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Pressemitteilung 2017/54 vom 17.05.2017

Kreiskrankenhaus Bergstraße wird komplett erneuert und erweitert

Bei der Pressekonferenz am 15. Mai: (v.l.) Dr. Eugen Zilow, Leiter Planungsgruppe Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg, Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, Landrat Christian Engelhardt und Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete.
Bei der Pressekonferenz am 15. Mai: (v.l.) Dr. Eugen Zilow, Leiter Planungsgruppe Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg, Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, Landrat Christian Engelhardt und Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete.

Foto: privat

Universitätsklinikum Heidelberg und Kreis Bergstraße stellen Konzept der
Generalsanierung vor // bis zum Jahr 2020 werden am Standort Heppenheim fünfzig Millionen Euro in das Gebäude investiert // Erneuerung des klinik-komplexes bedeutet Sicherung des Standorts, Ausbau des Leistungszentrums und Verbesserung der Gesundheitsversorgung des Kreises


KREIS BERGSTRASSE | 15. Mai 2017 | Das Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim steht am Beginn einer neuen Zeitrechnung. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Generalsanierung des Hauses; das Modernisierungskonzept wird im Zeitplan umgesetzt werden und startet mit dem Spatenstich am 30. Mai. Bei einer Pressekonferenz in den Räumen des Kreises Bergstraße haben am heutigen Montag die Spitzen der beiden Träger, das Universitätsklinikum Heidelberg als Mehrheitseigentümer und der Kreis Bergstraße, die Pläne und die Bedeutung der Modernisierung für die Region vorgestellt. In den kommenden Jahren bis 2020 werden am Standort Heppenheim netto fünfzig Millionen Euro in den Gebäudekomplex investiert.

 

Standort zukunftssicher machen


Das Haus soll in drei Bauphasen modernisiert und in Teilen erweitert werden. In Summe wird auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern saniert. Hinzukommen mehr als 3.200 Quadratmeter zusätzliche Fläche. "Dies ist ein entscheidender Schritt, durch den wir den Standort Heppenheim zukunftsfähig aufstellen werden", erklärt die Kaufmännische Direktorin des Heidelberger Uniklinikums, Irmtraut Gürkan. In einem ersten Schritt werde in direkter Nachbarschaft zum Haupteingang ein neuer moderner Bettentrakt in Modulbauweise entstehen, der die Verlagerung und damit die Sanierung weiterer Stationen möglich macht. "Zug um Zug können wir so durch interne Umzüge sämtliche Stationen komplett erneuern, ohne dass eine Station geschlossen werden muss und Bettenkapazität entfällt", so Irmtraut Gürkan.

 

Ebenso werden einem Rotationsprinzip folgend in den weiteren Bauabschnitten alle anderen Bereiche des Krankenhauses erneuert. Unter anderem entsteht dabei ein neuer OP-Trakt. Das Raum- und Wegekonzept des Hauses ist im Verlauf der bisherigen Bauplanung überarbeitet und an den Anforderungen an ein modernes Krankenhaus ausgerichtet worden. "Diese bauliche Sanierung und Ablaufoptimierung zum Vorteil von Patienten und Mitarbeitern ist hohes Invest für unser Haus, das wir nach momentanem Stand alleine tragen. Hier benötigen wir Unterstützung und hoffen, dass das Land seiner finanziellen Verantwortung noch gerecht wird",  formuliert Gürkan den Wunsch des Klinikums nach Unterstützung.

 

Auch Dr. Eugen Zilow, Leiter der Planungsgruppe Medizin des Uniklinikums Heidelberg betont: "Mit Abschluss der Arbeiten werden wir ein neues Krankenhaus haben, das baulich und strukturell den gegenwärtigen und künftigen Anforderungen an eine moderne medizinische Einrichtung gerecht wird." Dass die Arbeiten im laufenden Krankenhausbetrieb erfolgen, ist die größte Herausforderung. "Hierzu gibt es aber keine Alternative", betont Zilow. Ebenso weiß er, dass Arbeiten an der Substanz unvermeidlich Überraschungen bergen. "Aber darauf sind wir vorbereitet. Und wir setzen natürlich alles daran, Unannehmlichkeiten für Patienten, Besucher und Mitarbeiter zu vermeiden. Wo sich dies nicht verhindern lässt, bitten wir schon jetzt um Nachsicht und Verständnis", so Dr. Zilow.

 

Medizinisches Konzept erweitert


Die Generalsanierung ist ein entscheidender Baustein in der medizinischen Entwicklung des Standorts. "Die bauliche Erneuerung gibt uns räumlich und strukturell die Möglichkeit, unser medizinisches Konzept zu festigen und auszubauen", erklärt Professor Dr. Guido Adler, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums und Aufsichtsratsvorsitzender des Kreiskrankenhauses. Das Kreiskrankenhaus nimmt seit jeher einen besonderen Stellenwert in der Region ein. Als Haus der Regelversorgung mit mehreren Spezialbereichen und angegliederten Kompetenzzentren steht es für kurze Wege in der medizinischen Versorgung der Menschen im Kreis Bergstraße und angrenzenden Regionen. Hinzu kommt die Bedeutung als unabdingbarer Notfallstandort. "Schon heute können wir am Standort Heppenheim eine Medizin bieten, die in ihrem Leistungsspektrum weit über das eines Kreiskrankenhauses hinausgeht. In Zukunft wollen wir diese Spektrum in der Breite und Tiefe noch ausbauen", so Adler. Zugleich werde die Anbindung an das Heidelberger Uniklinikum intensiviert. "Patienten, die in Heppenheim behandelt werden können sicher sein, dass dies auf universitärem Niveau geschieht", betont Adler und verweist auf den schon heute gut funktionierenden Austausch zwischen Heppenheim und Heidelberg.

 

Ein Aspekt, den auch Landrat Christian Engelhardt (CDU) in den Fokus rückt. Er sieht das Kreiskrankenhaus als unverzichtbar und betont gleichfalls dessen hervorgehobene Position in der medizinischen Versorgung. "Die nun bevorstehende Generalsanierung eröffnet Chancen, dem Standort zusätzliches Gewicht zu geben. Damit kommt das Universitätsklinikum als Mehrheitsgesellschafter auch ihrer 2012 abgeschlossenen vertraglichen Verpflichtung nach, das Haus innerhalb von 10 Jahren ab Übernahme von Grund auf zu sanieren", so der Landrat. Zugleich betont er: "Die Politik arbeitet an einem engmaschigen Versorgungsnetz für die gesamte Region, was mir persönlich und der Gesundheitsdezernentin Diana Stolz ein großes Anliegen ist und wofür wir uns ganz besonders einsetzen." Engelhardt fügt an: "Das Kreiskrankenhaus hat in einem solchen Konzept zentrale Bedeutung. Zumal die fachliche Kompetenz aus Heppenheim und Heidelberg den Entscheidungsträgern vor Ort in unseren steten Dialogen wichtige Impulse und Hilfestellungen gibt. Das Kreiskrankenhaus Bergstraße ist keine Dependance des Universitätsklinikums Heidelberg, sondern DAS regionale Gesundheitszentrum mit eigenem Profil und das Herz der medizinischen Versorgung. Mit den nun kommenden Investitionen wird das Kreiskrankenhaus nicht nur aus medizinischer Sicht ein echtes Schmuckstück werden."

 

Gesundheitsdezernentin Diana Stolz ergänzt: "Für den Landkreis ist es von größter Bedeutung, das hohe Niveau der medizinischen und wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung dauerhaft zu erhalten. Als akademisches Lehrkrankenhaus einer der Top-Universitäten Deutschlands im bundesweiten Ranking sind wir für die Zukunft gut gerüstet und am Puls der Zeit."

 

Sowohl Landrat Christian Engelhardt, Gesundheitsdezernentin Diana Stolz als auch die Vertreter des Uniklinikums Heidelberg werten ihre Zusammenarbeit als Gesellschafter positiv, unisono heißt es: "Die Erfahrungen aus den zurückliegenden Jahren lassen uns zuversichtlich in die heiße Phase der Generalsanierung gehen."          

 

HINTERGRUND

Das Kreiskrankenhaus Bergstraße ist im Jahr 1982 eröffnet worden. Aufgrund seiner Lage am Rande des Naherholungsgebietes Bruchsee in Heppenheim wird es gerne auch "Krankenhaus im Grünen" genannt. Das Haus hat sieben Fachabteilungen plus Intensivstation, zudem Spezialbereiche unter anderem für die Behandlung von Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten sowie Kompetenzzentren zur Behandlung von Frauen mit Brustkrebs und Menschen mit Darmkrebs. Die Zahl der Betten beträgt 308, die der Mitarbeiter 800. Im Vorjahr wurden im Kreiskrankenhaus rund 15.000 Patienten stationär und 20.000 ambulant behandelt. Bis zum Jahr 2013 war der Kreis Bergstraße Eigentümer der Einrichtung. Um die Zukunft im wirtschaftlich schwierigen Umfeld des Gesundheitswesens zu sichern erfolgte der Verkauf von 90 Prozent der Anteile an das Universitätsklinikum Heidelberg. Die restlichen zehn Prozent sind beim Kreis verblieben.

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