Heidelberg,
14
November
2019
|
13:04
Europe/Amsterdam

Studie zu Achtsamkeitstraining: Epigenetische Veränderungen nachweisbar

Niemand hat Zeit, jeder ist gestresst - die Work-Live-Balance mag oft nicht so richtig gelingen. Kein Wunder, dass Achtsamkeitsübungen hoch im Kurs stehen. Dabei scheiden sich am Begriff „Achtsamkeit“ die Geister. Für die einen ist es das Ding, um nicht in der Hektik des Alltags zu ertrinken. Für andere ist Achtsamkeit esoterischer Unsinn, nicht viel mehr als ein Placebo.

Was stimmt denn nun?

Dr. Aguilar-Raab, Forscherin am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg, hat im Rahmen einer Interventionsstudie untersucht, ob Achtsamkeitstraining eine messbare Wirkung auf gestresste Menschen hat. Die Teilnehmer: Medizinstudierende der Medizinischen Fakultät Heidelberg in den Monaten vor einer wichtigen Klausur. Im Fokus der Auswertung: Das Serotonintransporter-Gen - da dieses aus der Stress- und Depressionsforschung bekannt ist – und seine epigenetischen Veränderungen. Das sind Veränderungen der Expression und Aktivierung von Genen.

Die Ergebnisse: Es kam zu relevanten epigenetischen Veränderungen bei den Studierenden, die am Training teilgenommen hatten. Diese Veränderungen waren besonders ausgeprägt bei denjenigen, die auch im Alltag geübt hatten. Die Teilnehmer gaben außerdem an, Stress nun besser bewältigen zu können. Die Studien-Ergebnisse wurden im renommierten wissenschaftlichen Journal „Psychotherapy and Psychosomatics“ veröffentlicht. (Stoffel et al., 2019)

Campus Reporter Nils Birschmann im Gespräch mit Dr. Aguilar-Raab:

Campus Report - November 2019

11/2019 Achtsamkeit