voßstraße 4. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des UKHD gehen diesen Fragen gemeinsam mit dem Publikum nach. Den Abend gestalten Professorin Dr. Luise Poustka, Emma Gesell, Susan Högg, Professor Dr. Dr. Peter Marschik und Dr. Martin Schulte-Rüther. Sie nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise von den ersten Lebensmonaten bis zur sozialen Kommunikation im Erwachsenenalter.
Das vollständige Veranstaltungsprogramm zur Woche der Seelischen Gesundheit am UKHD ist unter www.klinikum.uni-heidelberg.de/ppf/wsg26 abrufbar.
Seelische Gesundheit im UKHD-Podcast „PflegeKraft HD“
Passend zur Woche der Seelischen Gesundheit spricht Jana Wagner in der aktuellen Folge des UKHD-Podcasts „PflegeKraft HD“ mit Lena Seibel und Jannik Siegler aus dem Department für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit. Unter dem Titel „Das Reflektierende Team – Gemeinsam denken, gemeinsam Lösungen finden“ erläutern sie, wie unterschiedliche fachliche Perspektiven und die Sicht der Patientinnen und Patienten in der Behandlung zusammengeführt werden und warum Transparenz, Zuhören und Zusammenarbeit auf Augenhöhe dabei wichtig sind.
Über das Department für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg
Im Department für Psychosoziale Medizin, Prävention und Familiengesundheit am Standort Bergheim sind drei Kliniken und zwei Institute des Universitätsklinikums Heidelberg zusammengeschlossen: die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, das Institut für Medizinische Psychologie und das Institut für Psychosoziale Prävention und Psychotherapie. Fachleute verschiedener Berufsgruppen versorgen dort Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen sowie in seelischen Krisen und arbeiten in Forschung, Lehre und Prävention zusammen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf familienorientierten Behandlungs- und Präventionsangeboten, die sowohl einzelne Familienmitglieder als auch die gesamte Familie einbeziehen.
Über die Woche der Seelischen Gesundheit
Seit 2010 findet rund um den Welttag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober jährlich die bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit statt. Hinter der Aktionswoche steht das 2006 gegründete Aktionsbündnis Seelische Gesundheit. Im Jahr 2026 läuft sie vom 10. bis 20. Oktober unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“. Bei Veranstaltungen in ganz Deutschland können Interessierte offen über psychische Gesundheit sprechen, Hilfs- und Beratungsangebote kennenlernen und sich darüber austauschen, wie sich die Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Erkrankungen abbauen lässt.