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Pressemitteilung 2017/62 vom 12.06.2017

Doppeltes Jubiläum für die Krebskrankenpflege in Heidelberg

Burkhard Lebert, Leiter der Fachweiterbildung „Pflege krebskranker, chronisch-kranker Menschen“ an der Akademie für Gesundheitsfachberufe Heidelberg gGmbH.
Burkhard Lebert, Leiter der Fachweiterbildung „Pflege krebskranker, chronisch-kranker Menschen“ an der Akademie für Gesundheitsfachberufe Heidelberg gGmbH.

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Krebs macht vor keinem Lebensalter halt: In der zweijährigen Weiterbildung lernen die angehenden Onkologie-Pflegexperten auch den Umgang mit krebskranken Kindern.
Krebs macht vor keinem Lebensalter halt: In der zweijährigen Weiterbildung lernen die angehenden Onkologie-Pflegexperten auch den Umgang mit krebskranken Kindern.

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

25 Jahre Fachweiterbildung des krebs- und chronisch kranken Menschen am Universitätsklinikum Heidelberg / 20. Heidelberger Pflegekongress vom 12. bis zum 14. Juni unter dem Motto: "Von Fall zu Fall – Patienten gezielt betrachtet"


In Deutschland erkranken laut Krebsregister des Robert Koch-Instituts jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Es ist eine Krankheit, die vor keinem Lebensalter halt macht und Betroffene, ihre Angehörigen, aber auch die betreuenden Pflegekräfte vor große Herausforderungen stellt. Besondere Bedeutung in der professionellen Betreuung krebskranker Menschen kommt der Fachweiterbildung "Pflege des krebskranken, chronisch-kranken Menschen" an der Akademie für Gesundheitsberufe AfG am Universitätsklinikum Heidelberg zu, die in diesem Jahr ihren 25-jährigen Geburtstag begeht. Hier werden Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger in einer zweijährigen Weiterbildung zu speziellen Onkologie-Fachkräften weitergebildet.

 

20. Heidelberger Pflegekongress vom 12. bis zum 14. Juni


Das 25-jährige Bestehen der Fachweiterbildung in diesem Jahr geht mit dem 20. Heidelberger Pflegekongress einher, der vom 12. bis zum 14. Juni im Kommunikationszentrum im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg stattfindet. Der Kongress, zu dem 350 Teilnehmer erwartet werden, gehört zu den größten Fachveranstaltungen dieser Art im deutschsprachigen Raum. Veranstalter ist die Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg gGmbH. Die Schirmherrschaft haben Kerstin Paradies, Vorstandssprecherin der Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK), und Professor Dirk Jäger, Geschäftsführender Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg und zugleich Ärztlicher Direktor der Medizinischen Onkologie, übernommen. Viele onkologische Pflegekräfte sind als Referenten geladen und werden praxisorientiert anspruchsvolle Situationen krebskranker Menschen gezielter betrachten, Probleme analysieren und Lösungsmöglichkeiten diskutieren. Der Kongress trägt deshalb das Motto: "Von Fall zu Fall - Patienten gezielt betrachtet".

 

Die Akademie für Gesundheitsberufe gGmbH am Universitätsklinikum Heidelberg lädt Journalisten herzlich ein, an dem Symposium teilzunehmen


Die Anfänge einer speziellen Qualifizierung für die Pflege von Krebspatienten geht auf das Jahr 1983 zurück: Am Universitätsklinikum Heidelberg, genauer gesagt in der Chirurgischen Klinik, startete die erste Initiative zur Weiterbildung von Krankenpflegern in der Onkologie. Diese gipfelte 1991 in der bundesweit ersten staatlichen Anerkennung als Weiterbildungsstätte überhaupt. Heidelberg kann somit als Wegbereiter der onkologischen Pflege in Deutschland bezeichnet werden. Seitdem haben 316 Absolventen die zweijährige Qualifikation erfolgreich abgeschlossen - eine stattliche Zahl, die deutschlandweit von keiner anderen Weiterbildungsstätte übertroffen wird.

 

Start mit fünf Teilnehmern - seitdem hat sich viel getan


Einer, der von fast Anfang an dabei ist, ist Burkhard Lebert, der seit 1994 hauptverantwortlich für die Fachweiterbildung ist. "Als ich damals die Leitung übernahm", erinnert er sich, "waren nur fünf Teilnehmer im Kurs." Seitdem hat sich viel getan. Seit 2008 startet der Kurs jährlich mit jeweils 20 Teilnehmern. "Wir mussten auf die große Nachfrage reagieren", erklärt Lebert, "dadurch, dass auch externe Teilnehmer anderer Krankenhäuser unser Weiterbildungsangebot nutzen, sind die Kurse sehr begehrt." So gehören heute neben den Universitätskliniken Heidelberg, Mannheim, Mainz und Würzburg auch städtische Kliniken wie Darmstadt und Heilbronn sowie viele kirchliche und private Krankenhäuser im Umkreis von bis zu 250 Kilometern zum Weiterbildungsverbund. Unterstützt wird Burkhard Lebert seit 2009 von Cordula Beisel, Kinderkrankenschwester in der Heidelberger Kinderklinik und selbst Fachkrankenschwester für Onkologie.

 

Vielfältiges Aufgabenprofil der ausgebildeten Fachpflegekräfte


Welche Voraussetzungen müssen die Kursteilnehmer neben ihrer abgeschlossenen dreijährigen Pflegeausbildung und einer zweijährigen Tätigkeit in der Pflege mitbringen? "Der aktuelle Arbeitsbereich muss in einem Fachbereich mit krebskranken, chronisch kranken Menschen sein, der Arbeitgeber muss den Absolventen frei stellen und der Teilnehmer muss dazu bereit sein, richtig viel zu lernen", so Lebert. Schließlich soll die zukünftige Fachpflegekraft ein vielfältiges Kompetenzprofil ihr eigen nennen können: Neben der professionellen Pflegeperson ist sie zugleich Patientenanwältin, Managerin und Koordinatorin, Beziehungsgestalterin und nicht zuletzt Forscherin. Gerade um letzteres kämpft Burkhard Lebert: "Die Qualität in der Patientenversorgung muss kontinuierlich gesteigert werden - dazu brauchen wir auf der einen Seite mehr Pflegeforschung und müssen auf der anderen Seite vorhandene wissenschaftlich begründete Pflegekonzepte in die Praxis umsetzen."

 

Auch fachlich sind die Anforderungen in den letzten Jahren aufgrund neuer Therapieformen deutlich gestiegen. Psychosoziale Aspekte des Krebsschmerzes, Mangelernährung, psychologische Höhen und Tiefen während der Behandlung oder Unterstützung von Angehörigen sind ebenfalls Herausforderungen, denen sich Fachpflegekräfte stellen müssen. Mit der Zunahme ambulanter Versorgungsangebote für Krebspatienten kommt der Beratung durch Gesundheits- und Krankenpfleger für Onkologie eine ganz besondere Bedeutung zu. Diese ermöglicht es den Patienten, vorbeugend auf die Nebenwirkungen der Therapien, die Zuhause auftreten können, aktiv gegensteuern zu können.

 

Weitere Informationen im Internet:

Programm des 20. Heidelberger Pflegekongresses vom 12. bis zum 14. Juni 2017

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Telefax: 06221 56-4544
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Burkhard Lebert
Leiter Fachweiterbildung „Pflege krebskranker, chronisch-kranker Menschen“
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Telefon: 06221 56 – 6129
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