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Abdominelle Radiologie

Große Erfahrung und Fachwissen treffen auf Diskretion und Feingefühl in unserer Sektion Abdominelle Radiologie, die für jeden einzelnen Patienten interdisziplinär über die jeweils „maßgeschneiderte“ Therapie entscheidet. Zu den Schwerpunkten der Sektion zählen die sehr spezielle Diagnostik von Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Differenzierung von Lebertumoren unter Verwendung von leberspezifischem Kontrastmittel, sowie die Bildgebung des gesamten Verdauungstraktes.

Presseberichte über die Erkrankung prominenter Patienten haben die Öffentlichkeit in den letzten Jahren mehr und mehr sensibilisiert für die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs“. Bei dieser Erkrankung stellt eine Operation oftmals die einzige Möglichkeit auf eine Lebensverlängerung dar. Aufgrund der häufig erst sehr spät auftretenden Symptome gilt die exakte Beurteilung des Krankheitsstadiums als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche chirurgische Therapie zur Steigerung der Lebenserwartung.

Hierzu bieten wir mit unseren Spezialisten der Sektion Abdominelle Radiologie modernste Dünnschicht-Computertomographie (CT) mit Auflösungen unter einem Millimeter an. Gleichzeitig halten wir bei jeder Untersuchung die „Strahlendosis“ so gering wie möglich. In der gezielten Diagnostik von kleinen zystischen Pankreastumoren und den betroffenen Gallenwegen können wir auf neueste Techniken der Magnetresonanztomographie (MRT) zurückgreifen.

Gemeinsam mit den Experten aus Chirurgie und Onkologie im Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) und im Europäischen Pankreaszentrum können wir auch Rezidive, seltene Tumoren und neue Pankreaserkrankungen sicher zuordnen und behandeln. Hierzu entwickeln wir gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) neue Techniken zur Bildgebung, die sogenannte „Diffusions- und Perfusionsbildgebung“, sowie 3D- und 4D-Bildgebung.

Derzeit betreut die Sektion klinisch ca. 60 interdisziplinäre Studien, wobei alle Abdominal-Radiologischen Studien über das Clinical Trials Center (CTC) organisiert werden.

Prof. Dr. med. Miriam Klauß

Sektionsleiterin (Sektion Abdominelle Radiologie)


Klinische Versorgung

Bildgebung des Verdauungstraktes

Die moderne Schnittbilddiagnostik mittels Computertomographie (CT) und neuester Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden zur Diagnose gastrointestinaler Erkrankungen. Trotz stetiger Weiterentwicklung der endoskopischen Techniken haben die radiologischen Verfahren inzwischen nahezu den gleichen Stellenwert in der Abklärung von Erkrankungen des oberen, aber auch des unteren Gastrointestinaltraktes.

In der Ösophagusdiagnostik (Ösophagus= Speiseröhre) bietet die konventionelle Röntgendiagnostik (Projektionsradiographie) die Möglichkeit zu Funktionsuntersuchungen. Die Computertomographie (CT), speziell die Mehrschicht-CT (Multislice-CT), hat ihren festen Platz im Staging von Tumoren des Ösophagus und des Magens. Je nach Tumorart kann die Multislice-CT erste morphologische Hinweise auf die Artdiagnose (Polypen, Gastritis, Lymphom, GIST-Tumor, Karzinom) liefern. Im Umfeldstaging und für die lokale Infiltrationsausdehnung ist die Magnetresonanztomographie der Computertomographie als gleichwertig anzusehen.

Untersuchungsverfahren

  • Funktionelle Untersuchung der Speiseröhre (Motilität)
  • Kinematographie des Schluckaktes
  • Computertomographie (Dual-Energy-CT und 256-Zeilen-Technik) unter Anwendung der hoch aufgelösten „Hydro-Technik“ für den Ösophagus / Magen / Dünn- und Dickdarm sowie Pankreas
  • Magnetresonanztomographie in Hydro-Technik „Hydro-Sellink“ für den Dünndarm oder „Hydro-Kolon“ für den Dickdarm für Morbus Crohn / Colitis ulzerosa / schmerzlose Fistelabklärung
  • Hochaufgelöste Tumorbildgebung zur Therapieplanung und Verlaufsbeurteilung

Die virtuelle Koloskopie (Darmspiegelung) ist eine Alternative zur endoskopischen Koloskopie, z.B. falls in dieser eine vollständige Untersuchung des Dickdarms nicht möglich war. Alternativ oder ergänzend kann der Dickdarm in einer speziellen Hydro (Wasser)-CT oder Hydro-MRT Untersuchung vollständig dargestellt werden. Die Anwendung dieser speziellen Untersuchungstechniken erstreckt sich von der Untersuchung bei Kolon-Läsionen bis hin zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Hochaufgelöste Hydro-MRT: Typischer Morbus Crohn mit aktivem Schub im terminalen Ileum (weißer Pfeil)
Hydro-CT: Coronare Reformatierung eines sog. Riesenfaltenmagens (Pfeil zeigt eine Riesenfalte)
Hochaufgelöste MRT: Großer gastrointestinaler Stromatumor (weißer Pfeil), sog. GIST
Hydro-CT: Großer Tumor im Magenantrum, sog. GIST
Hydro-CT: Kleiner hypervaskulärer Tumor im Magenantrum, sog. Leiomyom

Bildgebung der Leber

Die Vielfalt der Lebererkrankungen erfordert zur Diagnose und dem Therapieverlauf ein breites Spektrum apparativer medizinischer Geräte. Die Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie verfügt zur Leberdiagnostik über alle derzeit anwendbaren Untersuchungsverfahren.

Ultraschall:

Der Ultraschall dient hierbei nicht nur als „Screening“-Untersuchung bei der Suche nach etwaigen bösartigen Tumoren oder deren Metastasen, sondern stellt auch in der Verlaufsbeurteilung einer Erkrankung eine wichtige und für den Patienten völlig unbelastende Untersuchung dar. Unter Verwendung hochauflösender Sonographiegeräte sowie durch zusätzliche Kontrastverstärkung mittels eines speziell für den Ultraschall entwickelten Kontrastmittels können zunehmend kleine Tumore oftmals bereits im Millimeterbereich sicher detektiert werden. Der Duplexmodus, bei dem Blutflüsse in der Leber farblich dargestellt werden, dient der sicheren Beurteilung der Organdurchblutung und der frühzeitigen Erkennung einer Mangelversorgung.

Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT):

Bei unklaren Ultraschallbefunden oder einer erforderlichen umfassenderen Untersuchung der Leber verfügt die Abteilung über die aktuellsten Computertomographen (256-Zeiler, Dual Energy CT) und Magnetresonanztomographen (1,5 Tesla, 3 Tesla) auf höchstem technischen Standard mit optimierten Untersuchungsprotokollen. Auf Schichten unter 1 mm Dicke können kleinste anatomische Details und kleinste Tumore sicher dargestellt werden. Bei nicht eindeutigen Befunden besteht die Möglichkeit unter CT-Kontrolle eine dünne Nadel exakt in eine unklare Raumforderung einzubringen, um so Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung zu gewinnen. Häufig können auf diesem Weg belastende operative Probenentnahmen umgangen werden.

Für die Magnetresonanztomographie (MRT), die wie der Ultraschall ohne jegliche Strahlenexposition auskommt, stehen abhängig von der Fragestellung inzwischen zwei Kontrastmittel zur Verfügung. Es existiert ein eigens für die Untersuchung von Leberläsionen entwickeltes Kontrastmittel, das sogenannte „leberspezifische“ („hepato-biläre“) Kontrastmittel. Dieses erlaubt eine sichere Differenzierung behandlungsbedürftiger Tumore von völlig unbedenklichen Leberherden. Die Anwendung immer wieder optimierter Geräteeinstellungen in Form spezifischer Leberprotokolle ermöglicht eine bestechende Ortsauflösung und einen hervorragenden Organkontrast.

Promovist MRT – HCC
Promovist MRT - Regeneratknoten

Bildgebung des Pankreas

Neben den akuten und chronischen Entzündungen sind die gutartigen und bösartigen Tumoren die häufigsten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Die korrekte Diagnose erfordert dabei sehr viel Erfahrung beim Einsatz modernster bildgebender Verfahren. Der Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie stehen für die Bildgebung des Pankreas die allerneuesten CT- und MRT-Geräte zur Verfügung. Diese Geräte erlauben neben der exzellenten konventionellen Computertomographie (CT) auch den Einsatz innovativer Methoden wie der Dual-Energy CT-Perfusion, die derzeit für die Differentialdiagnose von Pankreasläsionen erforscht und klinisch zunehmend eingesetzt werden.

In der MRT-Diagnostik steht uns einerseits die konventionelle Magnetresonanztomographie (MRT) mit gutem Gewebekontrast und die MRCP (als nicht invasive Darstellung des Pankreasganges und der Gallengänge zur Verfügung. Als derzeit modernstes Verfahren bieten wir die sogenannte. „MR-Diffusionsbildgebung“ an, die Aussagen über die Zelldichte verschiedener Gewebe liefert und so zum Beispiel eine Unterscheidung von Tumor und Entzündung z.B. der Bauchspeicheldrüse ermöglicht.

Das Pankreaskarzinom ist einer der aggressivsten malignen Tumoren mit schnellem lokalem Wachstum, häufiger Infiltration in umgebende Strukturen und früher Fernmetastasierung. Entscheidend für die Prognose ist die exakte Diagnose mit rascher Einleitung der für diesen Patienten individuell geeigneten Therapie. Dies ist nur in einem Zentrum mit Experten aller notwendigen Fachdisziplinen garantiert, wie es in Heidelberg besteht.

Die Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Radiologischen Klinik ist integraler Bestandteil des Europäischen Pankreas Zentrums in Heidelberg. Das Pankreas Zentrum ist Teil eines internationalen Netzwerks von ähnlichen Instituten. Es hat deshalb Kenntnis von allen Neuerungen und Entwicklungen auf dem Sektor der Pankreaserkrankungen, die weltweit gemacht werden. Im Zentrum selbst gewährleistet ein großes Team von Fachspezialisten bestmögliche Behandlungsergebnisse. In Heidelberg werden dabei deutschlandweit die meisten Eingriffe am Pankreas durchgeführt und innovative Therapien und Diagnostik auf internationalem Stand angewendet.

Diffusionsgewichtetes MRT-Bild: Die weißen Pfeile markieren die Läsion im Pankreaskopf, die sich dunkel gegenüber dem umgebenden Gewebe abgrenzt. In einer RoI (= als Region of Interest wird der für eine Auswertung herangezogene Bereich in einer MR-Aufnahme bezeichnet. - hier dünne grüne Linie) können die ADC-Werte (= Apparent Diffusion Coefficient) sowie die Perfusionsfraktionen der Läsionen bestimmt werden. Diese Werte können bei der Differenzierung von chronischer Pankreatitis und Pankreaskarzinom helfen.
CT-Bild mit Perfusion: Opens internal link in current windowCT bei einem Patient mit Pankreaskopfkarzinom. Am Pankreaskopf ist dem konventionellen Kontrastmittelverstärkten CT das farbkodierte Perfusionsbild überlagert. Hier kann man deutlich den minderperfundierten Tumor im medialen Pankreaskopf (blau) erkennen und vom regelrecht perfundierten umgebenden Gewebe (gelb-rot) unterscheiden.
CT mit farblicher Darstellung der häufigsten Rezidivlokalisationen des Pankreaskarzinoms: Der grüne Bereich markiert das Areal, in dem sich am häufigsten das Lokalrezidiv des Pankreaskarzinoms befindet, das rot markierte Areal ist die Zone um die Mesenterialarterie, in der sich meist das intraabdominelle Lymphknoten-Rezidiv befinden und in der gelb markierten Zone links paraaortal befindet sich am häufigsten das retroperitoneale Lymphknotenrezidiv.