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Pressemitteilung 2017/85 vom 01.08.2017

Alles auf einen Blick und in 3D: Digitale Vernetzung im OP-Saal ermöglicht weitere Verbesserung von Hirnoperationen

Besichtigung der neu ausgestatteten OP-Säle (v.l.): Dr. Ingrid Rupp, Dietmar Hopp Stiftung, Priv. Doz. Dr. Carla Jung, Neurochirurgie, Prof. Dr. Dietrich von Fournier und Katrin Tönshoff, beide Dietmar Hopp Stiftung, Prof. Dr. Andreas Unterberg, Neurochirurgie.
Besichtigung der neu ausgestatteten OP-Säle (v.l.): Dr. Ingrid Rupp, Dietmar Hopp Stiftung, Priv. Doz. Dr. Carla Jung, Neurochirurgie, Prof. Dr. Dietrich von Fournier und Katrin Tönshoff, beide Dietmar Hopp Stiftung, Prof. Dr. Andreas Unterberg, Neurochirurgie.

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. Andreas Unterberg (links) erklärt die Operationsplanung am 3D Trenion-System.
Prof. Dr. Andreas Unterberg (links) erklärt die Operationsplanung am 3D Trenion-System.

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg rüstet auf digitales OP-Management-System um / Zusammenführung und parallele Darstellung verschiedener intra-operativer Bild- und Messdatensätze auf Großbildschirm in Kombination mit 3D-Bildschirm / Dietmar Hopp Stiftung fördert Ausrüstung von vier Operationssälen mit rund 570.000 Euro / Aus- und Weiterbildung profitieren von 3D-Videodokumentation und Datenverknüpfung


Damit jeder Schnitt im Gehirn präzise sitzt, Tumore möglichst vollständig entfernt und Nervenverbindungen erhalten werden können, sind Neurochirurgen auf eine Vielzahl an Bild- und Messdaten angewiesen. Um diese Datenmengen zusammenzuführen und den Operateuren übersichtlicher zugänglich zu machen, hat die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg auf ein digitales OP-Management-System (BUZZ-System), kombiniert mit einem 3D-HD-System (TRENION) umgerüstet. Dank BUZZ können Bilddaten aus Kernspin- und Computertomographie und diverse intra-operative Messwerte wie z.B. elektrophysiologische Hirnnervenableitungen in beliebiger Kombination - "picture in picture" - gemeinsam auf einem Großbildmonitor im OP geladen werden. Das TRENION-System ermöglicht die Darstellung virtueller 3D-OP-Planungsmodelle und die dreidimensionale Übertragung aus dem OP-Mikroskop auf einen großen 3D-Monitor. Die Ausrüstung von vier Operationssälen mit dem integrativen OP-Management-System inklusive des mobilen 3D-HD-Systems hat die Dietmar Hopp Stiftung mit einer Spende in Höhe von 570.000 Euro unterstützt.

 

"Die digitale Vernetzung verschiedener Bilddaten liefert faszinierende und sehr präzise Einblicke in das menschliche Gehirn. Wir freuen uns, mit unserem Engagement die Arbeit der Neurochirurgen zu erleichtern und die Sicherheit für die Patienten zu erhöhen", sagt Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung. Professorin Dr. Annette Grüters-Kieslich, Leitende Ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg, dazu: "Wir danken der Dietmar Hopp Stiftung herzlich für diese Spende. Das gesamte neurochirurgische Operationsteam hat mit dem neuen System einen besseren Überblick über die Abläufe und der Operateur kann verschiedene Informationen parallel erfassen - so kann die Qualität der neurochirurgischen Eingriffe weiter gesteigert werden."

 

Komplexes Organ erfordert absolute Präzision bei neurochirurgischen Eingriffen

 

Bei Hirntumoroperationen ist, in noch stärkerem Ausmaß als bei Operationen an anderen Organen, absolute Präzision, sorgfältigste präoperative Planung und engmaschige intraoperative Überwachung der Hirnfunktionen entscheidend. Denn Neurochirurgen operieren in einem komplexen Organ aus Nervenbahnen, hochsensiblen Hirnarealen und Blutgefäßen - kleinste Schäden können gravierende Folgen für den Patienten haben. Modernste Technik erleichtert die Orientierung im Gehirn und hat komplexe Tumoroperationen überhaupt erst möglich gemacht. Doch bislang werden Bilder von den verschiedenen Geräten auf jeweils eigenen, kleineren Monitoren abgebildet, z. B. Darstellungen aus dem OP-Mikroskop, CT- und MRT-Bilder, Neuronavigation sowie die elektrophysiologischen Messdaten zur Kontrolle der Nervenaktivität. Der Operateur kann sie nicht zeitgleich alle im Blick behalten.

 

Anders mit dem integrierten OP-System: Über BUZZ lassen sich sämtliche Bilddaten und Messwerte sowie das intraoperative OP-Mikroskopbild parallel darstellen und zum Teil auch fusionieren. Die Operationsmikroskope lassen sich an das TRENION-System anschließen. Damit wird die bis dahin nur für den Operateur sichtbare dreidimensionale Darstellung der komplexen Hirnanatomie während der Operationen an einen großen 3D- Beobachtungsbildschirm übertragen und für das gesamte Operationsteam mit 3D-Brille sichtbar. "Gerade für die Assistenten war der dreidimensionale Blick auf das Operationsgeschehen ein Aha-Erlebnis, das viele Abläufe verständlicher macht. Das wirkt sich sehr positiv auf das Zusammenarbeiten und die Aus- und Weiterbildung aus: Da das gesamte Team mehr sieht, kann jeder besser mitdenken und schneller reagieren", beschreibt Professor Dr. Andreas Unterberg, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik. "Vorher hatten wir quasi ein Puzzle, das neue System zeigt uns das Gesamtbild."

 

Wissenschaftliche Operationsdatenbank

 

Darüber hinaus profitieren Ärzte und Studierende in der neurochirurgischen Aus- und Weiterbildung von der nun ebenfalls möglichen 3D-Videodokumentation, die die anatomischen Gegebenheiten des Gehirns deutlich besser darstellt als zweidimensionale Mitschnitte. Die Archivierung und Abrufbarkeit dieser Daten über eine wissenschaftliche Operationsdatenbank, in die zusätzlich anonymisierte An­gaben wie z.B. Geschlecht, Alter, OP-Zeiten und pathologische Befunde einfließen, erlaubt es, die Eingriffe für die Lehre besser aufzuarbeiten und nachvollziehbar zu machen, aber auch nachträglich auszuwerten und zu vergleichen. "Das gibt uns eine hochqualitative Analysemöglichkeit an die Hand, um zum einen unsere hohe Qualität zu sichern und zum anderen Operationsmethoden stetig weiterzuentwickeln", erläutert Unterberg. In wie weit sich die hohen Erwartungen an das neue OP-Management-System erfüllen, soll in den kommenden drei Jahren der Vergleich mit den bereits erhobenen Daten des mehr als 10.000 Patienten umfassenden neurochirurgischen Registers der Klinik ergeben.

 

Die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg ist eines der führenden neurochirurgischen Zentren Europas. Pro Jahr werden hier rund 12.000 Patienten behandelt und mehr als 3.500 Operationen durchgeführt.

 

Über die Dietmar Hopp Stiftung

 

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 550 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderrichtlinien können auf der Website eingesehen und entsprechende Anträge an die Geschäftsstelle in St. Leon-Rot gerichtet werden. Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Die bisher größte Aktion will unter dem Titel "alla hopp!" alle Generationen für mehr Bewegung begeistern. Daher spendet die Stiftung Bewegungs- und Begegnungsanlagen an 19 Kommunen der Region im Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.

 

Dietmar Hopp Stiftung
Raiffeisenstraße 51
68789 St. Leon-Rot
T: 06227 8608550
F: 06227 8608571

info@dietmar-hopp-stiftung.de
www.dietmar-hopp-stiftung.de

 

Weitere Informationen im Internet:

Bilderstecke

Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg

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Telefax: 06221 56-4544
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