Heidelberg,
27
August
2026
|
11:19
Europe/Amsterdam

Universität gratuliert Ausgründung zu erfolgreicher Finanzierungsrunde

Strategische und strukturelle Unterstützung für schnelleren, transparenteren und gründungsfreundlicheren Transfer aus der Forschung

Zusammenfassung

Das Heidelberger Biotech-Unternehmen REVIER Therapeutics hat eine Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen und am 25. August offiziell die Geschäftstätigkeit aufgenommen – „ein Schritt, zu dem die Universität ihrer Ausgründung sehr herzlich gratuliert“, so Rektorin Prof. Dr. Frauke Melchior. Pressemitteilung der Universität Heidelberg

REVIER Therapeutics ist aus der Forschung an der Medizinischen Fakultät Heidelberg hervorgegangen und wurde in seiner Entwicklung durch das Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) unterstützt. Die Finanzierungsrunde wurde vom KHAN Technology Transfer Fund II angeführt, unter Beteiligung des High-Tech Gründerfonds (HTGF), VORNvc sowie privater Investoren über Revier Invest Heidelberg. Die Einwerbung sei ein großer Erfolg, der auch auf wichtige Weichenstellungen in der Transferstrategie der Universität Heidelberg der vergangenen Jahre zurückzuführen sei, so Melchior.

Dazu gehörten die Schaffung eines Prorektorats für Innovation und Transfer, die Etablierung der universitären Transferagentur hei_INNOVATION sowie die Gründung der ScienceValue Heidelberg GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Universität, die als Beratungsunternehmen für den akademischen Technologietransfer tätig ist. „Diese Partner organisieren und fördern gemeinsam den Wissens- und Technologietransfer der Universität Heidelberg mit der Zielsetzung, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Gesellschaft nutzbar zu machen und universitäre Start-ups und Ausgründungen sowie den Transfer geistigen Eigentums bestmöglich zu unterstützen“, fasst Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern, Prorektorin für Innovation und Transfer, zusammen.

Zur Fragestellung, wie sich der Transfer aus der Forschung in Ausgründungen schneller, transparenter und gründungsfreundlicher gestalten lässt, erprobte die Universität Heidelberg im bundesweiten Pilotprojekt „IP-Transfer 3.0" auf Initiative der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) drei Jahre lang neue Wege. Das von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung initiierte Projekt wurde im Frühjahr 2026 erfolgreich abgeschlossen; ein dort entwickeltes Beteiligungsmodell kam im Zuge der Ausgründung von REVIER Therapeutics in Heidelberg erstmals zur Anwendung.

Die langjährige, durch das DZHK geförderte Forschung von Johannes Backs und seinem Team an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg bildet die wissenschaftliche Grundlage für REVIER Therapeutics.

„Die Ausgründung von REVIER Therapeutics zeigt beispielhaft wie Spitzenforschung aus unserem Forschungsschwerpunkt in der Kardiovaskulären Medizin erfolgreich den Weg in die Anwendung findet und damit die Grundlage für neue innovative Therapien schafft. Die Translation unserer Forschung ist eine besondere Stärke der Fakultät, die wir gemeinsam mit unseren Partnern und im Netzwerk der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim gezielt fördern, um weitere erfolgreiche Ausgründungen zu ermöglichen. Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich zur erfolgreichen Ausgründung und der gelungenen Finanzierung“, sagt Prof. Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

„REVIER Therapeutics ist der Universität Heidelberg für die langjährige Unterstützung der Arbeitsgruppe sehr dankbar“, betont Johannes Backs, Professor für „Epigenetische Regulationsmechanismen im Myokard“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, sowie Direktor des Instituts für „Experimentelle Kardiologie“ am Universitätsklinikum Heidelberg. Gemeinsam mit Drittmittelgebern wie dem DZHK, das die Professur von Johannes Backs mitfinanziert, und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden über viele Jahre nicht nur finanzielle, sondern auch wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen für die Forschung der Arbeitsgruppe geschaffen. Dazu zählt insbesondere der DFG-Sonderforschungsbereich 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“, dessen Sprecher Johannes Backs seit 2022 ist. Auch jüngere Entwicklungen wie das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderte Programm „Innovationscampus Region Rhein-Neckar – Ausbau der Kooperation und Translation, Förderung des kardiovaskulären Schwerpunkts“ sowie das „Helmholtz Institut für Translationale AngioCardioScience“ (HI-TAC) als neue Forschungsinfrastruktur haben dazu beigetragen.

„Als sich das Wertschöpfungspotenzial der Forschung abzeichnete, hat hei_INNOVATION frühzeitig dabei unterstützt, die nächsten Schritte in Richtung Ausgründung zu gestalten. Mit der ScienceValue Heidelberg GmbH konnten faire Rahmenbedingungen in Form von Virtual Shares geschaffen werden, die sowohl den Investoren in der frühen Phase als auch der Universität bei einer erfolgreichen Entwicklung langfristig gerecht werden“, so Professor Backs. „Revier Therapeutics zeigt, wie universitäre Forschung durch das Zusammenspiel von Wissenschaft, Universität und Investoren vertrauensvoll in Innovation mit echtem Marktpotenzial überführt werden kann. Heidelberg hat damit in den letzten Jahren ein Umfeld geschaffen, in dem aus akademischen Erkenntnissen nachhaltige Wertschöpfung entstehen kann.“