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Zuweiserinformationen (SOPs)

Die folgende Auflistung sollte einen Überblick über die Vorbereitung von Patienten für unsere diagnostischen bzw. interventionellen Untersuchungen geben, um einen reibungslosen Untersuchungsablauf ohne unnötige Wartezeiten zu gewährleisten.

Zudem sollte sie hilfreich sein, Patienten, bei denen Vorsichtmaßnahmen (z.B. Allergien, Niereninsuffizienz) für die Untersuchungen ergriffen werden sollten, vorher zu identifizieren bzw. diese Patienten anderen diagnostischen Modalitäten zuzuführen.

Laborwerte vor Kontrastmittelgabe und Intervention

Vor Gabe jodhaltiger Kontrastmittel ist die Kenntnis folgender Laborwerte (Kategorie 1) erforderlich:

  • Serumkreatinin: max. 4 Wochen alt, falls pathologisch aktuelle Werte.
  • TSH: max. 3 Monate alt, falls pathologisch aktuelle Werte einschliesslich T3 und T4.

Vor geplanten interventionellen Eingriffen (Laborwerte der Kategorie 2):

  • Serumkreatinin und Harnstoff: max. 1 Woche alt, falls pathologisch aktuelle Werte.
  • TSH: max. 3 Monate alt, falls pathologisch aktuelle Werte einschliesslich T3 und T4.
  • Quick, PTT und Thrombozyten sowie Hb: max. 1 Woche alt, falls pathologisch aktuelle Werte.

Nahrungskarenz

  • Nahrungskarenz vor einer KM-unterstützen Untersuchung: keine
  • Für ausreichende Hydratation (ca. 1,5 l Flüssigkeit) ist bereits vor der Untersuchung zu sorgen.
  • Bei erhöhtem Risiko oder Intervention ist eine Nahrungskarenz von 6 Stunden erforderlich.

Spezielle Vorbereitung von Patienten

Metformineinnahme

  • Das orale Antidiabetikum Metformin ist weit verbreitet und wird primär renal elimiert. Eine vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion durch jodhaltiges Kontrastmittel erhöht allerdings das Risiko einer metabolischen Azidose.
  • Bei normaler Nierenfunktion: Metformin nach der Kontrastmittelgabe für 48 h abzusetzen.
  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte Metformin 48 h vor bis 48 h nach der Kontrastmittelgabe abgesetzt werden.

Multiples Myelom (Paraproteinämie)

  • Die intravenöse Anwendung von jodhaltigen Kontrastmittel ist bei guter Hydratation des Patienten akzeptabel.

Phäochromozytom

  • Wegen der Gefahr der Auslösung von Blutdruckkrisen wird bei Verdacht/Anamnese eines Phäochromozytoms eine Prämedikation mit kombinierten alpha-beta-Rezeptorblockern vor Gabe von jodhaltigen oder gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln empfohlen.

 

Schwangerschaft und Stillperiode

Während der Schwangerschaft ergibt sich bereits aus dem begrenzten Einsatz von Röntgen- oder MRT-Untersuchungen eine eingeschränkte Verwendung von Kontrastmitteln. Experimentelle Studien über die transplazentare Passage von Kontrastmitteln konnten KM weder im foetalen Plasma noch in der Amnionflüssigkeit nachweisen. Im Tierversuch konnten keine Hinweise für einen mutagenen oder teratogenen Effekt jodhaltiger oder gadoliniumhaltiger Kontrastmittel beobachtet werden. 

Unter besonderen Umständen, wenn eine radiographische oder MR-Untersuchung erforderlich ist, können jodhaltige oder gadoliniumhaltige Kontrastmittel gegeben werden. 

Nach der Applikation jodhaltiger Kontrastmittel während der Schwangerschaft sollte die Schilddrüsenfunktion des Neugeborenen in der 1. Woche überprüft werden. 

Nach der Applikation gadoliniumhaltiger Kontrastmittel während der Schwangerschaft sind keine besonderen Tests des Neugeborenen erforderlich.

Entgegen der Empfehlung in den Beipackzetteln der Kontrastmittel-Hersteller erscheint die 24-stündige Stillpause gemäß den Leitlinien der European Society of Urogenital Radiology (ESUR) nicht erforderlich. Das Stillen kann nach Gabe von jod- oder gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln normal weitergeführt werden.   

Vorbereitung von diagnostischen Untersuchungen im CT und MRT

​​​​​​​Vorbereitung von intravenöser Kontrastmittel-Gabe im Allgemeinen (CT und MRT)

  • Serumkreatinin: max. 4 Wochen alt, falls pathologisch aktuelle Werte
  • Nahrungs-und Flüssigkeitskarenz: keine erforderlich; Ausnahmen: bekannte Aspirationsneigung, post-operativ (insbesondere HNO & Ösophagus, frische Baucheingriffe), bekannte Kontrastmittelallergie
  • Bekannte Kontrastmittelallergie: Rücksprache mit Überweiser bezüglich Evaluation einer anderen Bildgebung bzw. Prämedikation des Patienten
  • Hydratation: für eine ausreichende Gabe von Flüssigkeit (ca. 1,5 l) ist vor und nach Untersuchung zu sorgen
  • Autofahren nach Gabe von Buscopan oder Gabe von H1/H2-Hemmern bei KM-Allergie: 24 Stunden nach der Untersuchung nicht möglich

Nur bei iodhaltiger Kontrastmittelgabe (CT)

  • TSH: max. 3 Monate alt, falls pathologisch aktuelle Werte einschliesslich T3 und T4, bei manifester Schilddrüsenüberfunktion Prämedikation über 3 Tage erforderlich
  • Metformineinnahme:
  • > Bei normaler Nierenfunktion: Metformin nach der  Kontrastmittelgabe für 48 h abzusetzen.
  • > Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte Metformin 48 h vor bis 48 h nach der Kontrastmittelgabe abgesetzt werden.

Vorbereitung MRT sowie Gabe von Gadoliniumhaltigem Kontrastmittel

  • Cave: Patienten mit metallischen Implantaten wie z.B. Herzschrittmachern, Defibrillatoren, oder Ohrimplantaten (Cochlea-Implante) dürfen nicht bzw. nur nach strengster Indikationsstellung im MRT untersucht werden. Bei Herzklappenersatz besteht lediglich eine Kontraindikation bei älteren Modellen
  • Bei Patienten mit Operationen am offenen Herzen oder Gehirn in den zurückliegenden 4 Wochen muss eine besondere Indikation vorliegen. Patienten mit Gelenkprothesen können grundsätzlich im MRT untersucht werden

Vorbereitung einer Hydro-MR bzw. CT- Untersuchung

  • 3 Tage vorher: kein kernhaltiges Obst und Gemüse; keine faser- und ballaststoffreiche Kost (Müsli, Vollkornprodukte)
  • 1 Tag vorher: morgens leichtes Frühstück; mittags klare Suppe; ab 16:00Uhr Darmspülung (3-4 Liter der rezeptierten Lösung trinken; mindestens 1,5-2 Liter klare Flüssigkeit (Tee, Wasser) zusätzlich trinken; Spülung ist abgeschlossen, wenn die abgeführte Flüssigkeit kamillenteeartig ist
  • Untersuchungstag: ggf. kann der letzte Liter der Spüllösung morgens getrunken werden; 2 h vor der Untersuchung nüchtern, d.h. auch keine Flüssigkeitsaufnahme mehr
  • Autofahren nach Buscopan-Gabe: 24 Stunden nach der Untersuchung nicht möglich

Vorbereitung von geplanten interventionellen Eingriffen

Angiographie und Intervention; Interventionelles CT

  • Blutwerte der Kategorie 2 erforderlich.
  • Am Tag der Untersuchung: keine feste Nahrung, Medikamente erlaubt. Gute Hydratation periinterventionell.
  • Nachsorge: Ggf. Hb-Kontrolle 4 Stunden oder Sonographie des Abdomens empfohlen.

Generelles zu geplanten Eingriffen

  • Serumkreatinin und Harnstoff: max. 1 Woche alt, falls pathologisch aktuelle Werte.
  • TSH: max. 3 Monate alt, falls pathologisch aktuelle Werte einschliesslich T3 und T4.
  • Quick, PTT und Thrombozyten sowie Hb: max. 1 Woche alt, falls pathologisch aktuelle Werte.
  • Thrombozytenaggretationshemmer (z.B. Aspirin, ASS, Glopridogrel usw.) und Antikoagulation (z.B. Marcumar etc.): medizinische Abklärung über eine eventuelle Pausierung vorher erforderlich
  • Nahrungs-und Flüssigkeitskarenz: Nüchternheit von 6 Stunden erforderlich
  • Autofahren: 24 Stunden nach interventionellen Eingriffen aufgrund der periinterventionellen Gabe von Sedativa und Analgetika nicht möglich

Vorbereitungen für spezielle Untersuchungsverfahren

Phlebographie

  • Blutwerte (TSH und Kreatinin) erforderlich (siehe Gabe von iodhaltigem KM im CT)
  • Am Tag der Untersuchung: Medikamente erlaubt. Gute Hydratation vor und nach der Untersuchung.

Ausscheidungsurographie

  • Blutwerte (TSH und Kreatinin) erforderlich (siehe Gabe von iodhaltigem KM im CT)
  • Am Vortag der Untersuchung: Abführendes Präparat oral einnehmen (z.B. x-Prep)
  • Am Tag der Untersuchung: Keine feste Nahrung, Medikamente erlaubt. Gute Hydratation vor und nach der Untersuchung.

Ösophagus-Breischluck, Trachea-Zielaufnahme, Fistelfüllung

  • Keine Vorbereitung erforderlich.

Kolon-Kontrastmitteleinlauf

  • Cave: bei V.a. Darmverschluss Rö-Abdomen-Übersicht direkt vor der geplanten Untersuchung; nach Dickdarmspiegelung einschliesslich Gewebeentnahme 7 Tage lang kein Kolon-Kontrastmitteleinlauf mit Bariumsulfat. Darstellung mit wasserlöslichen Kontrastmitteln möglich.
  • Am Vortag der Untersuchung: insgesamt nur leichte Kost, Suppe zu Mittag, ab 16 Uhr abführendes Präparat oral einnehmen (z.B. X- Prep), ggf. hoher Einlauf
  • Am Tag der Untersuchung: keine feste oder flüssige Nahrung, Medikamente erlaubt.
  • Nachsorge: bei Stenosen viel trinken.

Pouch-Darstellung

  • Am Tag der Untersuchung: Einige Stunden vor der Untersuchung abführendes Präparat oral einnehmen (z.B. x-Prep).

T-Drain-Darstellung

  • Am Tag der Untersuchung: keine feste oder flüssige Nahrung. Medikamente erlaubt.

Magen-Darm-Passage (MDP)

  • Cave: nach Speiseröhren-, Magen- oder Dünndarmspiegelung einschliesslich Gewebeentnahme 3 Tage lang keine MDP mit Bariumsulfat. Darstellung mit wasserlöslichen Kontrastmitteln möglich.
  • Am Tag der Untersuchung: nüchtern, d.h. kein Kaffee oder Tee. Kein Nikotin. Medikamente erlaubt.