Heidelberg,
22
Juni
2026
|
15:12
Europe/Amsterdam

Von A wie ADHS bis Z wie Zukunftsangst: Social-Media-Projekt klärt zu psychischer Gesundheit auf

Zusammenfassung

Wie lässt sich Wissen zu psychischer Gesundheit anschaulich, faktenbasiert und nah an der Lebensrealität junger Menschen vermitteln? Mit dem Projekt „#ABCderPsyche. Psychische Gesundheit. Kurz erklärt.“ haben Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg eine umfangreiche Aufklärungskampagne auf Instagram, TikTok und YouTube gestartet. Jede Woche widmet sich das Team einem psychologischen Thema, bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse in leicht verständlichen Formaten auf und motiviert die Nutzenden zur aktiven Teilhabe. Im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2026 – Medizin der Zukunft erhält das Projekt eine Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Höhe von rund 80.000 Euro.

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A wie ADHS, D wie Doomscrolling, T wie Trigger, Z wie Zukunftsangst. Zu diesen und 22 weiteren Stichworten rund um das Thema psychische Gesundheit wird das Team des Social-Media-Projekts „#ABCderPsyche“ in den kommenden Monaten Aufklärungsarbeit leisten. Auf Instagram, YouTube und TikTok gehen Kurzvideos, Experteninterviews, Fakten-und-Mythen-Checks, verschiedene Quiz- und Abstimmungsformate sowie Hilfsangebote online – über 26 Wochen hinweg, jede Woche zu einem anderen alltäglich genutzten Begriff rund um die Psyche. Ziel des im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2026 – Medizin der Zukunft stattfindenden Projekts ist es, wissenschaftlich belegte Fakten zu psychischer Gesundheit verständlich zu vermitteln, Falschinformationen sichtbar zu machen und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen.

 

Im Fokus: Social-Media-affine Jugendliche und junge Erwachsene

Die Zielgruppe des „#ABCderPsyche“ ist klar definiert: „Wir wollen junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren erreichen. Die Generation Z verbringt viel Zeit in den sozialen Medien und informiert sich hier auch über Gesundheitsthemen“, sagt Peter Maluche, Psychotherapeut in Ausbildung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychosoziale Prävention und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Gemeinsam mit der Institutsdirektorin Svenja Taubner, Professorin für „Psychosoziale Prävention“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, und den Psychoanalytiker*innen Dr. Jakob Müller und Dr. Cécile Loetz vom Podcast „Rätsel des Unbewussten“ hat Maluche das „#ABCderPsyche“ initiiert. Zum Projektteam gehören außerdem drei Psychologiestudierende und zwei Doktorandinnen und Doktoranden der Medizin.

 

Von A bis Z durch 26 Wochen

Nach Vorarbeiten im April und Mai dieses Jahres startete das „#ABCderPsyche“ Anfang Juni mit dem Thema ADHS. Der Ablauf ist Woche für Woche gleich: Immer montags wird das aktuelle Schwerpunktthema in einem animierten Kurzvideo vorgestellt – faktenbasiert, mit eingängigen Illustrationen, untertitelt und in einfacher Sprache. Von Dienstag bis Donnerstag folgen Infografiken, Mythen-Checks, Umfragen oder Informationen zu Hilfsangeboten. Parallel werden die Nutzenden dazu eingeladen, Fragen zum Thema zu stellen, die wechselnde Expertinnen und Experten jeweils freitags in einem Video beantworten. Dieses Q&A (Questions and Answers) markiert zugleich den Abschluss des Wochenthemas. Alle Beiträge und auch die Beteiligungsmöglichkeiten passt das Team an die Formatvorgaben und Verbreitungslogiken der drei bespielten Plattformen an.

 

Etablierter Kooperationspartner: Der Wissenschaftspodcast „Rätsel des Unbewussten“

Für die Verbreitung der Inhalte nutzt das Projektteam neben einem neu eingerichteten TikTok-Profil die etablierten Instagram- und YouTube-Kanäle des Podcasts „Rätsel des Unbewussten“ von Dr. Cécile Loetz und Dr. Jakob Müller. Dieser gehört mit rund 300.000 Hörerinnen und Hörern zu den meistgehörten deutschsprachigen Wissenschaftspodcasts; die Instagram- und YouTube-Kanäle haben jeweils knapp 20.000 Followerinnen und Follower. Nach Abschluss des Projekts – die letzte Themenwoche zum Buchstaben Z ist für November geplant – stehen alle produzierten Inhalte kostenfrei zur Verfügung, zum Beispiel für die Einbettung in Lernplattformen. Für eine abschließende Evaluation des Projekts wird das Projektteam eine ausgewählte Nutzergruppe vor und nach der Teilnahme befragen, unter anderem zum Verständnis von psychischer Gesundheit.

„Seit Beginn der Coronapandemie berichten junge Erwachsene häufiger von psychischen Belastungen“, sagt Professorin Taubner. „Zugleich haben Forschungsarbeiten gezeigt, dass in den sozialen Medien viele Falschinformationen über mentale Gesundheit kursieren.“ Hinzu komme ein zunehmender Trend zur Selbstdiagnose, zum Beispiel bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Hochsensibilität oder Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). Mit dem „#ABCderPsyche“-Content möchte das Projektteam dem entgegenwirken – auf Augenhöhe und in den Formaten, die nah an der jungen Zielgruppe sind.

Weitere Informationen im Internet

Das „#ABCderPsyche“ auf Instagram

Das „#ABCderPsyche“ auf YouTube

Das „#ABCderPsyche“ auf TikTok

Pressemitteilung mit Hintergründen zur Förderung und einem Überblick über die insgesamt vier geförderten Wissenschaftskommunikationsprojekte am UKHD sowie den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim

Website des Wissenspodcasts „Rätsel des Unbewussten“

Website des Wissenschaftsjahrs 2026

Alle 25 Förderprojekte im Überblick

Kontakt

Peter Maluche
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Institut für Psychosoziale Prävention und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg
peter.maluche@med.uni-heidelberg.de

Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft

Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steht die Frage im Fokus, wie Forschende mit ihren Ideen und Lösungen schon heute die Medizin von morgen formen. Wie lassen sich in Zukunft Krankheiten diagnostizieren? Welche Ideen gibt es für die medizinische Versorgung? Wird KI die Medikamentenentwicklung revolutionieren? Wie können innovative Technologien Pflege unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Ein besonderer Fokus im Wissenschaftsjahr liegt auf geschlechtersensibler Forschung, denn bis heute fehlt für viele Krankheiten die Datengrundlage für eine geschlechtsspezifische Behandlung und Versorgung. Dies gilt ganz besonders für Erkrankungen und Gesundheitsthemen, die gerade Frauen betreffen, darunter Endometriose oder Wechseljahre.

Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September bis zu 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media-Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.