zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Unternehmenskommunikation
Pressemitteilung 2016/119 vom 22.09.2016

250 Jahre Hebammenschule Heidelberg

Geburtshilflicher Unterricht an der Hebammenschule Heidelberg
Geburtshilflicher Unterricht an der Hebammenschule Heidelberg

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Jubiläumssymposium am 24. September 2016 um 10 Uhr in der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg / Journalisten sind herzlich eingeladen / Schulleiterin und Schülerin stehen für Interviews zur Verfügung


Die Geschichte der Heidelberger Hebammenschule beginnt in Mannheim. Dort eröffnete Kurfürst Karl Theodor am 19. April 1766 ein sogenanntes Accouchierhaus zur Ausbildung von Hebammen und zur Verhütung des Kindsmordes. Ledige Schwangere konnten in dieser Gebäranstalt gegen Erlass der sonst üblichen Haftstrafe ihr Kind zur Welt bringen und stellten sich im Gegenzug für Untersuchungen durch auszubildende Hebammen und Ärzte zur Verfügung. 250 Jahre später genießt die Hebammenschule am Universitätsklinikum Heidelberg, nach etlichen Umzügen und bewegter Geschichte heute im Wieblinger Heinsteinwerk angesiedelt und der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg gGmbH angeschlossen, bundesweit einen hervorragenden Ruf: Jährlich bewerben sich rund 230 junge Frauen um einen der 15 Ausbildungsplätze. Es lockt ein modernes Ausbildungs­konzept mit der Möglichkeit, parallel einen akademischen Abschluss in "Interprofessioneller Gesundheitsversorgung" oder "Hebammenwesen" abzulegen. Gleichzeitig stehen vor allem selbstständig tätige Hebammen in Deutschland vor ungebrochen hohen Herausforderungen, was sich mittlerweile in einem gravierenden Hebammenmangel widerspiegelt. All diesen Aspekten - der Geschichte, Erfahrungsberichten ebenso wie aktuellen Entwicklungen - ist ein feierliches Jubiläumssymposium am Samstag, 24. September 2016, gewidmet. Beginn ist um 10 Uhr in der Akademie für Gesundheitsberufe, Wieblinger Weg 19, 69123 Heidelberg.

 

Journalisten sind herzlich eingeladen. Schulleiterin Cordula Fischer sowie eine Hebammenschülerin stehen gerne für Interviewanfragen zur Verfügung. Um eine Terminvereinbarung unter Tel.: 06221 56-7866 oder E-Mail: cordula.fischer@med.uni-heidelberg.de wird gebeten.

 

"Das Universitätsklinikum Heidelberg und die Akademie für Gesundheitsberufe sind stolz darauf, Träger einer Hebammenschule mit so großer Tradition zu sein", sagt Edgar Reisch, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg und Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe. "Hebammen sind wichtig, sowohl für Familien als Grundlage unserer Gesellschaft als auch für das Universitätsklinikum als Mitarbeiterinnen. Ich gratuliere der Hebammenschule, ihren Mitarbeiterinnen und allen, die an der Ausbildung der Hebammen beteiligt sind, zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum."

 

Schulleiterin Cordula Fischer freut sich, dieses Jubiläum mit ihren Schülerinnen, Kolleginnen aus Schule und Klinik, Freunden und Förderern der Heidelberger Hebammenschule feiern zu können. "Es gibt sehr positive Entwicklungen in diesem wunderbaren Beruf. Hebammen haben über den Deutschen Hebammenverband e.V. mit 19.000 Mitgliedern inzwischen deutlich mehr Mitspracherechte bei politischen Prozessen sowie eine stärkere Stimme bei Verhandlungen mit Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Über die 2008 gegründete Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. arbeiten Hebammen an wissenschaftlichen Leitlinien und Behandlungsempfehlungen mit. Darüber hinaus gibt es breitere Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung und auch die Akademisierung der Hebammenausbildung schreitet voran." Auch Akademieleiter Frank Stawinski sieht diese Entwicklung: "Die Hebammenausbildung wird an die Hochschulen gehen, so wie in nahezu allen europäischen Ländern. Die komplexer werdenden Anforderungen im Beruf der Hebamme rechtfertigen eine Hochschulausbildung allemal."

 

Weitere Herausforderungen seien, die Position der selbstständig tätigen Hebammen zu stärken und sie von den hohen Versicherungsbeiträgen zu entlasten. "Die meisten unserer Schülerinnen wollen später nicht Vollzeit in einer Klinik angestellt sein, sondern auch in der Haus- und Familienbetreuung tätig werden. Das macht für viele den Reiz dieses Berufes aus, ist aber derzeit noch schwer umzusetzen", so Fischer. "Das ist insofern paradox, als dass ein Großteil der Versorgung rund um die Geburt heutzutage gar nicht mehr in der Klinik stattfindet." Hier zukunftsfähige Lösungen zu finden sei eine große Herausforderung, auch um einem Hebammenmangel zu begegnen.

 

Kurfürst Karl Theodor und Gemahlin Elisabeth Auguste gründeten Gebäranstalt nebst Hebammenschule

 

Vor 250 Jahren war die Situation, trotz gänzlich anderer Unstände, vergleichbar: Es mangelte an gut ausgebildeten Hebammen. Dem wollten Kurfürst Karl Theodor und seine Gemahlin Elisabeth Auguste nach eigener leidvoller Erfahrung mit der neu gegründeten Gebäranstalt nebst Hebammenschule entgegen treten. Eindruck machte diese Einrichtung allerdings zunächst eher im negativen Sinn: Untergebracht in kleinen baufälligen Baracken, waren die hygienischen Verhältnisse sowie die Versorgung der Wöchnerinnen katastrophal. Franz Anton Mai, von 1805 bis 1810 Vorsteher der Anstalt und Rektor der Heidelberger Universität, riet 1805 Karl-Theodors Nachfolger, Kurfürst Karl-Friedrich, die Einrichtung nach Heidelberg zu verlegen und an die Hochschule anzuschließen. Der Umzug erfolgte noch im selben Jahr in das ehemalige Dominikanerkloster, Ecke Hauptstrasse/Brunnengasse. 1818 wurden unter Mais Nachfolger Franz Carl Nägele Räumlichkeiten im Marstallhof bezogen.

Die räumlichen Verhältnisse im Marstallhof waren schon bald untragbar: 1828 berichtete Franz Carl Nägele, das ihm für mehr als 200 Geburten, 30 praktizierende Medizinstudenten und die Ausbildung der Hebammen nur fünf Zimmer zur Verfügung stünden. Zudem sorgte er sich wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zur Anatomie unter einem Dach. Man hatte den Verdacht, dass diese Nähe das Auftreten des Kindbettfiebers begünstige. 1881 nahm Ferdinand Adolf Kehrer, Leiter der Klinik von 1881 bis 1902, den Ruf nach Heidelberg nur unter der Bedingung an, einen Neubau errichten zu dürfen. So entstand an der Ecke Voß- und Thibautstraße die neue Frauenklinik, die 1884 bezogen wurde. Die Hebammenschule wurde in Form eines Internats in einem Nebengebäude untergebracht. 

 

Während die Mannheimer Gebäranstalt mit nur zwölf Betten als Zufluchtsort für wenige ledige und mittellose Schwangere gegründet worden war, suchten nun zunehmend auch bürgerliche Frauen die neue Frauenklinik mit Geburtshilfe-Abteilung auf. Gründe waren u.a. die Beherrschung des Kindbettfiebers, die hygienischen Verhältnisse sowie Fortschritte auf dem Gebiet der operativen Gynäkologie und Narkose. 2006 löste sich die Hebammenschule zumindest räumlich von der Universitäts-Frauenklinik und zog in die neu gegründete Akademie für Gesundheitsberufe nach Wieblingen.

 

Kontakt:

Cordula Fischer

Leiterin Hebammenschule

Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg

Wieblinger Weg 19

69123 Heidelberg

Tel.: 06221 56-7866

E-Mail: afg.hebammenschule@med.uni-heidelberg.de

 

Weitere Informationen:

Hebammenausbildung: afg-heidelberg.de/ausbildung/hebamme-entbindungspfleger/

Akademie für Gesundheitsberufe: www.afg-heidelberg.de

 

 

Programm Jubiläumssymposium:

10.00 Uhr Musikalische Eröffnung und Begleitung durch das Programm / Duo Domenick De George

Grußworte

Edgar Reisch, Geschäftsführer der AfG und Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg

OA PD Dr. Herbert Fluhr, Sektionsleiter Geburtshilfe Universitätsfrauenklinik Heidelberg

Yvonne Bovermann, Beirätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverband

10.45 Uhr "Von der Wehemutter zur Hebamme"

Vortrag im Dialog, Dr. Christine Loytved, Hebamme/Medizinhistorikerin mit

Cordula Fischer, Schulleiterin Hebammenschule Heidelberg

12.00 Uhr Sektempfang mit Imbiss / Besuch der Ausstellung

13.30 Uhr "Die Hebamme kam mit dem Moped, das war eine Sensation"

Erinnerungen an Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in den 1950er - 1970er Jahren.

Projekt des Oberkurses mit Anne Fritz, Hebammenschule Heidelberg

14.30 Uhr Zuhören, sich austauschen, voneinander lernen. Erzählcafé - Der Start ins Leben

Cecilia Colloseus, Kulturanthropologin

ca. 15.30 Uhr Abschluss

 

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Kontakt

Doris Rübsam-Brodkorb
Pressesprecherin
Leiterin Ukom

Telefon: 06221 56-5052
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail


Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin

Telefon: 06221 56-7071
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail

Archiv bis 2013

Pressemitteilungen bis zum Jahr 2013 finden Sie in unserem Archiv.